Nordsee-Urlaub mit Hund: Das wird immer wieder zum Problem! „Zweifelhafte Tierliebe“

Viele Menschen nehmen ihre Hunde mit ans Meer. Dabei gibt es ein paar Regeln zu beachten.
Viele Menschen nehmen ihre Hunde mit ans Meer. Dabei gibt es ein paar Regeln zu beachten.
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Nicole Rabus liebt die Natur und die Nordsee. Deshalb arbeitet sie momentan für insgesamt sieben Monate als ehrenamtliche Vogelwartin auf Sylt. Obwohl sie mit ihrer Lebenssituation vor Ort nicht ganz zufrieden ist (MOIN.DE berichtete), macht diese Arbeit sie glücklich.

Die meisten ihrer Tätigkeiten finden im Freien statt. Dabei begegnet sie auch vielen Nordsee-Urlaubern. Während die Mehrheit von ihnen keine Probleme bereitet, gibt es aber auch weniger erfreuliche Begenungen. Besonders Hundebesitzer machen immer wieder Ärger.

Nordsee: Ungewohnte Herausforderung

Nach 20 Jahren am Schreibtisch wollte die gebürtige Stuttgarterin in der Natur arbeiten und bewarb sich für die Stelle als Freiwillige an der Nordsee. „Dass man das auch im fortgeschrittenen Alter noch machen kann, war mir bis dahin nicht klar“, erzählt sie im Gespräch mit MOIN.DE.

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Der Kontakt mit den Urlaubern gefällt ihr grundsätzlich sehr gut. „Die meisten sind sehr angetan“, erzählt sie. Allerdings gibt es Besucher, von denen sie weniger begeistert ist.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nordsee-Besucher ignorieren Leinenpflicht

Die fallen ihr vor allem während der Gebietsbetreuung auf. Dabei läuft die Vogelwartin durch Morsum, das ihr zugeteilte Areal, und schaut, „ob die Regeln eingehalten werden“. Das ist nicht immer der Fall. Besonders Hundehalter fallen ihr negativ auf.

„Viele nehmen ihre Hunde nicht an die Leine“, sagt Nicole Rabus. In einem Naturschutzgebiet wie Morsum gilt eigentlich eine Pflicht. Denn wenn die Vierbeiner frei umherlaufen dürften, würden sie in den Lebensraum anderer Tiere eindringen.

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Das sind auf dem Deich und in List vor allem Schafe und in den Dünen Vögel, die oft direkt auf dem Boden nisten. Deshalb dürfen sich Hunde – genau wie die Menschen – nur innerhalb der gekennzeichneten Pfade bewegen.

Tierschutz an der Nordsee

Nicole Rabus spricht von einer „zweifelhaften Tierliebe“: Wer einen Hund habe, müsse logischerweise auch die andere Seite des Tierschutzes berücksichtigen. Wenn sie freilaufende Hunde sichtet, spricht sie die Besitzer freundlich an und weist auf die Leinenpflicht hin.

„Manche zeigen sich einsichtig, manche auch nicht“, berichtet sie. Trotzdem versucht sie es immer wieder. Außer in den Naturschutzgebieten müssen die Vierbeiner auch in den Sylter Parks, Wald-, Grün- und Sportanlagen, im gesamten Ortsteil Westerland einschließlich der Promenade und im gesamten Bereich von List an der Leine geführt werden.

Natur der Nordsee bestimmt Arbeitsalltag

An den Hundestränden dürfen die Tiere sich aber ganz sorglos austoben. Ein weiteres Problem, mit dem Sylt immer wieder zu kämpfen hat, ist im Gebiet von Nicole Rabus kaum vorhanden: Müll. „Das liegt daran, dass es in Morsum keinen Strandabschnitt gibt“, erklärt sie. „Dort findet man hauptsächlich Salzwiesen.“

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Wann sie ihr Gebiet abläuft, entscheidet die Freiwillige selbst. Für die Führungen sind Tage und Uhrzeiten festgelegt. Darüber hinaus gibt es aber auch noch Termine, die die Natur vorgibt.

Das sind zum Beispiel Vogelzählungen. „Das macht man bei Springtide, weil es bei hohem Wasser einfacher ist, die Tiere zu zählen“, erklärt sie. Die Brutvogelkartierung stehe im Frühjahr an. Nicole Rabus ist viel zu Fuß unterwegs.

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„Da ich aber gerne laufe, ist das eigentlich mein Traumjob“, sagt sie. Dabei ist der Ärger über manch einen Hundehalter schnell vergessen.