Hamburg: Hagenbeck-Mitarbeiter verzweifelt – schlimme Zustände im Tierpark! „Unerträglich“

Hagenbeck: Fünf Fakten über Hamburgs berühmten Tierpark

Hagenbeck: Fünf Fakten über Hamburgs berühmten Tierpark

Wir zeigen fünf Fakten über ein echtes Hamburger Original: den Tierpark Hagenbeck.

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Schon seit über einem Jahr läuft im Tierpark Hagenbeck in Hamburg einiges unrund. Der Geschäftsführer Dirk Albrecht kam schon öfter ins öffentliche Kreuzfeuer – der Hagenbeck-Betriebsrat stellte sogar Anzeige gegen ihn (hier mehr dazu).

Jetzt gibt es Neuigkeiten rund um die Arbeitssituation in dem Tierpark in Hamburg. Die Mitarbeiter haben genug und setzen sich zur Wehr!

Hamburg: Eskalation im Tierpark Hagenbeck

Wie die „Hamburger Morgenpost (Mopo)“ berichtet, meldeten sich die Mitarbeiter unter Dirk Albrecht nun mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Die Zustände seien an einem dramatischen Punkt gegipfelt.

Zu dem Brief sei es nun durch eine Kündigungswelle gekommen. Bereits zwei Jahre soll Dirk Albrecht in seiner Aufgabe sein und seitdem laut „Mopo“ bis zu 40 Prozent der langjährigen Mitarbeiter verloren haben.

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Daten und Fakten zu Hagenbeck:

  • Insgesamt mehr als 1.850 Tiere leben in den Gehegen und der Parkanlage im Tierpark Hagenbeck
  • Im Tropen-Aquarium leben auf 8.000 Quadratmetern mehr als 14.300 weitere Tiere
  • 29 bedrohte und seltene Tierarten leben im Tierpark Hagenbeck
  • Hagenbeck ist der einzige in Familienhand befindliche Tierpark Deutschlands
  • 41.000 Euro Gesamtkosten müssen pro Tag gedeckt werden
  • Das gelingt dem Tierpark Hagenbeck ohne regelmäßige Zuwendungen der öffentlichen Hand
  • Seit 1997 steht der Tierpark Hagenbeck unter Denkmalschutz

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Offener Brief in Hamburg soll helfen

„Seit Herr Dr. Albrecht Anfang 2020 als Geschäftsführer angetreten ist, haben uns sehr viele der Kolleginnen und Kollegen verlassen, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben“, hieße es in dem offenen Brief.

Ein letzter Punkt, der die Grenzen dann allmählich sprengte, sei der Austritt vom Chef-Tierpfleger Walter Wolters gewesen, der aus öffentlichen Beiträgen bekannt ist. Auch andere bedeutende, teilweise langjährige Arbeitskräfte hätten dem Tierpark mittlerweile den Rücken gekehrt.

Mittlerweile seien die Zustände „unerträglich geworden“ und es solle nun dringend etwas passieren. In dem Brief sei von Demütigungen, Diffamierungen und Diskriminierungen die Rede. Zudem habe der Geschäftsführer einen „patriarchischen Führungsstil“.

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Ein großer Schritt für die Mitarbeiter in Hamburg

Die Mitarbeiter sollen lange gezögert haben, da sie sich mit dem Tierpark verbunden fühlen, ihm nicht Schaden wollen würden. Doch interne Möglichkeiten seien ausgeschöpft und gescheitert, sodass kein anderer Ausweg geblieben sei, als sich in die Öffentlichkeit zu stellen.

Ihre Forderung: Dr. Albrecht soll als Geschäftsführer entlassen werden, „um den Tierpark wieder zu dem schönen Familienunternehmen zu machen, das er einmal war“, heißt es laut „Mopo“ von den Mitarbeitern.

„Es herrscht ein Klima der Angst und es ist erschreckend festzustellen, dass der Umgang mit den Tieren besser ist, als mittlerweile der Umgang mit uns. Doch auch WIR wollen ,artgerecht‘ behandelt werden“, soll außerdem im Wortlaut in dem Brief gestanden haben, um die Situation zu beschreiben.

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Hamburg: Bestätigung der Zustände

Dass das Klima wahrhaftig negative Ausmaße angenommen hat, habe auch die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt bestätigt, die in enger Verbindung zu den Mitarbeitern stehen soll.

Es sollen zwar frei gewordene Stellen besetzt worden sein, jedoch zu deutlich schlechteren Konditionen. Die Gewerkschaft habe vor, die Geschäftsführung zu Tarifverhandlungen aufzufordern, um etwas zu bewegen.

„Sehr viele von uns denken darüber nach, zu gehen“, sagte ein Mitarbeiter der „Mopo“ und erzählte, dass einige der neuen Mitarbeiter bereits nach wenigen Stunden hatten kündigen wollen.

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Bereits im vergangenen Jahr eskalierte die Auseinandersetzung

Als Dirk Albrecht Kurzarbeit einführen wollte, habe es bei den Verhandlungen mehrere Abmahnungen gegeben und es seien neun Mitarbeiter gekündigt worden. Sogar dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Günther solle nach 30 Jahren gekündigt worden sein. Diese Kündigung hatte jedoch rechtlich keinen Wert, aufgrund seiner Funktion im Betriebsrat.

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Hier gibt es mehr Neuigkeiten aus Hamburg zu lesen:

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Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige des Betriebsrats gegen den Geschäftsführer. Trotzdem halten Gesellschafter Claus Hagenbeck und Joachim Weinlig-Hagenbeck bisher weiter an dem 76-Jährigen fest.

Hintergrund sei ein großer Familienstreit innerhalb der Familie Hagenbeck, der bereits seit über zehn Jahren anhalten soll. Nach Berichten der „Mopo“ sei Dirk Albrecht einer der wenigen gemeinsamen Nenner, der der einzige Grund sei, dass der Laden weiterhin läuft. Sowohl Dirk Albrecht selbst, als auch die Gesellschafter wollen keine Stellung beziehen. (lfs)