Ostsee: Rätselhafte Kugeln am Strand – selbst Experten waren verwundert

Auf der Insel Poel wurde eine neue Tierart entdeckt. (Symbolbild)
Auf der Insel Poel wurde eine neue Tierart entdeckt. (Symbolbild)
Foto: imago images/F. Berger

Ein Naturschauspiel der besonderen Art ist an der Ostsee zu sehen: Am Strand der Insel Poel finden sich zurzeit tausende weiße Kugeln.

Als ein Biologe beim Tauchen in der Ostsee zum ersten Mal auf die Entdeckung stieß, standen er und seine Kollegen vor einem Rätsel. Doch inzwischen ist es gelöst.

Ostsee: Neue Tierart entdeckt

Worum genau es sich bei den Kugeln handelt, konnte der Biologe Wolgang Wranik allerdings relativ schnell klären. Mit einem Mikroskop analysierte er seinen Fund.

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„Und dann konnte man sehen, dass sich in diesen kleinen weißen Bällen, wir sagen dazu Seligerlarven, entwickeln. Und die gehören zu den Weichtieren“, erzählt der dem NDR. Doch zu wem der Nachwuchs gehört, konnte niemand sagen.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Keine Gefahr für Besucher an der Ostsee

Deshalb suchte man unter der Wasseroberfläche weiter – und wurde fündig. Die Larven stammen von einer aus Nordamerika eingewanderten Schneckenart, einer Kopfschildschnecke. Das Tier habe ein ganz dünnes, blasenartiges Gehäuse.

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Das Tier ist laut NDR mit dem Ballastwasser von Hochseeschiffen an die Ostseeküste gelangt und vermehrt sich nun massenhaft dort. „In jedem dieser Eigelege können bis zu Zweitausend Larven drin sein. Und nach 14 Tagen brechen sie aus diesem Ball aus und gehen ins freie Wasser“, beschreibt Wranik.

Eine Gefahr stellen die Meeresbewohner nicht dar, Urlauber müssen sich also keine Sorgen machen. Im Gegenteil. „Es freut mich, wenn noch mal was Besonderes, gerade hier in Gollwitz dazu kommt“, sagt Ulrike Heyen, die auf der Insel Poel einen Imbiss betreibt.

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Sie registriere viele Schaulustige, die extra wegen der Schnecken kommen. Noch vermutlich bis Mitte Oktober ist das Naturschauspiel mit den vielen Tausend Eigelegen im Uferbereich zu beobachten.

An der Schlei macht sich derweil ein Tier breit, das für andere einheimische Arten zum großen Problem wird. Mehr dazu erfährst du >>> hier. (lh)