Nordsee: Nach 164 Jahren steht ein Traditionsbetrieb vor dem Aus – jetzt gibt es eine klare Forderung

Rund 300 Menschen an der Nordsee erhielten in der letzten Woche eine traurige Nachricht (Symbolbild).
Rund 300 Menschen an der Nordsee erhielten in der letzten Woche eine traurige Nachricht (Symbolbild).
Foto: imago images/TheYachtPhoto.com

Nach der angekündigten Schließung der Lloyd-Werft in Bremerhaven an der Nordsee hofft die Stadt auf eine Perspektive zur Weiterführung des Traditionsbetriebes mit 300 Arbeitsplätzen.

Die Werft habe für den Nordsee-Ort „einen hohen symbolischen Wert“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) nach Angaben eines Sprechers am Wochenende. Die Verantwortlichen sollten nach einer Lösung suchen.

Nordsee: Bittere Nachricht für Belegschaft

Tags zuvor hatte die Geschäftsführung der Belegschaft verkündet, dass die Werft zum Jahresende geschlossen werden soll. Dann wird der Betrieb sein letztes Großprojekt abliefern, eine Luxusjacht unter dem Projektnamen „Solaris“ für einen offiziell nicht genannten Besteller.

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Die Einhausung um das 140 Meter lange Schiff war vor wenigen Tagen entfernt worden, so dass es erstmals von außen sichtbar ist. Die Lloyd-Werft gehört zu den MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern, die wiederum dem Genting-Konzern in Hongkong gehören.

Die Ostsee-Werften sind in der Corona-Pandemie mit großen Kreuzfahrtschiff-Projekten in Schwierigkeiten geraten. Um die 1.200 Jobs könnten wegfallen. Deshalb steht auch das Abstoßen des Bremerhavener Standorts seit Monaten im Raum.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nordsee: Rettungspaket gefordert

Wenn die ostdeutschen Genting-Standorte finanzielle Hilfe von Land und Bund bekämen, müsse auch Bremerhaven etwas abbekommen, sagte der Sprecher von Grantz.

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Der Bezirksleiter IG Metall Küste, Daniel Friedrich, teilte am Sonntag mit: „Um Geld vom Bund zu bekommen, muss Genting mehr einfallen als die Abwicklung der Traditionswerft.

Wir erwarten, dass es bei den weiteren Verhandlungen in Berlin um ein Rettungspaket für die Beschäftigten geht und nicht um die Sanierung des Konzerns auf Kosten der Belegschaften.“

Nordsee: Schiffbaugruppe an Kauf interessiert

Auch die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) forderte eine Perspektive für die Fortführung des Betriebs, wie Medien in Bremen und Bremerhaven berichteten.

Die Bremerhavener Schiffbaugruppe Rönner bestätigte diesen Angaben nach, dass sie an der Lloyd-Werft interessiert sei und über einen Kauf verhandele.

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Die Geschichte der Lloyd-Werft in der Hafenstadt reicht zurück bis 1857. Neben den Megajachten ist sie auf Reparaturen und die Verlängerung von Schiffen spezialisiert. (dpa)