Hamburg: Beliebtes Wahrzeichen nicht mehr zu retten! „Schlimm“

Hamburg: Die Köhlbrandbrücke bei Nacht.
Hamburg: Die Köhlbrandbrücke bei Nacht.
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Bereits jetzt versetzt diese Meldung die Einwohner von Hamburg in Trauer. Die Köhlbrandbrücke, die für viele Menschen zum Stadtbild gehört, soll verschwinden. Das sieht die Planung der Hafenbehörde HPA vor, wie Senatsvertreter im Wirtschaftsausschuss der Bürgerschaft erläuterten.

Zwar sollen bis dahin noch 15 Jahre vergehen, die Planungen laufen in Hamburg aber bereits auf Hochtouren. Die Brücke soll demnach durch einen Bohrtunnel ersetzt werden.

Hamburg: Köhlbrandbrücke wird bis 2036 abgerissen

Bis 2033 soll eine riesige Bohrmaschine die Röhre mit einem Durchmesser von 15,50 Metern bohren, ohne dabei den Schiffsverkehr zu behindern. Nach Fertigstellung des Tunnels würde die Köhlbrandbrücke bis 2036 abgerissen werden.

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Ob das 1974 fertiggestellte Bauwerk wirklich komplett verschwindet, ist indes noch nicht ganz klar. Es werde weiter geprüft, ob die beiden Pylonen stehen bleiben können, wie von den Grünen gefordert, sagte ein Sprecher der Wirtschaftsbehörde. Das gilt auch für die Möglichkeit einer Querung für Radfahrer.Vorbereitende Arbeiten für den Bohrtunnel haben den Senatsangaben zufolge bereits begonnen.

Auf dem Baufeld im Hafen gebe es umfangreiche Baugrunderkundungen und Kampfmittelsondierungen, hieß es. Die Hafenverwaltung HPA treibe die Planungen mit einem 20-köpfigen Ingenieurteam voran, das um 80 externe Kräfte verstärkt worden sei. Der Planfeststellungsantrag soll bis 2024 gestellt und bis 2026 genehmigt werden. Dann könnten die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Hamburg: Wahrzeichen nicht mehr zu retten

Der Senat geht von drei Milliarden Euro Kosten für das gesamte Projekt mit Anbindung an die Autobahn A7 aus. Um den Bund zu beteiligen, wurde die Köhlbrandbrücke zur Bundesstraße heraufgestuft. Seit 1. Februar ist sie Teil der Bundesstraße 3 und für Lastwagen mautpflichtig. Zu den bislang erzielten Mauteinnahmen konnte die Wirtschaftsbehörde keine Angaben machen. Der Unterhalt der Brücke kostet Hamburg jedes Jahr ein bis zwei Millionen Euro.

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Das in die Jahre gekommene Bauwerk ist aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen nicht zu retten. Die Schrägseile und der stählerne Mittelteil der Brücke sind ermüdet und müssten nach 2030 ersetzt werden. „Eine Instandsetzung würde auch bedeuten, dass die Querung über mehrere Jahre unterbrochen werden müsse“, hieß es.

Hamburg: „Das geht nicht!“

Unter den Einwohner von Hamburg schlägt eine solche Nachricht natürlich hohe Wellen. „Verkehrstechnisch absolut verständlich aber für mich absolut traurig Es ist immer wieder toll wenn ich nach Hamburg komme und von der Autobahn die Brücke sehe, ist wie nach Hause kommen“, schreibt ein Mann auf Facebook.

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Eine weitere Person meint: „Schlimm. Bald bleibt nichts mehr übrig, was man mit Hamburg verbindet. Abreißen scheint eine große Leidenschaft zu sein.“ Außerdem heißt es: „Das geht nicht!“

Sehr viele Hamburger werden ihr Wahrzeichen vermissen und die meisten sich wahrscheinlich wünschen, dass wenigstens die beiden markanten Pylonen stehenbleiben und sich eine sinnvolle Nutzung dafür findet. (rg/dpa)