Camping: Mann hängt alles an den Nagel – nur für DIESEN Moment

Kite-Lehrer Ronny hat sich einen Traum erfüllt.
Kite-Lehrer Ronny hat sich einen Traum erfüllt.
Foto: picture alliance / Michael Narten | NDR Screenshot

Wer sich für ein Leben auf dem Camping-Platz entscheidet, verzichtet dabei auch auf viele Bequemlichkeiten. Oft bleiben zum kochen, arbeiten und schlafen nur wenige Quadratmeter. Im Wohnmobil oder Camper ist nur Platz für das Nötigste.

Genau für dieses Leben hat sich Camping-Fan Ronny entschieden. Für ihn ist der Minimalismus und der Alltag in der Natur genau das Richtige. Seit einigen Jahren schon lebt er auf dem Platz Neuharlingersiel an der Nordsee. Seine Arbeit führt ihn dabei jeden Tag ins Meer.

Camping: Kite-Lehrer erfüllt sich seinen Traum

Denn der 40-Jährige ist Kitesurf-Lehrer. Seit 15 Jahren steht er selbst auf dem Bord und hat für seinen Traum das alte Leben als KFZ-Mechatroniker an den Nagel gehangen.

„Es ist dieser einfache Stil und das Leben auf geringstem Niveau. Wir brauchen nicht viel. Wir haben ganz wenig und sind damit glücklich“, erzählt Ronny in der ARD-Sendung „Verrückt nach Camping“. Zusammen mit seiner Wohnwagen-Mitbewohnerin Lena lebt der Sportler von einem Tag in den nächsten.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten.
  • Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans.
  • Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.

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Nur wenige Meter von ihrem Camp entfernt liegt, direkt am Meer, der Arbeitsplatz von Lena und Ronny: Die Surfschule. Ihr ständiger Begleiter ist der Wind: Jeden Morgen checken die beiden zuerst den Windbericht, um abzuschätzen, ob sie mit den Schülern nicht nur an Land sondern auch zu Wasser üben können.

Camping: Vom Platz direkt ins Meer

An diesem Tag wird es knapp. 10 Knoten lautet die Vorhersage. Das reicht gerade einmal so, um die Lenkdrachen in die Luft zu bringen. „Könnte ein guter Tag werden“, ist Ronny optimistisch. „Wind ist das erste Wort, das wir in den Mund nehmen, weil wir den brauchen, damit wir leben können.“

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Nach einer Einteilung der Schüler geht es auch schon los. Zunächst werden die Urlauber mit dem Material vertraut gemacht. Viel Equipment wird benötigt, um mit den Kites später über das Meer zu brausen.

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Wildcampen in Deutschland: Erlaubt? Verboten?

  • Die rechtliche Lage rund ums Wildcampen ist in Deutschland unübersichtlich. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Gesetze und Richtlinien.
  • In Paragraph 59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist geregelt, dass „das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung“ allen gestattet ist.
  • Das Betreten des Waldes richtet sich wiederum nach dem Bundeswaldgesetz. Dort ist einheitlich geregelt, dass laut Paragraph 14 „das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung“ gestattet ist – die Länder regeln aber die Einzelheiten.
  • Darunter fällt dann auch das Zelten und Übernachten außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen.
  • Naturschutzgebiete, Naturreservoirs, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete haben eine Ausnahmestellung. In der Regel ist Wildcampen in solchen Gebieten strikt verboten.
  • Wird dagegen verstoßen, drohen hohe Bußgelder.

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Schon wenig später sollen es die Schüler versuchen. Mit Neoprenanzügen, Helmen und Trapezen ausgestattet, geht es für sie in die Nordsee. Doch dann die Enttäuschung: Der Wind flaut gen Abend ab, der Kite hält sich nicht in der Luft. Für heute war es das mit Unterricht.

Camping: Mit dem Kite der Sonne entgegen

Doch für Ronny kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Es gibt keine bessere Belohnung, auch wenn jetzt kein Wind ist, als diesen geilen Sonnenuntergang“, sagt er mit Blick auf die strahlende Nordsee.

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Dann wird es plötzlich hektisch. Der Wind zieht noch einmal an, liegt jetzt bei 15 Knoten. Für Ronny muss es ganz schnell gehen. Fix in den Neoprenanzug und ab auf's Wasser. „Ich kite jetzt nochmal der Sonne entgegen um einfach danke zu sagen für den geilen Tag“ . Es sind Momente wie diese, in denen der 40-Jährige seine Entscheidung für das Camping-Leben keine Sekunde bereut.

>> Hier kannst du die ganze Folge „Verrückt nach Camping“ in der Mediathek anschauen. (mik)