Hamburg: Tausende stürmen die Stadt – Einwohner reagieren mit Wut

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

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Am Wochenende wird es laut in Hamburg. Doch das passt vielen Anwohnern überhaupt nicht.

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause dürfen nun wieder Motorräder aller Art den Großmarkt in Hamburg stürmen: Die Harley Days sind zurück. Das sorgt für Vorfreude – aber auch reichlich Wut in der Hansestadt.

Hamburg erwartet bis zu 10.000 Biker

Zu den Harley Days werden ab Freitag wieder Tausende Motorradfahrerinnen und -fahrer erwartet. „Die kommen wirklich auch aus Holland, England, Belgien und ganz Deutschland“, sagte eine Sprecherin des Veranstalters in Hamburg.

Allein bei der traditionellen Ausfahrt am Sonntagnachmittag werden wohl rund 7.000 bis 10.000 Biker mitfahren. Mit der 19. Ausgabe der Harley Days gibt es auch mehrere Neuerungen: Zumindest am Freitag und Samstag wird auf dem Gelände des Hamburger Großmarktes erstmals ein Eintritt von zehn Euro pro Tag fällig. „Wir haben uns während der Corona-Pause nicht ausgeruht, sondern investiert“, begründete eine Sprecherin die Entscheidung.

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So wird es in diesem Jahr am Freitag und Samstag mehrmals täglich eine spektakuläre Stuntshow des polnischen Stuntmans und Weltrekordhalters Maciej „DOP“ Bielicki geben. Neu dazugekommen sind auch ein Rockabilly-Bereich inklusive der passenden Rock'n'Roll-Musik und eine Rasenfläche zum Ausruhen und Kraft tanken.

Fans der schweren Motorräder können sich am Samstag auf den Wettbewerb der schönsten, umgebauten Custom-Bikes freuen, die nun erstmals ebenfalls auf dem Gelände und nicht mehr in der Mönckebergstraße gezeigt und prämiert werden.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Vieles bleibt aber auch beim Alten: Wie schon in den Vorjahren wird es wieder je drei geführte Touren am Freitag und Samstag geben, die zu verschiedenen Zielen in der Region führen. So geht es zum Zollenspieker Fährhaus, in die Lüneburger Heide oder entlang der Elbe bis zur Bunthäuser Spitze.

Hamburg: Deswegen sind die Einwohner stinksauer

Neben der ganzen Freude über die Veranstaltung kritisieren Einwohner die Harley Days in den sozialen Netzwerken aber auch. Malte Siegert, Vorsitzender vom Naturschutzbund Hamburg, sagt:

„Während wir über Themen wie allgemeine Versorgungssicherheit diskutieren und dringend zum Energiesparen aufgefordert werden, scheppern am Wochenende Tausende Motorradfahrende nur zum Spaß durch die Stadt und verpulvern unnötig wertvolle Ressourcen. Sie schaden damit nicht nur dem Klima, sondern durch die Lärm- und Luftbelästigung auch den Menschen und Tieren in der Stadt.“

Auch auf Facebook gibt es Kritik. Eine Frau meint: „Sowas Bescheuertes! Abgesehen davon, warum gerade Harleys, diese stinkenden und lärmenden Protzmaschinen von Midlifecrisis-gequälten reichen alten Männern, die glauben, dass sie mit so einer Maschine so unangepasst wirken! Dann könnte man jetzt wöchentlich ein anderes Event durchziehen: BMW Days, Zündapp Days, Simson Days.“

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Und eine Hamburgerin auf Instagram schreibt: „Großevents, die dafür sorgen, dass halb St. Pauli am liebsten die Stadt verlassen würde: Harley Days und Schlagermove. In Eppendorf würde sowas nie stattfinden, weil alle an die Decke gehen würden und man in dem Fall Rücksicht nehmen würde.“ (dpa/mae)