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Til Schweiger: Ex-Bodyguard (57) ist tot, jetzt packt sein Anwalt aus – „9.000 Euro bezahlen“

Til Schwieger
Til Schweigers ehemaliger Bodyguard, Jan Karras, ist tot. Foto: IMAGO / Eventpress; privat

Es wird viele Tränen geben. Denn am kommenden Sonnabend (17. September) gibt es eine öffentliche Trauerfeier für Jan Karras (†57). Nicht nur Familienmitglieder und Freunde werden dann am Elbdeich an der Stover Rennbahn diesem ungewöhnlichen Mann gedenken, der ganz einsam und allein nachts in einem Hotelzimmer in Uganda starb (MOIN.DE berichtete), sondern es dürfen auch seine Wegbegleiter teilnehmen. Und davon gibt es sehr viele, unter anderem Til Schwieger.

Jan Karras war nicht nur Bodyguard von Til Schweiger, er hatte selbst einige Auftritte in Filmen, stand als Security-Mann an sämtlichen Szeneläden-Türen in Hamburg und machte zuletzt von sich reden, weil er den Hilfsverein „Daiya Kids e.V.“ gegründet hatte

Til Schweiger: Ex-Bodyguard starb an Herzversagen

Nach einem turbulenten Leben, militärischer Waffenausbildung und Einsätzen in Kriegsgebieten schien der Kampfsportler endlich angekommen zu sein. In Uganda wollte er nur Gutes tun, Waisenkindern in den Slums helfen, medizinische Versorgung und Schulunterricht organisieren.

Doch am 15. August starb Jan Karras völlig unerwartet an Herzversagen. Das hat auch die Obduktion ergeben, die vor Ort durchgeführt wurde und bei Ausländern, die in Uganda versterben, Pflicht ist. Jan Karras’ Familie ist über den Verlust so geschockt und gelähmt zugleich, dass sie die schwierige Abwicklung des Rücktransportes ihres „Janni“ nach Hamburg dessen Anwalt Kemal Su überließ.

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„Normalerweise kann so ein Überführungsprozess mehrere Monate dauern. Aber mit der Hilfe eines Anwaltes vor Ort in Uganda gelang es, die Formalitäten schnell auszuführen, innerhalb von zwei Wochen den Leichnam nach Hamburg zu bringen und ihn hier einem Beerdigungsinstitut aus Winsen zu übergeben“, erzählt Kemal Su. „Dafür musste nicht mal jemand nach Uganda reisen.“

So eine Überführung ist sehr teuer. Deshalb hatte der Anwalt zuvor einen Spendenaufruf gestartet. Dem kamen viele von Jan Karras’ Freunden nach. „Wir mussten knapp 9.000 Euro bezahlen, um Jan in seine Heimat Hamburg zu holen“, sagt Kemal Su. „Allerdings 2.000 Euro mehr als normalerweise üblich.“

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Das hat einen kuriosen Hintergrund: Jan Karras war über zwei Meter groß und wog 128 Kilogramm. Er passte nicht in einen gängigen Sarg. Eine Sonderanfertigung wurde noch schnell in Auftrag gegeben. „Am Ende mussten wir nicht nur die Spezialanfertigung des Sargs, sondern auch höhere Flugkosten wegen des größeren Gewichtes zahlen“, erzählt Kemal Su weiter.

Til Schweigers Kumpel Jan Karras ist tod
Jan Karras freute sich über Spenden aus Hamburg für seinen Verein „Daiya Kids“. Die Fußballschuhe kamen vom HSV-Spieler Stephan Ambrosius. Foto: privat

Das ist Til Schweiger:

  • Tilman Valentin Schweiger wurde am 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau geboren, er lebt in Hamburg
  • Seinen Durchbruch erlangte der Schauspieler in den 90er-Jahren durch Filme wie „Manta, Manta“ oder „Der bewegte Mann“
  • In „Inglourious Basterds“ wurde er auch einem internationalen Publikum bekannt
  • Seit 2013 spielt er im Hamburg-„Tatort“ den Kommissar Nick Tschiller
  • Til Schweiger gründete 2004 seine eigene Produktionsfirma Barefoot Films, die Kino-Hits wie „Keinohrhasen“, „Kokowääh“ und „Honig im Kopf“ veröffentlichte
  • Von 1995 bis 2014 war er mit Dana Carlsen verheiratet – die beiden haben vier gemeinsame Kinder: Valentin, Luna, Lilli und Emma

Hilfsverein soll weitergeführt werden

Das Bestattungsinstitut hat Jan Karras nun hergerichtet und verwahrt ihn bis zur Trauerfeier, wo er im offenen Sarg aufgebahrt werden soll, damit alle von ihm Abschied nehmen können. Die spätere Urnenbeisetzung wird ohne die Öffentlichkeit nur im engen Familienkreis vollzogen.

Aber wie geht es jetzt mit Jans Vermächtnis weiter? Wie kommen die Waisenkinder ohne ihren „Muzungu“ (weißer Mann), wie sie ihn liebevoll nannten, klar? „Das wird schwierig ohne Jan, der so viel Herzblut und Zeit investiert hat“, sagt Kemal Su. „Aber alle Beteiligten sind sich einig, dass sein Hilfsverein „Daiya Kids e.V.“ überleben muss. Bis Dezember haben die Kids noch zu essen. Sie sind unglaublich genügsam und mit Reis und Bohnen glücklich. Aber die Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden, damit sie sauberes Trinkwasser und Unterricht bekommen, immer ein sicheres Dach über dem Kopf haben.“

Jan Karras
Hier trägt „Muzungu“ (weißer Mann) die kleine Mary auf seinem Arm. Es war der Tag ihrer Ankunft in dem Waisenhaus, das Jan Karras mitgebaut hatte. Foto: Privat

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Der Plan: Es wird ein Prominenter gesucht, der sich als Schirmherr für den Hilfsverein einsetzt. Zudem wirbt Kemal Su für Mitglieder, die monatlich spenden, um eine solide Basis zu schaffen. „In Uganda kann man mit wenig Geld unglaublich viel bewirken“, sagt Kemal Su. „Zuletzt haben wir 6.000 Obstbäume gepflanzt. Die Menschen sollen schrittweise von uns unabhängig werden und sich selbst versorgen können. Das war Jans größter Wunsch. Den wollen wir ihm erfüllen.“