Hamburg: Ich fuhr mit dem Metronom in die Hansestadt – was im Zug passierte, war unmöglich

MOIN.DE-Reporter Peter Gehring war bei der unangenehmen Fahrt an Bord
MOIN.DE-Reporter Peter Gehring war bei der unangenehmen Fahrt an Bord
Foto: imago images

Die Fußball-EM ist aktuell im vollen Gange und viele Schaulustige zieht es nach draußen, um die Spiele der deutschen Fußballelf an den Bildschirmen mit zu verfolgen. Dabei fließt bei einigen aber leider auch manchmal etwas zu viel Alkohol. So auch am vergangenen Samstag, als Deutschland mit einem 4:2 gegen Portugal glänzen konnte. Viele in Hamburg zog es nach dem Sieg noch auf den Kiez, an den Elbstrand und in die Sternschanze.

Ich selbst kam am Samstag von einer Reise auf der schönen Nordseeinsel Borkum zurück und fuhr mit dem Metronom nach Hamburg. Der letzte Teil der Strecke entpuppte sich allerdings zu einer äußerst unangenehmen Fahrt.

Hamburg: Fahrt in die Hansestadt wurde für viele zur Geduldprobe

Ich war mit den RB41 von Bremen nach Hamburg unterwegs. Kurz vor Buchholz in der Nordheide stieg dann eine Gruppe junger Erwachsener ein, alle waren vollbepackt mit Alkohol und schon merklich betrunken.

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Ihr Ziel: Party auf dem Kiez in Hamburg nach dem gewonnenen Deutschlandspiel. Obwohl einer der Metronom-Mitarbeiter merkte, dass einer oder mehrere der Leute Alkohol vor ihm versteckten, billigte er das Verhalten der Zugestiegenen und ging einfach weiter. Er drückte anscheinend ein Auge zu.

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Das ist der Metronom:

  • Die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH ist ein nichtbundeseigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Uelzen.
  • Es zählt mit täglich über 100.000 Fahrgästen zu den größten Privatbahnen Deutschlands.
  • Die Gesellschaft betreibt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unter der Marke metronom die Linien Hamburg–Bremen, Hamburg–Lüneburg–Uelzen, Uelzen–Celle–Hannover und Hannover–Northeim–Göttingen mit Bombardier-Doppelstockwagen.
  • Unter der Marke enno fahren die Linien Hannover–Gifhorn–Wolfsburg und Hildesheim–Braunschweig–Wolfsburg mit Elektrotriebwagen von Alstom.

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Die restliche Fahrt war für die Passagiere dieses Zugteils der absolute Albtraum. Die jungen Männer grölten wie Hooligans irgendwelche Lieder, pöbelten andere Fahrgäste an und hielten sich mitunter auch nicht an die vorgeschriebene Maskenpflicht. Dabei kam es auch zu einem Konflikt innerhalb der Gruppe, nachdem zwei Mädchen sich von der Gruppe absonderten.

Ich war selbst mit einem großen Koffer unterwegs und wollte nicht derart auffallen, also wechselte ich nicht provokativ das Abteil. Im Volltrunk sind die Menschen bekanntlich ziemlich unberechenbar. Das bestätigte sich auch, als die Männer anfingen, aggressiv gegen das Zugmobiliar zu schlagen.

Es ist eine Sache sich über einen Sieg zu freuen – aber eine ganz andere, in einem öffentlichen Transportmittel die Fahrt sämtlicher anderer Passagiere negativ zu beeinflussen. Die Situation war extrem unangenehm.

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Ich war zutiefst enttäuscht von dem Verhalten der Mitarbeiter, da diese einfach verschwanden und die restlichen Passagiere einer unberechenbaren Gefahr ausgesetzt wurden. Deshalb konfrontierte ich nach Ankunft am Hamburger Hauptbahnhof die beiden Schaffner.

Und deren Reaktion war noch schlimmer. Ich fragte: „Hätten Sie bei diesem Vorfall nicht strenger eingreifen müssen? In ihren Zügen herrscht doch komplettes Alkoholverbot.“

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Damit wirbt der Metronom schließlich auch auf seiner offizieller Webseite. Unter dem Slogan „Wohlfühlen im Metronom“ stellt der Beförderer seine Haltung zum Alkohol klar und schreibt weiter: „Alkohol im Zug trinken ist uncool. Unsere Mitarbeiter sind angewiesen, das Trinken von Alkohol im Zug zu unterbinden.“

Hamburg: Reaktion eines Metronom-Mitarbeiters sorgt für Unverständnis

Das war auf dieser Horror-Zugfahrt allerdings nicht der Fall.

Die Metronom-Mitarbeiter reagierten auf meine Frage ernüchternd. Der Mann stellte nur fest, dass er doch seine eigene Sicherheit nicht aufs Spiel setzen würde und ich doch das Abteil hätte wechseln können.

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Auf meine Nachfrage, dass es doch die Pflicht des Zugpersonals sei, die Passagiere zu schützen und im vorliegenden Sachverhalt die Polizei zu verständigen, reagierte der Mitarbeiter wieder abweisend.

Die Gruppe sei unberechenbar und es sei ihm daher zu riskant gewesen, etwas zu sagen.

Auf Nachfrage bei der Pressestelle des Metronom als Mitarbeiter von MOIN.DE erhielt ich leider keine Antwort.