Flensburg: Ekelhafte Szene im Lidl – „Da fehlen mir die Worte“

In einem Lidl in Flensburg hat eine Frau eine widerliche Begegnung erlebt (Symbolbild).
In einem Lidl in Flensburg hat eine Frau eine widerliche Begegnung erlebt (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Nach einer Fitness-Einheit ging eine Frau mit ihrem Partner – beide noch in Sportklamotten – in einen Lidl in Flensubrg-Exe. Mit dem, was dann passierte, hätte sie nicht gerechnet.

Was sie im Lidl erlebte, beschreibt die Frau aus Flensburg als „peinlich und ekelhaft“. Und genau deshalb teilt sie ihre Geschichte.

Flensburg: „Riesen-Eskalation im Lidl“

Das zog offensichtlich die Aufmerksamkeit eines anderen Kunden auf sich, der die Frau mit seinem Handy von hinten fotografierte. Darauf wurde sie erst aufmerksam, als eine andere Frau den Mann laut darauf ansprach.

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Der Mann „fing an zu zittern und versuchte sich zu rechtfertigen“, erzählt die Betroffene. Seine Aussage: Die Frau „sei selber Schuld das sowas passiert“, wenn sie in Sportklamotten unterwegs sei. Der Freund der Kundin schaltete sich ein, was dann zu einer „Riesen-Eskalation im Lidl“ führte.

Schließlich schritt die Filialleitung ein, löste sie Situation und sah, wie der Mann das Foto von seinem Handy löschte. „Leider war ich in diesem Moment so aufgewühlt und perplex, dass ich keine Anzeige gemacht habe“, bedauert sie.

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Trotzdem möchte sie die Geschichte teilen, andere Menschen darauf aufmerksam machen und klarstellen: „Keine Frau der Welt muss sich schuldig oder unwohl fühlen, weil sie das trägt, worin sie sich wohlfühlt.“ Sie ruft alle anderen auf: „Setzt euch ein, wenn ihr so etwas seht!“

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Kleidung sei niemals eine Aufforderung, eine Frau zu berühren oder Fotos von ihr zu machen. Die Menschen unter dem Post zeigen sich fassungslos über den Vorfall.

Flensburg: „Kranke Welt“

„Da fehlen mir die Worte“, „kranke Welt“ und „echt traurig“, ist unter anderem zu lesen. „Widerlich“, schreibt eine Frau. „Insbesondere, dass ein Mann mal wieder meint, der Frau die Schuld für sein beschissenes Verhalten zu geben“, fügt sie hinzu.

Eine andere Frau berichtet, dass ihr in diesem Sommer Ähnliches widerfahren sei. Sie sei am Strand gefilmt und fotografiert worden. Doch wie ist überhaupt die Rechtslage in solchen Fällen? Ziemlich eindeutig!

„Gemäß § 201a StGB machen sich Personen, welche Fotos von anderen aufnehmen, strafbar, wenn diese unerlaubt hergestellt oder verbreitet werden“, heißt es auf dem Ratgeberportal „Anwalt.org“. Der Mann aus der Lidl-Filiale hat sich also strafbar gemacht.

Menschen aus Flensburg raten zur Anzeige

Kann seine Handlung nachgewiesen werden, muss er mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Mindestens mit einer Geldstrafe und maximal mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

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„Welches Strafmaß dabei im Einzelnen droht, hängt von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab“, heißt es auf dem Rechtsportal. Da die Frau aber weder den Namen des Mannes noch sonstige Informationen über ihn hat, gestaltet sich das Ganze im Nachhinein nicht mehr so einfach.

Dennoch ermutigen viele Leute sie, trotzdem zur Polizei zu gehen. „Bring es zur Anzeige, vielleicht meldet die Zeugin sich ja“, schlägt eine Frau vor. Eine andere Flensburgerin stimmt dem zu und rät, bei Lidl nach den Kameraaufzeichnungen zu fragen.

Ein Mann bringt einen weiteren, wichtigen Punkt zur Sprache: „Es geht auch um die Statistik“, schreibt er. „Alles melden, es ist wichtig“, fügt er hinzu. Und: „Keine Frau sollte sowas erleben.“ Damit hat er ein passendes Schlusswort gefunden. (lh)