Aida: Mann fährt jahrelang mit den Schiffen auf See – deswegen wird er jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt

Betrug an Bord der Aida: Nun sprach das Amtsgericht Eutin ein Urteil.
Betrug an Bord der Aida: Nun sprach das Amtsgericht Eutin ein Urteil.
Foto: IMAGO / Agentur 54 Grad und IMAGO / penofoto

Aktuell erscheint die Reederei Aida medial fast nur im Kontext mit Corona. Von anfänglichen Fahrausfällen bis hin zum kompletten Stopp. Aktuell fahren die Schiffe wie die Konkurrenzflotte von „Mein Schiff“ nur um die Kanaren.

Doch nun kommt eine Meldung, die rein gar nichts mit der Pandemie zu tun hat. Auf den Aida-Schiffen kam es nämlich zum Betrug.

Aida: Polizeibeamter arbeitete an Bord, obwohl er das gar nicht durfte

Als Security Officer sorgt man generell für Ordnung und Sicherheit. Kann es trotzdem sein, dass manche die urlaubsgleiche Situation, trotz beruflicher Verantwortung, zu ihren Vorteil ausnutzen? Genau das soll ein 42-Jähriger Polizist aus Ostholstein getan haben.

Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, heuerte Karsten S. (Name geändert) vor einigen Jahren bei der Reederei Aida Cruises als Security Officer an und kassierte 4.250 Euro im Monat. Ja und? Denken sich die meisten jetzt bestimmt.

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Einen Haken hat die ganze Sache aber: Zu diesem Zeitpunkt war der 42-Jährige noch als Polizeibeamter beim Land Schleswig-Holstein angestellt. Trotz der aktuellen Möglichkeit des Homeoffice vielerorts, konnte er sich natürlich nicht zweiteilen. Der Twist: Vom Land Schleswig-Holstein wurde er als dienstunfähig eingestuft und erhielt weiterhin eine Besoldung.

Der Polizeibeamte verletzte sich anscheinend bei einem Polizeieinsatz. Und seitdem bezog er knapp 125.000 Euro vom Land, obwohl er gar nicht mehr als Polizist tätig war. Die Frage nach der Dienstfähigkeit wurde während der Gerichtsverhandlung jedenfalls nicht geklärt, da die Prüfung aufwendige Sachverständigengutachten verlangen würde.

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Aida: Betrüger wird entlarvt

Allerdings deuten einige Beweise gegen die Dienstunfähigkeit. Beispielsweise soll der Beschuldigte beim Seetauglichkeitstest im Jahr 2014 selbst ausgesagt haben „keinerlei Beschwerden oder Einschränkungen“ bewusst zu sein, hält ihm die Strafrichterin Anja Farries vor.

Dieser entgegnete aber, dass die Beschreibung der Tätigkeit gar nicht der Realität entspräche. Er wäre die meiste Zeit nur vor dem Computer gesessen: „Vielleicht musste man mal kommen, um einem Gast zu erklären, dass er eine Flasche Alkohol nicht mit an Bord nehmen darf. Das war’s aber auch schon“, erzählt er.

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Zumindest sein Arbeitgeber soll nichts von dem Job an Bord gewusst haben. Die Rede war ausschließlich von einer Nebentätigkeit

Der Beschuldigte beschrieb die Tätigkeit nicht wahrheitsgemäß und versicherte, dass er höchstens acht Stunden die Woche für 450 Euro im Monat arbeitete. Dabei soll er Sicherheitskonzepte für verschiedene Reedereien erstellt haben.

Aida: Betrüger wird zu Haftstrafe verurteilt

Dafür erhielt er nun den Denkzettel. Die Richterin stellt fest: „Sie haben das Land beschissen“. Der Angeklagte soll nämlich gewusst haben, dass die tatsächliche Nebentätigkeit in diesem Ausmaß nie genehmigt worden wäre.

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Zum Schluss räumt der Polizeibeamte selbst ein, dass er die Nebentätigkeit nicht ordnungsgemäß angezeigt habe. Wie die „OZ“ berichtet, hat das Schöffengericht Eutin den Ostholsteiner zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung verurteilt. (pag)