„Mein Schiff“-Kunde hat die Schnauze voll: „Durch mit denen“

Ein „Mein Schiff“ liegt vor Palma de Mallorca auf Anker.
Ein „Mein Schiff“ liegt vor Palma de Mallorca auf Anker.
Foto: IMAGO / ZUMA Wir

Kreuzfahrt-Unternehmen wie „Mein Schiff“ und Aida haben viele Möglichkeiten geschaffen, wenn es um Stornierungen und Umbuchungen in Corona-Zeiten geht. Doch was ist eigentlich mit Menschen, die ihre Reise vor der Corona-Pandemie gebucht haben?

Mittlerweile mag man es kaum noch glauben, aber vor 1,5 Jahren noch waren Reisen mit der „Mein Schiff“ und Aida ohne Corona-Tests und mit uneingeschränkten Landgängen möglich. Auch eine Familie aus Baden-Württemberg freute sich auf so eine Reise und buchte 2019 eine Mallorca-Tour für mehrere Tausend Euro. Dann kam die Pandemie.

Sreit mit „Mein Schiff“

MOIN.DE hat mit dem Familienvater gesprochen, der anonym bleiben möchte. Denn aus der gebuchten Reise entwickelte sich ein Streit, der ihn glauben machte, das Ganze könne nur per Anwalt zwischen ihm und Tui Cruises geklärt werden.

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Die 2019 zu Vor-Pandemie-Konditionen gebuchte Mallorca-Reise der Familie wurde laut Angaben des Vaters 2020 wegen Covid-19 verschoben. Die Kreuzfahrtbranche stellte damals ihren Betrieb monatelang komplett ein. Im Laufe des Jahres 2021 besserte sich die Lage dann wieder und Mallorca-Touren sind seit einigen Wochen wieder möglich.

Somit findet auch die 2019 gebuchte Reise der Familie in 2021 statt. Doch die will mittlerweile nicht mehr. „Wir haben 2019 ohne Corona gebucht zu ganz anderen Konditionen. Jetzt müssen wir einen Corona-Test machen, können an Land nur mit geführten Ausflügen unterwegs sein, die wir selbst zahlen müssen. Ich wollte raus aus der Buchung, wir haben unter anderen Bedingungen gebucht. Und Mallorca wird vielleicht noch Hochinzidenzgebiet. Man muss daheim in Quarantäne“, so der Familienvater zu MOIN.DE.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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„Mein Schiff“ soll stur gewesen sein

Hinzu kommt das generelle Ansteckungs-Risiko. Aktuell gilt Mallorca noch als Risikogebiet. Die Familie setzte alle Hebel in Gang, um eine kostenlose Stornierung zu erreichen. Normalerweise sind bei Stornierungen mindestens 25 Prozent fällig. Bei einem Fahrpreis von mehreren Tausend Euro viel Geld.

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Laut Angaben des Vaters habe sich Tui Cruises gesträubt. „Die schalten völlig auf stur“, sagt er. Er habe zwar Verständnis dafür, dass die Schiffe gefüllt werden müssen, aber eine Kreuzfahrt in Corona-Zeiten will die Familie nun mal nicht machen. Man habe schließlich davor gebucht, als es noch das alte Leben und normale Kreuzfahrten gab.

Es folgte eine längere Auseinandersetzung zwischen dem Mann und Tui Cruises. Er rechnete damit, einen Anwalt einschalten zu müssen. Sowohl online als auch am Telefon erreichte der Vater laut seinen Angaben lange keine Einigung, bis dann das Reisebüro doch irgendwann stornierte. Von dort will er erfahren haben, dass es sehr vielen Mallorca-Kreuzfahrern ähnlich geht, die ihre Reise ebenfalls nicht mehr antreten wollen.

„Mein Schiff“ äußert sich

MOIN.DE hat bei Tui Cruises nachfragt, wie mit solchen Urlaubern verfahren wird. „Spanien und damit auch Mallorca ist ja seit dem 11. Juli als Risikogebiet eingestuft. Seitdem bieten wir Gästen, die ihre Reisepläne vor diesem Hintergrund noch kurzfristig ändern wollen, eine kostenfreie Umbuchung auf eine andere Reise an“, sagt Sprecherin Godja Sönnichsen.

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Falls Gäste keinen alternativen Reisetermin finden würden, „finden wir eine individuelle Lösung“. Laut Sönnichsen würden sich die Mallorca-Stornierungen bislang auf niedrigem Niveau befinden.

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Die Familie hat auch auf eine andere Corona-Reise keine Lust gehabt. „Das macht jetzt keinen Sinn“, sagt der Familienvater. Und nach dem Stress mit Tui Cruises sei er „durch mit denen“. (rg)