Nordsee: Mann wirft Angel aus – was er dann an Land zieht, ist sensationell

Ein Angler hat einen sensationellen Fund aus der Nordsee gezogen (Symbolbild).
Ein Angler hat einen sensationellen Fund aus der Nordsee gezogen (Symbolbild).
Foto: imago images/Olaf Döring

Zwei Männer, die auf der Nordsee ihre Angel auswerfen: Eigentlich kein ungewöhnliches Bild. Doch die Beiden sind in einer besonderen Mission unterwegs.

Was sie schon nach wenigen Minuten aus der Nordsee ziehen, ist alles andere als ein gewöhnlicher Fang.

Nordsee: Spektakulärer Fang

Es handelt sich um einen Hundshai, den ein Hochseenagler und ein Forscher mit vereinten Kräften auf das Boot hieven. Sofort windet sich das Tier und zappelt heftig, wie in einem Beitrag von NDR-Info zu sehen ist.

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Die Exemplare der bedrohten Tierart können bis zu 1,5 Meter groß werden. Besonders viel ist der Wissenschaft aber nicht bekannt über die Fische. Genau aus dem Grund haben die Männer ein Exemplar gefangen.

Dr. Matthias Schaber vom Thünen- Institut für Seefischerei in Bremerhaven will die Tiere näher untersuchen und schützen. Denn immer wieder landen die heimischen Haie als Beifang im Netz von großen Kuttern.

Tiere schwimmen mit Sender durch die Nordsee

„Um sie schützen zu können, muss er erst einmal ihr Verhalten verstehen“, heißt es in dem NDR-Beitrag. Zu diesem Zweck befestigt er einen Sender an dem gefangenen Tier, der kontinuierlich Daten über Tiefe, Wassertemperatur und Licht aufzeichnet.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nach genau 365 Tagen löst sich der Sender schließlich von dem Tier ab. „Ich versuche, durch die Markierung und durch die Erforschung der Wanderwege Gebiete zu identifizieren, in die die Haie, die wir hier markieren, schwimmen und sich eventuell zu bestimmten Jahreszeiten vermehrt aufhalten“, erklärt der Experte.

Im September vor Nordsee-Insel Helgoland

Wenn diese Regionen einmal bestimmt worden sind, wolle man im nächsten Schritt herausfinden, ob die Haie dort ihre Jungen zur Welt bringen. Im September schwimmen die Fische vermehrt vor Helgoland. Nachwuchs kommt dort aber nicht zur Welt.

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In den vergangenen zwei Jahren hat Schaber insgesamt 15 Tiere mit einem Sender markiert. Von den Haien sei ein Großteil durch den englischen Kanal geschwommen und habe sich dort auch länger aufgehalten.

Einzelne Tiere seien aber auch Richtung Süden abgedriftet und hätten mehrere tausend Kilometer bis nach Madeira zurückgelegt. Wohin es das aktuelle Exemplar verschlagen hat, wird man in einem Jahr sagen können. (lh)