Flensburg: Diese Entscheidung sorgt für Unverständnis – „Katastrophale Neuigkeit“

Robin Grützmacher
Eine Entscheidung aus Flensburg hat für Frust gesorgt.
Eine Entscheidung aus Flensburg hat für Frust gesorgt.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen & IMAGO / YAY Images

Was verbinden Menschen mit Flensburg? Bei den Einheimischen würden die Antworten wohl sehr divers ausfallen, bei Auswärtigen hingegen viele an die Kraftfahrzeug-Bundesamt denken, wo die Punkte für's Blitzen und Co. gesammelt werden.

Und es gibt noch eine Sache: Die Flensburger Brauerei! Denn das Bier aus der Fördestadt Flensburg, das gibt es überall in Deutschland zu kaufen und ist sehr bekannt.

Flensburg: Brauerei im Herzen der Stadt

Passend dazu befindet sich der Sitz der Brauerei im Herzen der Stadt. Von der Autobahn aus kommend sieht man bei der Reise ins Zentrum das berühmte Emblem neben der Straße an einer Hauswand.

Doch in der Stadt an der dänischen Grenze hat sich im wahrsten Sinne des Wortes etwas zusammengebraut: Die Flensburger Brauerei will nämlich ihr neues Logistikzentrum nicht in der Stadt bauen – und diese dorthin verlagern!

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Lange war dafür erst ein Gelände in der Flensburger Westerallee im Gespräch. Gegen die gab es allerdings erhebliche Bedenken von Einheimischen, eine Bürgerinitiative gründete sich.

Hammer in Flensburg

Nun folgte der regelrechte Hammer: Die Flensburger Brauerei verkündete, dass das neue Logistik-Zentrum stattdessen in Schleswig gebaut wird, was ungefähr 40 Kilometer entfernt liegt.

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Die Widerstände aus der Bevölkerung gegen die Pläne an der Westerallee in Flensburg wurden dem Unternehmen zu viel, dadurch sei es schon zu Verzögerungen gekommen. Deswegen also Schleswig, wo man sich natürlich über den Zuwachs freut, während sich in Flensburg viele ärgern.

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Von der Bürgerinitiative heißt es: „Es ist zu kurz gedacht, der Bürgerinitiative heute die alleinige Verantwortung für die Entscheidung der Brauerei, die Logistik in Schleswig anzusiedeln, zuschieben zu wollen. Die Inszenierung der Brauerei in einer Art Opferrolle wird der Sache nicht gerecht. Nicht die Bürgerinitiative hat eine Planung vorgelegt, die offensichtlich keine rechtssichere Basis für eine Unternehmensansiedlung sein konnte.“

Die Initiative hätte das Zentrum gerne an einem alternativen Standort fernab der Westerallee in Flensburg untergebracht. Doch daraus wird nun nichts.

Flensburg: Kritik aus der Politik

Kritik kommt auch aus der Politik. „Der Weggang der Logistik der Flensburger Brauerei ist eine katastrophale Neuigkeit. Ich bin fassungslos, dass das nun von der Rathausspitze als Erfolg für die Region verkauft wird.

Ich frage mich, wie man einen so niedrigen Anspruch an die Ergebnisse der eigenen Arbeit haben kann“, sagt Kay Richert von der FDP-Landtagsfraktion.

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Er verweist zudem darauf, dass schon vor zwei Jahren das Unternehmen „Queisser Pharma“ mit seiner Lagerlogistik Flensburg verlassen habe.