Bremen: Tierklinik im Umland am Limit – dann kommt es zu einem krassen Vorfall

In einer Tierklinik bei Bremen ist eine Situation eskaliert (Symbolbild).
In einer Tierklinik bei Bremen ist eine Situation eskaliert (Symbolbild).
Foto: picture alliance / Zoonar | Csaba Deli

Ein unglaublicher Zwischenfall hat sich vor Kurzem in der Nähe der Hansestadt Bremen abgespielt.

Im niedersächsischen Ort Sottrum, rund 35 Kilometer von Bremen entfernt, berichtet eine Klinik für Kleintiere über erschreckende Szenen.

Bremen: Beleidigungen gegen Tierarzt-Helferin

Den Fall beschreiben die Betroffenen in einem ausführlichen Text auf der Webseite der Klinik. Am 27. Dezember sei demnach um 22 Uhr eine Katze wegen eines möglichen Fremdkörpers im Magen-Darm-Trakt vorbeigebracht worden.

Nur kurze Zeit später soll die tiermedizinische Fachangestellte von der Halterin wüst beschimpft worden sein. „Unsere Kollegin ist von einem solchen Umgang sprachlos, geschockt und gekränkt“, heißt es.

Die Behandlung sei zunächst weitergeführt worden. Die Tierärztin konnte den Fremdkörper ausfindig machen und die Katze chirurgisch versorgen. Am folgenden Tag zeigte sich die Besitzerin zunächst freundlich und dankbar.

Die Katze, die zusätzlich jedoch an einer chronischen Nierenerkrankung litt, musste noch einige Tage in der Klinik verbringen. In dieser Zeit seien weitere Gespräche mit der Besitzerin erfolgt. „Die Gesprächsform ist sachlich, bislang ist der Umgang vertretbar“, wird berichtet.

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Das ist Bremen:

  • Die Stadtgemeinde Bremen ist die Hauptstadt des Landes Freie Hansestadt Bremen
  • Zu dem Zwei-Städte-Staat gehört noch die 53 Kilometer nördlich gelegene Stadtgemeinde Bremerhaven
  • Die Stadt Bremen ist die elftgrößte Stadt in Deutschland
  • Sie liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 60 Fluss-Kilometer vor deren Mündung in die Nordsee

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Am 31. Dezember liefen in der Klinik dann die Leitungen heiß. „Das Telefon steht keine fünf Minuten still“, heißt es. Viele Anrufer hätten Fragen, die sich nicht auf die Schnelle beantworten ließen. Für dringende Notfälle sei das Personal in dieser Zeit nicht erreichbar, mahnt die Klinik.

„Es sind noch viele Patienten zu versorgen, es ist ein Marathon zwischen ambulanter Behandlung, Intensivpatienten auf der Station, Telefongesprächen und E-Mail-Schreibenden, die sich nicht vorstellen können, warum man im Notdienst nicht prompt antworten kann“, beschreiben die Tierhelfer.

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Viele Halter seien zudem mit „Lappalien“ ihrer Tiere vorbeigekommen. Ein Junghund etwa hätte einen wackelnden Milchzahn, ein anderes Tier Bauchgrummeln.

An einem Stoßtag wie Silvester ist das für die Tierärzte und ihre Helfer nicht nachvollziehbar, denn es gibt genug Kleintiere, die dringend medizinische Versorgung benötigen.

Bremen: Besitzerin attackiert Klinik-Personal

Auch der nächste Tag sei ähnlich weitergegangen. Im Laufe des Tages meldete sich zudem die Besitzerin der Katze. Achtmal habe sie angerufen, Fotos des Tieres und seiner Wunde geschickt. Schließlich wurde sie gebeten, noch einmal die Klinik aufzusuchen.

Vor Ort konnten die Ärzte keine Beeinträchtigung der Wundheilung feststellen. Bei einer Untersuchung sei das Tier unruhig geworden und hätte von den Helfern fachmännisch gesichert werden müssen. Nur so konnte sie das Tier und die Personen in der Nähe ausreichend schützen.

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Dann plötzlich sei die Besitzerin handgreiflich geworden. „Zum Glück ist keiner großartig verletzt, doch die Sorge vor erneuter Eskalation ist groß. Damit ist die Behandlung beendet. Die Besitzerin wird herausgebeten“, berichtet die Klinik. Mit ihrem Lebensgefährten sei die Frau schließlich davongefahren.

Die Tierärzte erstatteten daraufhin Anzeige bei der Polizei. „Der Großteil der Besitzer ist nett, verständnisvoll und wertschätzend. Doch es braucht nur einen Menschen, der das alles zu Nichte macht. Die Kolleginnen sind geschockt.“

Und weiter mahnen die Helfer: „Wenn wir nicht riskieren wollen, dass Niedersachsen eine weitere Klinik im Notdienst verliert, muss sich was ändern. Solche Situationen kannten wir früher nicht, sowas ist in 20 Jahren an diesem Standort nicht vorgekommen. Mit zunehmend angespannter Notdienstsituation zeigen sich mehr Menschen, die ihr Benehmen schlichtweg nicht im Griff haben. Dieser Fall hat gezeigt, wozu das führen kann, wenn wir nicht frühzeitig eingreifen.“

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Bleibt zu hoffen, dass die Tierhelfer im angebrochenen Jahr keine weiteren schockierenden Zwischenfälle erleben müssen und Halter trotz Aufregung und Sorge um ihre Tiere, ihre Umgangsformen im Griff behalten. (mik)