Aida-Reisende erhält Corona-Diagnose – es folgt ein irre Odyssee! „Wollten uns hier nicht haben“

Eine Aida-Reisende wurde an Bord positiv auf das Corona-Virus getestet (Symbolbild).
Eine Aida-Reisende wurde an Bord positiv auf das Corona-Virus getestet (Symbolbild).
Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie / ZUMA Wire

Gemeinsam mit ihrer Schwester und den Eltern wollte Alissa Großkopf eine Kreuzfahrt mit der Aida unternehmen. Sie sollte ab Mallorca starten und die Familie fuhr schon einige Tage früher auf die spanische Baleareninsel und machte dort Urlaub.

Als es auf das Aida-Schiff gehen sollte, merkte die Studentin, dass es ihr nicht gut ging. „Ich hab mir erstmal nicht so viel dabei gedacht“, sagt Alissa Großkopf in einem Video von „Stern.de“. Sie dachte, sie habe einen Hitzeschlag, weil die Familie zuvor die ganze Zeit am Strand gewesen sei und sie ein bisschen Sonnenbrand habe. Also ging es zunächst an Bord.

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Aida: Studentin meldet sich aus „Isolationskabine“

Im weiteren Verlauf des Videos meldet sich Alissa dann aus der „Isolationskabine“ des Aida-Schiffes. Die 25-Jährige ist Werkstudentin bei „Stern.de“ und hat ihre Erkrankung sowie die anschließende Quarantäne-Odyssee auf Video festgehalten.

Sie erzählt, dass sie in der letzten Nacht gemerkt habe, dass es ihr nicht gut geht und sie Schüttelfrost und Fieber habe. Typische Symptome einer Corona-Erkrankung. „Ich habe mich dann testen lassen im Hospital an Bord“, erzählt Alissa.

„Danach waren meine Schwester und ich auf der Kabine und durften diese erstmal nicht mehr verlassen“. Nach einer Stunde sei das positive Ergebnis da gewesen. Auch ihre Schwester wurde positiv getestet, ihre Eltern „zum Glück“ nicht.

Aida-Passagierin: „Eine komische Erfahrung“

Weiterhin erklärt die Studentin, dass sich die Isolationskabinen auf einem bestimmten Deck auf dem Schiff befänden. Dies sei Teil des Sicherheitskonzeptes von Aida, „dass wir abgeschnitten sein müssen vom Belüftungssystem aller anderen Gäste“.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere

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Sie berichtet, wie der Umzug von ihrer Passagier- in die Isolationskabine ablief: „Vor mir sind zwei Security Officers gelaufen, hinter mir zwei Krankenschwestern und dahinter zwei Leute in Schutzanzügen, die hinter mir hergeputzt haben. Das war schon eine komische Erfahrung“.

Dann seien sie und ihre Schwester später auf eine Balkonkabine umgezogen – wegen des hohen Fiebers und damit sie auch mal frische Luft schnappen können.

Drei Tage an Bord von Aida

Zum Zeitpunkt des positiven Testergebnisses befand sich das Aida-Schiff auf einem Seetag. „Es war relativ lange unklar, wie lange und wo wir hinkommen – auch weil die das auf dem Schiff noch gar nicht wussten“, sagt Alissa.

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Am nächsten Tag machte der Kussmund-Dampfer dann in Cadiz fest. Dort sollten die beiden von Bord gehen. Aber es kam anders. „Die wollen uns hier nicht haben“, berichtet Alissa in einem Video von Tag 2, welches sie weiterhin auf dem Schiff zeigt.

Die Behörden in Cadiz waren nicht damit einverstanden, dass die beiden an Land gebracht werden. Einen Tag später kamen die Schwestern dann in Málaga an und sollten dort gemeinsam mit ihren Eltern von Bord gehen.

Alissa soll das Aida-Schiff verlassen

„Man hat uns gegen 12 Uhr abgeholt. Ich habe noch vom Balkon geguckt, wie der Krankenwagen angefahren kam“, erzählt Alissa. Anschließend sei wieder das Sicherheitsteam gekommen und habe sie zu einem Fahrstuhl gebracht, in dem sie alleine fahren sollte.

„Mir wurde gesagt, ich solle auf Deck 3 fahren, weil da der Ausgang sei“, so Alissa. Doch dann sei sie aus Versehen auf Deck 0 gelandet, „weil zwei Crewmitglieder da den Knopf gedrückt hatten.“

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Als sich dann die Fahrstuhltür öffnete, wollen die beiden einsteigen, doch sie habe sofort „Stop, Stop Stop“ gerufen. Die kurze Begegnung mit den Crewmitgliedern sollte kurze Zeit später Folgen haben.

Begegnung mit Aida-Crewmitgliedern hat Folgen

Einer der Sicherheitsteams sei die Treppe „hinuntergerannt“ gekommen und habe verhindert, dass die Crewmitglieder einsteigen. Für Alissa ging es wieder auf das Isolationsdeck.

Dort angekommen, wurde sie von den Krankenschwestern gefragt, ob sie Kontakt zu anderen gehabt habe. Sie berichtete von dem Vorfall mit den Crewmitgliedern, die anschließend laut der 25-Jährigen wohl auch in Quarantäne mussten und getestet werden sollten.

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„Das hat mich richtig schockiert in dem Moment, weil ich durch Zufall einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort auf irgendwelche Leute gestoßen bin, die jetzt vielleicht auch in Quarantäne müssen“, sagt Alissa.

Schwestern verlassen Aida-Schiff und kommen ins Krankenhaus

Anschließend wurden sie und ihre Schwester zusammen in einen Krankenwagen gesetzt und ins Krankenhaus gebracht. Dort sei nochmal ein PCR-Test gemacht geworden und bei beiden „alle wichtigen Funktionen und Werte“ gecheckt. Das Ende der Quarantäne-Odyssee?

Wie es danach für Alissa, ihre Schwester sowie die Eltern weiterging, wie es der Studentin in der Quarantäne-Unterkunft in Málaga erging und wie emotional es wurde, als die Infektion endlich überstanden war, kannst du >> hier bei „Stern.de“ sehen.

Inzwischen gibt es auch Kreuzfahrten, an denen ausschließlich geimpfte Passagiere teilnehme dürfen. Der Andrang für diese Touren ist gewaltig. Erfahre >>> hier mehr dazu. (mk)