Ostsee: Immer mehr Urlaubs-Orte wollen abkassieren – hier wird's teuer

Billige Tickets locken viele Urlauber an die Ostsee. Doch mit einer Extra-Abgabe müssen viele von ihnen jetzt draufzahlen.
Billige Tickets locken viele Urlauber an die Ostsee. Doch mit einer Extra-Abgabe müssen viele von ihnen jetzt draufzahlen.
Foto: picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel und IMAGO / agefotostock

Sommerurlaub ohne Reisebeschränkungen – der Traum wird nun auch an der Ostsee wahr. Touristen strömen an die Küsten. Doch viele von ihnen müssen nun draufzahlen.

Das Vor-Pandemie-Niveau ist auch an Ostsee aber noch nicht erreicht. Jetzt wollen immer mehr Kur-Orte Kasse machen – zu Lasten von Urlaubern.

Ostsee: Vielerorts winken Extra-Kosten

Der Landestourismusverband von Mecklenburg-Vorpommern (MV) vermeldet gut gefüllte Ferienorte. Am langen Wochenende nach Himmelfahrt sind Küsten-Domizile im hohen Norden gut gebucht.

+++ Camping: Verrückte Erfindung sagt überfüllten Plätzen den Kampf an – doch es gibt einen Haken +++

„Das Himmelfahrtswochenende scheint im Moment noch etwas stärker gefragt zu sein als Pfingsten“, sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf gegenüber der Deutschen Presseagentur.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Ein Grund für die steigenden Besucherzahlen ist nicht nur frühsommerliches Wetter, sondern auch das 9-Euro-Ticket. Der Billig-Fahrschein sorgt für volle Züge, die Deutsche Bahn setzt auch am langen Pfingst-Wochenende (5. und 6. Juni) etwa 50 Sonderzüge ein. Doch die Ersparnis wird durch steigende Kurtaxen für viele Urlauber zur Luftnummer.

Schwierige Lage an der Ostsee trotz Lockerungen und Billig-Ticket

Die Branche könne sich durch Lockerungen in Sachen Corona über eine vereinfachte Lage freuen, erzählt Woitendorf. Doch er wies auch darauf hin, dass es für Tourismusanbieter nicht einfach sei, jetzt Preise für die weitere Saison zu kalkulieren. Auch sie hätten mit der allgemeinen Preissteigerung zu kämpfen, deren Umfang kaum absehbar sei.

Für Urlauber heißt das wohl: Steigende Preise. Wie das Wirtschaftsministerium in Schwerin mitteilte, dürfen neben den anerkannten Kur- und Erholungsorten weitere Gemeinden im Land ohne Prädikat Kurtaxe zur Finanzierung ihrer touristischen Angebote erheben.

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Ostsee: Gastgeber bitten zur Kasse

In Lübeck sorgte eine Preistafel eines Strandkorbanbieters bereits für Schnappatmung unter Urlaubern (>>> hier mehr lesen). Nun verlieh Staatssekretär Jochen Schulte am Freitag Bastorf, Steffenshagen und Kalkhorst die Anerkennung als Tourismusort und die Lizenz zur Erhebnung einer Kurtaxe. Insgesamt gibt es damit in MV jetzt zehn solche anerkannte Tourismusorte. Neben den dreien sind das Kargow, Ivenack, Stavenhagen, Anklam, Börgerende-Rethwisch, Wittenbeck und Kröpelin.

Vier weitere Gemeinden haben bereits Anträge gestellt, Rostock soll noch in der kommenden Woche das Prädikat erhalten. Darüber hinaus soll voraussichtlich im Juni die bundesweit erste Tourismusregion das Prädikat erhalten. Welche das ist, wird noch geheimgehalten. (wip/dpa)