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Fehmarn: Tausende Soldaten vor der Küste gesichtet – das bereitet Bauchschmerzen

Vor Fehmarn ist aktuell der größte Kampfverband seit Ende des kalten Krieges zu sehen. Diese Worte wecken nicht nur düstere Erinnerungen, sondern sorgen bei manchen auch für ein flaues Gefühl in der Magengegend – mindestens.

Schaulustigen in Puttgarden auf Fehmarn bot sich ein düsterer Anblick, denn die US Navy fährt groß auf. Und das, nachdem erst vor wenigen Tagen russische U-Boote in der Gegend gesichtet wurden (>>> wir berichteten).

Fehmarn: „Maritime Streitmacht“

Von einer „maritimen Streitmacht“ berichtet der NDR, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr vor deutschen Küsten zu sehen war.

Der Fehmarnbelt ist eine wichtige Querung in die westlichen Ausläufer der Ostsee vor der Küste Schleswig-Holsteins und neben Kanälen in Dänemark eine direkte Verbindung von Nordsee und Ostsee.


Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

Das gigantische Kampfschiff „USS Kearsarge“, das auch für amphibische Operationen gedacht ist, fuhr am Dienstagabend, den 2. August, durch die Meerenge – gefolgt von weiteren Schiffen.

Das Docklandungsschiff „USS Arlington“ folgte, wenige Tage zuvor war die „Gunston Hall“ über die Ostsee gekommen.

Die „USS Kearsage“ vor Fehmarn. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | U.S. Navy

Fehmarn: „Kontrollierte Eskalation“

An Bord des Flottenverbandes: Insgesamt 4.000 US-Soldaten, Hubschrauber-Piloten, Marine-Infanteristen, Ärzte und Strategen.

Von einer „Botschaft“ und einer „kontrollierten Eskalation“ ist die Rede. Sebastian Bruns, Experte für Marinestrategien und Seestreitkräfte am Kieler Institut für Sicherheitspolitik (ISPK), wählte diese Worte.

Gegenüber dem NDR gab er an, die Botschaft bestehe darin, Schweden, Finnland, sowie die baltischen Staaten aus Sicht der Vereinigten Staaten vor russischen Bedrohungen zu schützen.


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Fehmarn: Reaktion auf russische U-Boote

Das Ganze ist allerdings auch als Reaktion zu sehen, immerhin hatte die russische Föderation im Juli zwei Atom-U-Boote in die Ostsee geholt.

„Das ist Teil der neuen Strategie der US-Navy“, meint Bruns. „Die Amerikaner wollen weniger berechenbar sein“. Also Reaktions-Möglichkeiten sowie Stärke demonstrieren.

Denn die baltischen Staaten fürchten, als Angriffsziele in den Fokus Russlands zu rücken. Insbesondere Schweden und Finnland sind nicht erst nach dem positiven NATO-Beitritts-Votum des US-Senats massiven Drohungen ausgesetzt.

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Dennoch ist sich Bruns sicher: Niemand habe Interesse an einer bewaffneten Auseinandersetzung im Ostseeraum. Auch deutsche Offiziere meldeten, die russische Marine sei sehr darauf bedacht, keine roten Linien zu überschreiten, wie der NDR berichtet.

Dennoch dürften die Bewegungen vor Fehmarn so manch einem echte Bauchschmerzen bereiten. (wip)