Flensburg: Supermarkt-Mitarbeiterin richtet flammenden Appell an alle Kunden – „Mit den Nerven am Ende“

Eine Kassiererin aus Flensburg hat ihrem Ärger Luft gemacht (Symbolbild).
Eine Kassiererin aus Flensburg hat ihrem Ärger Luft gemacht (Symbolbild).
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

In der Corona-Krise lässt das Verhalten vieler Menschen in Deutschland zu wünschen übrig. Eine Supermarkt-Mitarbeiterin aus Flensburg richtete jetzt auf Facebook einen flammenden Appell an alle Kunden.

Mit dem Beitrag erhoffte sie sich, vielleicht ein paar Leute aufzurütteln, zu bewegen, über ihr Verhalten beim Einkaufen nachzudenken. Aber mit den Reaktionen hatte die Frau aus Flensburg nicht gerechnet, berichtet sie MOIN.DE.

Flensburg: Supermarkt-Mitarbeiterin richtet flammenden Appell

Durch ihren Beitrag löste die Supermarkt-Mitarbeiterin, die wegen ihres Arbeitgebers anonym bleiben möchte, eine hitzige Diskussion aus. Dabei hatte sie lediglich eine Bitte:

„Wir Mitarbeiter im Einzelhandel können in Zeiten von Corona leider nicht im Home-Office arbeiten um uns zu schützen. Tagtäglich versuchen wir für euch die Grundversorgung an Lebensmitteln am Laufen zu halten. Einige unserer Kollegen fallen bereits aus und das vorhandene Personal muss immer mehr zusammen helfen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Daher unser Appell an alle: Kommt nur in den Supermarkt, wenn ihr auch wirklich dringend etwas einkaufen müsst.“

Die Supermärkte würden nämlich nicht als Freizeitbeschäftigung oder Zeitvertreib dienen. „Wenn ihr nichts braucht, dann kommt nicht in den Markt oder kommt alleine. Einer geht einkaufen, der Rest der Familie bleibt Zuhause“, schreibt die Frau.

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Flensburg: „Mit den Nerven am Ende“

Gegenüber MOIN.DE erzählt die Supermarkt-Mitarbeiterin: „Die Stimmung ist nach einem Jahr arbeiten mit der Pandemie am Boden. Es wird viel zu wenig für die Mitarbeiter gemacht. Wir sind hier oben in Flensburg an der dänischen Grenze und es kommen auch wieder viele Dänen zum Shoppen zu uns.Stoffmasken oder auch falsches Tragen der Maske sind Dauerzustand.“

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Einsicht bei den Kunden? Fehlanzeige. „Dann kommen Sätze wie: ,Kümmern Sie sich um Ihren Scheiß.' Das sind noch harmlose Worte“, sagt die Frau.

„Es bleibt nicht aus, dass man mit den Nerven am Ende ist. Viele Kollegen sind immer wieder krank.“

Flensburg: Beitrag löst hitzige Diskussion aus

Besonders jetzt zu den Feiertagen macht sich die Mitarbeiterin sorgen. „Da wird es bei uns rundgehen, da die Osterruhe ja gekippt wurde.“

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Die Kunden bittet sie, dass sie Geduld mitbringen, sich an die Schutzmaßnahmen halten und Verständnis für die Regeln haben sollen. „Sie dienen eurem und unserem Schutz. Zahlt bitte bargeldlos. Ihr müsst das Geld nur einmal anfassen, aber unsere Mitarbeiter an der Kasse haben ständig Kontakt damit.“

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Eigentlich liebgemeinte Worte der Frau, die bei vielen nicht so ankommen. Unter ihrem Beitrag entsteht eine hitzige Diskussion.

Flensburg: „So langsam bin ich es Leid“

Zwar ist der Großteil der Kommentare positiv: „Ein sehr schönes und passendes Statement“, schreibt beispielsweise eine Frau. Doch es gibt auch unpassende Antworten.

„Ich halte mich an die Regeln doch son Jammerpost muss echt nicht sein. Wir haben alle drunter zu leiden“, kommentiert jemand. Ein Mann schreibt: „Unnötiger Post!“

Gemischte Reaktionen unter dem Beitrag:

  • Wenn ich das schon lese...
  • Ich mache alles mit. Aber mein Bargeld bleibt mein Bargeld. Es ist ein offizielles Zahlungsmittel und ich nutze die EC Karte so lange nicht wie es Bargeld gibt!
  • Danke für diesen Post!
  • Sehr gut geschrieben. Wollen wir mal hoffen, dass es auch ankommt.
  • Ich kann das nur unterstreichen
  • So langsam bin ich es Leid, immer solche Posts zu lesen.

„Ich habe mir erhofft, mit dem Post vielleicht doch ein paar Leute aufzurütteln, mal über ihr Verhalten beim Einkaufen nachzudenken“, sagt die Mitarbeiterin MOIN.DE.

„Aber leider hat die Mehrheit der Leute es noch immer nicht verstanden – wie man an einigen Bemerkungen lesen kann.“ (oa)