Nordsee und Ostsee: Die Lage hier spitzt sich zu – „Schrecklicher Dreck der Vergangenheit“

Nordsee vs. Ostsee: Das unterscheidet beide voneinander

Nordsee vs. Ostsee: Das unterscheidet beide voneinander

Was sind die Unterschiede zwischen Nord- und Ostsee?

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In Nordsee und Ostsee schlummert bereits seit langer Zeit ein großes Problem. Bislang wurde jedoch nur vereinzelt etwas dagegen getan, auch weil Lösungen fehlten.

Allerdings wächst der Druck nun und die Lage in Nordsee und Ostsee spitzt sich zu. Aus diesem Grund fort Jan Philipp Albrecht, Umweltminister von Schleswig-Holstein, den Bund zum Handeln auf.

Nordsee und Ostsee: Munition im Meer wird immer mehr zum Problem

Schleswig-Holstein verlangt einen baldigen Einstieg in die Bergung gefährlicher Kriegsmunition aus dem Meer und vom Bund eine rasche Entscheidung über eine faire Lastenteilung. Dies machte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Donnerstag im Landtag klar.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Die Technologie zur Bergung in großem Maßstab sei verfügbar. „Der Einstieg in die Bergung könnte und muss so bald wie möglich beginnen“, sagte Albrecht. Diese Mammutaufgabe könne Schleswig-Holstein nicht alleine bewältigen.

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In den deutschen Teilen von Nord- und Ostsee liegen einem Regierungsbericht zufolge in 71 belasteten Gebieten 1,6 Millionen Tonnen konventionelle und etwa 5.000 Tonnen chemische Kampfstoffe. Angesichts dieser Dimension geht es bei Bergung und Entsorgung um eine hohe Milliardensumme.

Nordsee und Ostsee: HIER ist die Belastung besonders hoch

„Die Hüllen der Munitionskörper rosten durch und ihre Inhaltsstoffe geraten in die Meeresgewässer“, erläuterte Albrecht. „Dort wiederum werden sie von Meeresorganismen aufgenommen und landen dann möglicherweise auf unseren Tellern.“ Die höchsten Konzentrationen dieser krebserregenden Stoffe würden in Versenkungsgebieten der Ostsee gemessen. „Nicht nur im Wasser, sondern auch in Tieren.“

Albrecht warb ausdrücklich um die Unterstützung von Bund und Ländern für den Einstieg in die Bergung. Die vorhandenen Daten müssten auch endlich zu einem nationalen Munitionskataster See zusammengefasst werden.

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Bund und Länder müssten gemeinsam an einem Strang ziehen und sich in weiteren Gesprächen auf eine faire Lastenteilung einigen, sagte der Minister. „Das erwarte ich von der nächsten Bundesregierung.“ Das Land habe alles getan, um eine finale Entscheidung am besten bis Ende des Jahres zu ermöglichen.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Nordsee und Ostsee: „Schrecklicher Dreck der Vergangenheit“

Das Problem müsse endlich angegangen werden, sagte der CDU-Abgeordnete Heiner Rickers. Er verwies auf konkrete Gefahren: Grundnetze von Fischern könnten Bomben aufnehmen oder am Strand könne – ähnlich wie Bernstein aussehender – weißer Phosphor anlanden, der schwere Verbrennungen auslösen kann.

Zur Bergung würden umweltgerechte Lösungen im industriellen Maßstab benötigt, sagte Sandra Redmann von der SPD. Schleswig-Holstein sei vom „schrecklichen Dreck der Vergangenheit“.

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Die Grüne Marlies Fritzen verwies auf Verdriftungsgefahren: Im Zweifel wisse man nicht, wohin Munition dann gelangt ist. Die Bundesregierung müsse endlich die Federführung für die Bergung übernehmen. Die nächste Bundesregierung müsse das Thema auf ihre Agenda nehmen.

Altlasten in Nordsee und Ostsee sind Gefahr für Schifffahrt und Energiewende

Dennys Bornhöft von der FDP sprach Gefahren aus den Altlasten für Schifffahrt und Energiewende an. Der Bau von Entsorgungsplattformen könne aber auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze im Land führen.

Schleswig-Holstein wäre der ideale Standort für ein Cluster zur Bergung und Entsorgung von Kampfstoffen. Auch vor den Küsten anderer Länder gebe es Probleme mit Munitionsaltlasten.

Munition in Nordsee und Ostsee ist Gefahr für Mensch und Umwelt

Die Regierung betont in ihrem Bericht die Dringlichkeit der Munitionsentsorgung. „Von Munition in Nord- und Ostsee gehen vielfältige Gefahren für Mensch und Umwelt aus“, erklärte eine Arbeitsgemeinschaft von Bund und Ländern.

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„Das Risiko ergibt sich aus Art und Dichte der Kampfmittelbelastung und der Form der Nutzung der Meeresgebiete, Ufer und Strände.“ Kampfmittel setzen mit zunehmender Korrosion der Metallhüllen toxische Stoffe frei. (mk mit dpa)