Fehmarn: Mann macht seinem Ärger Luft – und entfacht damit eine heftige Diskussion

Strandpromenade in Burg auf Fehmarn.
Strandpromenade in Burg auf Fehmarn.
Foto: picture alliance / Zoonar

Tiere scheinen auf der Insel Fehmarn aktuell ein beliebtes Thema zu sein. Erst kürzlich berichtete ein Bäcker von einer besonderen Beobachtung während seiner täglichen „Brötchentour“ (MOIN.DE berichtete).

Ein anderer Mann erzählt bei Facebook von einer weniger schönen Tatsache. „Das Problem der Saatkrähen in Burg in der Bahnhofstraße und im Stadtpark wird immer dramatischer“. Die Vogelart hat sich nämlich mit zahleichen Nestern auf Fehmarn breitgemacht.

Fehmarn: Saatkrähen nisten im Stadtpark

In seinem Beitrag beschwert sich der Mann über die zunehmende Zahl an Krähen im Stadtpark und in der Bahnhofstraße. Demnach seien sogar einige Menschen aufgrund des Problems bereits weggezogen. Neben dem Lärm, der durch die Tiere entstehe, seien Bürgersteige, Autos, Parkanlagen und Häuser voll von Kot.

„Es muss dringend etwas unternommen werden, sonst entstehen große Schäden für die Stadt und deren Einwohner“, schreibt der Anwohner. Einige Fehmaraner sind derselben Meinung. „Die Bürgersteige sehen wirklich richtig schlimm aus! Das ist mir auch aufgefallen. Man sieht ja kaum noch den Teerboden“, beschreibt eine Frau die Situation.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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„In der Mühlenstraße am Parkplatz West sind inzwischen auch viele Nester! Die Krähen sind laut und frech. Man muss sehr aufpassen, dass sie nicht auch noch ans Vogelhaus kommen“, kommentiert eine andere Anwohnerin.

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Doch es gibt auch zahlreiche gegensätzliche Stimmen, die sich für den Naturschutz und die Krähen einsetzen. „Ja, die Verkotung durch die Vögel ist alles andere als schön. Aber trotzdem sind es tolle und sehr intelligente Tiere. Ich liebe es, abends im Park zu beobachten, wie sie ihre ,Gute-Nacht-Runde’ über den Park fliegen, auch wenn sie dabei ziemlich laut sind“, meint eine Frau.

„Seit Jahrzehnten sind sie da und nun auf einmal stören sie. Ich persönlich erfreue mich immer wieder, wenn sie abends im Schwarm in den Park zurück kommen. Super schön“, schreibt ein Mann.

Ein Fehmaraner findet wohl die passendsten Worte für das Problem: „So is dat, wenn man op n Land leeven deit“, schreibt er und bekommt dafür viel Zuspruch.

Fehmarn: Rabenvögel aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt

Tatsächlich stehen Rabenvögel unter Naturschutz. Es ist daher verboten, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Nist- und Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. „Da Schleswig-Holstein Brutverbreitungsschwerpunkt für die Saatkrähe ist, übernimmt es eine besondere Verantwortung für den Artenschutz“, heißt es auf der Seite des Kreises Ostholstein.

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Zudem trage der Mensch dazu bei, dass der natürliche Lebensraum der Vögel wie Hecken, Wälder und Grünland immer weniger als nutzbar wird. So treibt es Aaskrähen, Saatkrägen, Dohlen und Elstern immer weiter in besiedelte Gebiete, wo ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. (mik)