Hamburg: Weil viele Menschen im Home Office sitzen, wollen sie jetzt Tausende Euro DAFÜR ausgeben

Firmen in Hamburg und im Rest von Deutschland sind angehalten ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen.
Firmen in Hamburg und im Rest von Deutschland sind angehalten ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen.
Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Unterhält man sich mit Promis in Hamburg über Schönheitschirurgie, dann fällt oft der Name Holger Fuchs (53), der Chef der Klinik Pöseldorf. Aber natürlich ist er nicht nur vom Hören-Sagen bekannt. Selbst geht man ja nicht dorthin, um der Schönheit nachhelfen zu lassen. Entweder sind’s die Gene oder das viele Mineralwasser, dem der Promi sein junges Aussehen verdankt. Sei’s drum.

Holger Fuchs gilt in Hamburg als DER Arzt für plastische und ästhetische Chirurgie, zu dem die Promis reihenweise gehen. In Zeiten von Corona erlebt er einen Boom, obwohl seine Branche sich kontinuierlich größerer Beliebtheit erfreut. MOIN.DE sprach mit ihm über die neuesten Trends.

Ihre Branche boomt. Welche sind aktuell Ihre Top 5 der Schönheitsbehandlungen?

Botox- und Hyaluronsäure-Behandlungen gegen Falten, Oberlid-Korrekturen, Lippenaufpolsterungen und Kinnpartie-Straffungen gegen das Doppelkinn. Sehr deutlich haben die Fadenliftings, eine Methode zur Gesichtsstraffung, zugenommen. Gerade in der unteren Gesichtshälfte können damit gute Ergebnisse erzielt werden, die früher nur durch Operationen möglich waren.

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Was hat sich durch Corona für Sie geändert?

Ich arbeite derzeit mehr und bin auf viele Monate ausgebucht. Zudem muss ich zügiger Personal aufstocken als ich es vor Corona bereits geplant hatte. Eine Praxis-Erweiterung stand sowieso an.

Was entgegnen Sie Kritikern, die sich wundern, dass Tattoo-Studios pandemiebedingt schließen mussten, Ihre Branche aber nicht?

Als Mediziner kennen wir uns mit Infektionen, Viren und Hygiene perfekt aus und können die nötigen Maßnahmen im Schlaf umsetzen. Anfangs waren die Patienten verunsichert. Doch das änderte sich schnell. Plötzlich hatten viele Geld übrig, weil sie nicht in den Urlaub fahren konnten, keine Ausgaben für Restaurantbesuche oder fürs Shoppen hatten.

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Das ist Holger Fuchs:

  • Holger Fuchs ist Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie und Inhaber der Praxis Klinik Pöseldorf.
  • Er wurde 1968 in Hamburg geboren.
  • Sein Vater war Gynäkologe, die Mutter medizinische Angestellte.
  • Von 1989 bis 1996 studierte er Humanmedizin an der Uni Hamburg.
  • In dieser Zeit arbeitete er im UKE, im Bundeswehrkrankenhaus und durchlief mehre Krankenhäuser mit dem Schwerpunkt plastische und kosmetische Chirurgie in renommierten Kliniken, u.a. in New Orleans, San Diego und London.
  • Im Jahr 1994 schrieb er seine Doktorarbeit.
  • In den Folgejahren absolvierte er zahlreiche Zusatzausbildungen rund um die plastische und ästhetische Chirurgie.
  • 2007 eröffnete er die Praxis Klinik Pöseldorf.
  • 2011 zog er aus Expansionsgründen an den Lehmweg, wo er 15 Mitarbeiter beschäftigt.
  • Holger Fuchs ist seit 17 Jahren mit Daniela, einer Kreativ-Direktorin, verheiratet.
  • Das Paar hat keine Kinder und lebt in Winterhude.

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Ist das der einzige Grund, dass die Branche wächst?

Nein, die Leute nehmen sich selbst plötzlich anders und viel kritischer wahr. Bei Zoom-Meetings sehen sich viele selbst auf dem Bildschirm und stellen fest, dass auf einmal die Halspartie nicht mehr so schön ist und dass die Augen und die Lippen frischer aussehen könnten. Draußen tragen die Leute Masken, und plötzlich liegt ein viel größerer Fokus auf den Augen. Besonders die Gesichtsbehandlungen sind deutlich angestiegen. Hinzu kommt, dass die Leute nicht zur Arbeit müssen und sie im Home-Office während der Heilungsphase keiner sieht.

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Fett absaugen und Brustvergrößerungen sind nicht mehr so en vogue?

Doch schon, weil auch da die Heilungsphasen in Ruhe zu Hause beendet werden können. Aber Sichtbares, wie eben das Gesicht, liegt deutlich im Trend. Frauen wollen viel häufiger ihre Lippen verschönern lassen. Entweder sollen die kleinen Fältchen verschwinden, oder die Lippen sollen fülliger werden. Das ist den Masken geschuldet. Denn durch sie wird auf Lippenstift verzichtet, mit dem sich früher Unebenheiten kaschieren ließen.

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Sind die Frauen oder die Männer eitler?

Das nimmt sich nicht viel. In den 15 Jahren meiner Selbständigkeit ist die Anzahl der Männer gestiegen. Sie liegt aktuell bei konservativen Behandlungen bei 20 Prozent, bei operativen Behandlungen bei 15 Prozent. Der Leidensdruck bei Faltenbildung oder Doppelkinn ist bei beiden Geschlechtern gleich. Das hängt mit dem gesellschaftlichen Druck zusammen. Ich erfahre in Vorgesprächen oft, dass sich Patienten im Alter geistig und konditionell sehr fit fühlen. Sie stellen jedoch fest, dass ihr Äußeres damit nicht stimmig ist.

Angebot und Nachfrage. Steigen jetzt die Preise?

Könnte ich machen, will ich aber nicht. Ich möchte niemals der Arzt nur der Reichen, sondern der Arzt für jedermann sein. Meine Klientel sind Milliardäre und VIP’s genauso wie die Verkäuferin oder die Studentin. Alle sind mir gleich lieb. In den letzten 15 Jahren habe ich die Preise fast stabil gehalten, weil ich immer wirtschaftlicher arbeiten konnte. Eine Zornesfalte unterspritzen ist schon ab 100 Euro möglich. Eine Oberlid-Straffung kostet ab 2000 Euro. Ich bin kein Typ, der einen Hubschrauber oder eine Yacht braucht. Ich möchte privat glücklich sein, und das bin ich mit meiner wundervollen Frau.