Hamburg: NDR-Kult-Moderator packt über irre Zeiten mit Promis aus – „Schlägerei mit Bud Spencer“

NDR-Legende Carlo von Tiedemann aus Hamburg.
NDR-Legende Carlo von Tiedemann aus Hamburg.
Foto: imago images/Future Image

Wenn einer das Wort Kult erfunden hat, dann er. Carlo von Tiedemann (77) ist DER Kult-Moderator von Hamburg. Keiner haut so locker und flockig seine Texte raus und hat immer noch spontan einen Spruch auf Lager. Und das schon unermüdlich seit 50 Jahren beim NDR! Am Freitag, den 5. Februar, feiert er dieses Jubiläum auf NDR 90,3, wo Carlo die Sendungen „Hamburg am Mittag“ und „Große Freiheit“ moderiert.

Zwischen 8 und 16 Uhr werden ihm dann zahlreiche prominente Weggefährten gratulieren, von Anekdoten und gemeinsamen Erlebnissen berichten. Am Abend ist Carlo zu Gast im „Hamburg Journal“. Ab 22 Uhr erzählt er in der „NDR Talk Show“ über sein spannendes Moderatoren-Leben. Das wird ein straffes Programm. MOIN.DE erreichte Carlo von Tiedemann vorher auf seinem Handy.

Herzlichen Glückwunsch! Wie wird denn gefeiert?

Danke sehr, das ist aber nett. In Corona-Zeiten leider null. Mein Feiern besteht darin, gefeiert zu werden. Wie ich gehört habe, wird tagsüber vom Sender für mich sehr viel vorbereitet. Es soll auch Überraschungen geben. Abends bin ich ja im Hamburg Journal, danach in der Talk Show und dann tschüss.

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Das war’s dann etwa nach 50 Jahren?

Wir haben überlegt, eventuell im Sommer etwas Größeres zu machen. Ich glaube aber, die frühstücken mich alle jetzt erstmal so herzlich und toll ab, das reicht dann vielleicht auch. Wir hatten zuerst auch über ein großes Hof-Fest nachgedacht, aber wegen Corona kann man einfach nichts planen. Womöglich befinden wir uns dann im dritten oder vierten Lockdown. Egal, ich kann doch froh sein, dass ich überhaupt gefeiert werde wie blöde.

Wie fühlt es sich denn an, wenn man in die Jahre kommt?

Ich bin so glücklich, dass ich in meinem 78. Lebensjahr immer noch so geil drauf bin. Dass ich keine gesundheitlichen Beschwerden habe und immer fröhlich bin.

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Welche sind die größten Karriere-Highlights?

Ich sag’ mal so: Wer mit Roger Moore im Bademantel gefeiert hat, eine Schlägerei mit Bud Spencer inszenieren durfte, mit Placido Domingo zu singen versucht hat und mit Mick Jagger ein Bier getrunken hat, dem kann nichts mehr passieren.

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Das ist Carlo von Tiedemann:

  • Carlo von Tiedemann wurde 1943 in Stargard/Pommern geboren.
  • Sein Vater war Generalleutnant, seine Mutter eine Adlige.
  • Er machte im Axel-Springer-Verlag eine Ausbildung zum Verlagskaufmann.
  • Danach volontiere er bei der Cuxhavener Allgemeinen.
  • 1971 ging er im Alter von 27 Jahren zum NDR.
  • Seine Karriere begann er als Radio-Reporter für den „Kurier am Mittag“ (NDR 2).
  • Er wechselte in die Unterhaltung und moderierte „NDR 2 am Vormittag“.
  • 1977 lockte das Fernsehen.
  • Zuerst war er an der Seite von Alida Gundlach in „Die aktuelle Schaubude“.
  • Die moderierte er mit Unterbrechungen bis 2004.
  • Später vermittelte er bei „DAS! - Carlos Tier Auktion“ Haustiere.
  • Er moderierte zig andere Sendungen, darunter die „NDR-Quizshow“.
  • Auch in Nebenrollen von TV-Filmen war er zu sehen, u.a. im „Großstadtrevier“.
  • Seit 1997 moderiert er beim Hamburg-Sender NDR 90,3.
  • Er hat insgesamt vier Kinder von drei Frauen.
  • Seit 1997 ist er mit „Julchen“ (Julia Laubrunn, Medizin-Fachkraft) liiert, die er 2012 heiratete.
  • Das Paar hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Uhlenhorst.

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Wo trinkt man denn mit Mick Jagger ein Bier in Hamburg?

Im Bratwurstglöckle in St. Georg. Das war gleich nach einer der ersten Schaubuden, die ich in den 70ern moderiert hatte. Davor waren die drei Bee Gees zu Gast. Die lebten da alle noch. Mick Jagger war gerade auf Promotion-Tour in Hamburg. Er war sehr höflich, aber auch wahnsinnig schüchtern, obwohl er damals schon eine echt große Nummer war.

Es gab damals das Gerücht, Mick Jagger hätte bei dieser Kneipensause ein Girl angebaggert und ihr am nächsten Morgen einen Dackel geschenkt.

Das Mädel hat die ganze Zeit über Hunde geredet. Was danach passierte, entzieht sich meiner Kenntnis (Carlo lacht verschmitzt, während er das sagt). Och, ich habe in den 50 Jahren so vieles erlebt. Allein, wenn ich an die wilden Partys in den Siebziger Jahren denke. Ich kann das alles gar nicht erzählen. Dann schnacken wir noch bis morgen früh. Ich kann nur eines sagen: Ich bin so happy, dass ich diese 50 Jahre so unbeschadet überstanden habe und dass ich immer noch so einen Bock habe. Das ist so schön.

Zum Schluss leider noch eine unbequeme Frage: Wann geht’s in die Rente?

Die Frage ist schnell beantwortet. Im September 2022. Denn bis dahin läuft mein Vertrag. Der NDR hatte letztes Jahr noch einmal für zwei Jahre verlängert. Dann ist Schluss. Aber so ganz und gar aufhören, das mag ich mir gar nicht vorstellen. Das kann ich auch nicht. Ich sage mal ganz geheimnisvoll: Ich habe schon mal hier und da geguckt und mache mir keine großen Sorgen.