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Camping auf Fehmarn: Beliebter Platz erwartet Ansturm – doch wer da kommen soll, gefällt nicht jedem

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Camping auf Fehmarn: Stellplätze am Meer sind begehrt. Foto: IMAGO / imagebroker

Es war ein großes Ding, als Jens Köhler und Johannes Vieten aus Hamburg einen Camping-Platz auf Fehmarn übernahmen. Der runtergekommene Platz an der Ostsee war schon lange insolvent.

Die Dauercamper vor Ort waren dementsprechend froh, als er gerettet wurde. Allerdings überlegten sich die beiden Camping-Fans auf Fehmarn auch ein neues Konzept für den Camping-Platz.

Camping auf Fehmarn mit ganz neuem Konzept

Und das hatte für so manch einen Dauercamper einen Nachteil. Denn um die Investitionskosten wieder reinzuholen, wurden die beliebten Stellplätze direkt am Meer auf Fehmarn zu Deluxe-Plätzen erklärt.

Das hatte zur Folge, dass so manch ein Stammgast umziehen musste. Neue, junge, zahlungskräftige Kundschaft hat sich seitdem stattdessen an den begehrten Plätzen an der Ostsee niedergelassen.

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„Wir sind auch ins Dauercamper-Ghetto umgesiedelt worden. Nun fühlen wir uns etwas wie Außenseiter. Auch, weil wir weder Tattoos noch die richtigen Mützen haben“, erzählt ein Dauercamper dem „Spiegel“.

Letztlich könne er die Entscheidung der neuen Besitzer im wirtschaftlichen Sinne aber verstehen. „An ihrer Stelle hätte ich die alten Säcke auch nach hinten verfrachtet und die Preise auf den besten Stellplätzen angehoben.“

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Für die Dauercamper hatten die neuen Betreiber sogar eine Sprechstunde eingerichtet, um ihnen alles zu erklären.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.
  • 2020 gab es in Deutschland 2.862 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 209.000 Stellplätzen.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden auf deutschen Campingplätzen etwa 34 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Davon waren etwa 2,2 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Die Hälfte dieser Übernachtungen wurde dabei von Niederländern getätigt, gefolgt von Gästen aus der Schweiz und aus Belgien.
  • Etwa sieben Prozent der Ausländer wählen bei einem Besuch in Deutschland einen Campingplatz als Unterkunftsform.

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Camping auf Fehmarn:

Viel dreht sich auf dem Ahoi-Camping-Platz mittlerweile ums Surfen oder Kiten, vor allem am Wochenende. Die neuen, hippen Gäste werden von den alteingesessenen kritisch beäugt. „Wir sind jetzt schon seit einer Woche hier und hatten den Platz fast ganz für uns allein. Bis am Freitag plötzlich lauter Lifestyle-Camper mit ihren Kindern angekommen sind“, heißt es von einem Gast zum „Spiegel„.

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Eine Nacht auf den Deluxe-Plätzen kostet 47 Euro, das muss man sich leisten können.

Dafür aber ist alles neu im Ahoi. Der Platz wurde von Grund auf saniert, kommt ohne lästige Marken aus, dank online-check-inn kann man kommen, wann man will.

Der alte Imbiss wurde aber erhalten. Es soll ja nicht alles verloren gehen vom Flair des einst insolventen Platzes. (rg)