Hamburg: Was hier in der Elbe gefunden wurde, stellt die Stadt vor ein Rätsel – „Viele Fragezeichen“

Die Elbe in Wedel bei Hamburg.
Die Elbe in Wedel bei Hamburg.
Foto: IMAGO / teutopress

In jedem Jahr wird alles Mögliche an nützlichem und unnützlichem Kram aus der Elbe geholt. Oft ist es einfach nur Müll oder Schrott, der zutage kommt. Was allerdings vor zwei Jahren in der Nähe von Hamburg aus der Elbe gefischt wurde, gibt heute noch Rätsel auf.

Denn damals konnte ein ganzes Schiffswrack geborgen werden – das natürlich im engeren Sinne auch nur noch Schrott ist. Entdeckt wurde es bei Baggerarbeiten in Wedel bei Hamburg. Es trägt den Namen „Hiev In“.

Hamburg: Schrott oder Zeitgeschichte?

Für die einen ist es Schrott, für die anderen ein wichtiges Stück der Schifffahrtsgeschichte: Das Wrack der „Hiev In“. Dabei handelt es sich um ein altes Festmacherboot, das derzeit im Hansahafen lagert und dort auf sein Schicksal wartet.

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„Es ist eine Geschichte mit vielen Fragezeichen“, erzählt der Leiter des Hafenmuseums Carsten Jordan dem „Hamburger Abendblatt“. Bisher ist nur bekannt, dass das 7,80 Meter lange Boot 1958 auf der Bonné-Werft in Wilhelmsburg gebaut wurde. Festmacherboote helfen größeren Schiffen beim Anlegen an die Kaimauer, indem sie zum Beispiel Trossen und Taue transportieren und festmachen.

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Wann und warum das Boot gesunken ist, darüber gibt es nur Spekulationen. 1964 wurde die „Hiev In“ letztmals gesehen. Danach verliert sich die Spur. Erst als Bagger sich tief in den Elbschlick vorarbeiteten, wurde das Boot vor zwei Jahren wieder entdeckt. Vermutlich wurde die Besatzung einst von schlechtem Wetter überrascht, schreibt das „Hamburger Abendblatt“.

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Daten und Fakten zum Hafen Hamburg:

  • Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidehafen an der Unterelbe der Freien und Hansestadt Hamburg (Eröffnung: 7. Mai 1189)
  • Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen in Deutschland und der drittgrößte in Europa (hinter Rotterdam und Antwerpen)
  • Gesamtfläche des Hamburg Hafen: 7.200 Hektar (ca. 10 Prozent der Fläche Hamburgs)
  • Gesamtumschlag im Jahr 2019: 136,6 Millionen Tonnen (davon 93,9 Millionen Tonnen Container)
  • 210 Schiffsanläufe an drei Kreuzfahrt-Terminals brachten 2019 rund 810.000 Passagiere in die Hansestadt

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Hamburg: Neuer Platz für ein altes Boot gesucht

Heute ist noch immer unklar, was mit dem rostigen Wrack passieren soll. Mehrere engagierte Hamburger wollen es erhalten und ihm an Land einen Platz suchen. So auch der Hafenexperte und Schiffsingenieur Till Braun. Bei dem Boot handele es sich um ein „unwiederbring­liches Denkmal“, das auf keinen Fall verschrottet werden dürfe.

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Doch die Eigentümerfrage ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Auch muss das Schiff vor der Winterpause des Hafenmuseums einen neuen Ort finden. Denn aus Sicherheitsgründen darf es dort nicht länger stehen.

Die Schiffsfreunde suchen daher dringend nach einer „Firma, Institution oder Privatperson, die diesem Denkmal einen würdigen Platz verschafft“, so Braun. Nur so könnte das rostige Stück Hamburger Schiffsgeschichte erhalten bleiben. (mik)