„Mein Schiff“-Gäste verhalten sich dreist – selbst die Crew ist hier machtlos

Auf der „Mein Schiff“ gibt es ein leidiges Thema!
Auf der „Mein Schiff“ gibt es ein leidiges Thema!
Foto: IMAGO / Future Image / privat

Es ist ein Problem, das für Menschen in vielen Tourismus-Regionen einen Klassiker darstellt: Urlauber, die Liegen am Pool mit ihren Handtüchern belegen, um sie so zu „reservieren“. Die „Mein Schiff“-Flotte hat ebenfalls damit zu kämpfen.

Passagierin Nicole Heimann, die aktuell mit der „Mein Schiff 4“ fährt, macht das sauer. „Auf jeder Fahrt wird angekündigt, dass gegen die Reserviererei vorgegangen wird, aber nichts passiert“, erzählt sie gegenüber MOIN.DE. Aber auch die jüngsten Maßnahmen der Crewmitglieder brachten keine Wende.

„Mein Schiff“: Zettel sollen Reservierung der Liegen verhindern

Am Sonntag hätten die Mitarbeiter Zettel verteilt, die das Reservieren der Liegen künftig verhindern sollen, berichtet die Frau in einer Facebook-Gruppe. „Liebe Gäste, aus Rücksicht auf andere Mitreisende, geben wir diese Liege frei, sollte sie in den nächsten 30 Minuten nicht genutzt werden“, steht darauf.

Persönliche Gegenstände, die auf der Liege gelagert werden, können demnach bis abends um 19 Uhr an der Handtuchausgabe bzw. danach an der Rezeption abgeholt werden.

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Das ernüchternde Ergebnis: Am heutigen Montagmorgen seien bereits um 8 Uhr morgens auf der „Mein Schiff 4" wieder sämtliche „schickeren“ Korbmöbel mit Handtüchern reserviert, berichtet Nicole Heimann unserer Redaktion. Auch eine Stunde später werde dieser Zustand weiter geduldet.

Auch einem weiteren Gast an Bord ist das aufgefallen: „Die Crew hat zwar sonntags diese Zettel verteilt – allerdings sehr zögerlich. Offen gestanden ist das nicht sehr verwunderlich und vermutlich der undankbarste Job auf dem Schiff“, berichtet der Passagier gegenüber MOIN.DE. Dennoch bleibt er positiv: „Die Crew hat insgesamt einen großartigen Job gemacht.“ Das Schiff sei groß genug, um einen Platz zu finden.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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„Mein Schiff“-Crew ist machtlos gegen Verhalten der Gäste

Nicole Heimann sieht das etwas anders. Sie hat sich an der Rezeption beschwert und gefragt, „warum schon wieder alle Loungemöbel seit 8 Uhr mit Handtüchern belegt sind und seit zwei Stunden keine Gäste da sind“. Die Antwort: „Man sei machtlos, man könne das den Gästen nicht beibringen.“

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Nicole Heimann bedauert das sehr. „‚Mein Schiff‘ ist wirklich ein schönes Produkt, aber das ist echt ärgerlich“, sagt sie. Vor der Corona-Pandemie habe sie rund sechs Kreuzfahrten pro Jahr ausschließlich mit internationalen Reedereien wie Norwegian Cruise Line oder Royal Caribbean gemacht.

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„Dort ist diese Reserviererei nicht üblich und wird nicht geduldet“, so die Frau.

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Aus diesem Grund will sie jetzt einen drastischen Schritt gehen: „Mich ärgert das und ich werde nicht mehr mit ‚Mein Schiff‘ fahren, obwohl die Schiffe und der Service toll sind.“ (mk)