Ostsee: Beunruhigender Vorfall über dem Meer vor Rügen bringt Europa in Aufruhr – „Völlig inakzeptabel“

Eine dänische F16-Maschine.
Eine dänische F16-Maschine.
Foto: IMAGO / NurPhoto

Unweit der Insel Rügen liegt die das dänische Eiland Bornholm. Zwischen den beiden Inseln in der Ostsee kam es kürzlich zu einer brenzligen Situation.

Wegen eines Vorfalls mit einem russischen Flugzeug östlich der Ostsee bat Dänemark am Montag um ein Gespräch mit dem russischen Außenministerium.

Ostsee: „Sehr unangemessen“

Außenminister Jeppe Kofod begründete dies am Sonntag damit, dass ein russisches Militärflugzeug in den dänischen Luftraum eingedrungen sei. „Das ist vollständig inakzeptabel und in der derzeitigen Situation besonders besorgniserregend.“

Das russische Flugzeug habe sich am Freitagabend zunächst östlich der dänischen Insel Bornholm aufgehalten und sei von dort in den schwedischen Luftraum eingedrungen, teilte die schwedische Armee mit. Dabei sei die Propellermaschine beobachtet und fotografiert worden.

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Vor allem angesichts der „generellen Sicherheitslage“ sei die Luftraumverletzung „sehr unangemessen“, erklärte Verteidigungsminister Peter Hultqvist laut des schwedischen Fernsehsenders SVT. Sein Land werde auf diplomatischem Wege Protest einlegen. „Die Souveränität Schwedens muss stets respektiert werden.“ Anfang März hatten bereits vier russische Kampfflieger kurzzeitig den schwedischen Luftraum verletzt.

Ein Sprecher des dänischen Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei der russischen Maschine habe es sich um ein Aufklärungsflugzeug gehandelt. „Zwei dänische F-16 sind sofort aufgestiegen.“

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Bereits Anfang März waren vier russische Kampfflugzeuge in den Luftraum über Schweden eingedrungen – teilweise sollen sie sogar mit Atomwaffen bestückt gewesen sein. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor mehr als zwei Monaten wird in Schweden ebenso wie im Nachbarland Finnland intensiv über einen Beitritt zur Nato diskutiert. Russland warnt die beiden nördlichsten Staaten der EU mehrmals vor einem solchen Schritt. Dänemark ist bereits Mitglied der westlichen Militärallianz.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Ostsee: Schweden macht sich Entscheidung nicht einfach

Der neue Vorfall ereignete sich zu einer Zeit, in der Schweden angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ebenso wie Finnland intensiv über einen Beitritt zur Nato diskutiert. Über mögliche baldige Beitrittsgesuche könnten die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Länder theoretisch bereits bei ihrem Gipfeltreffen in Madrid Ende Juni beraten. Russland hat mehrfach vor den „Konsequenzen“ einer solchen Nato-Erweiterung gewarnt.

Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson sagte am Sonntag, ihr Land werde die Entscheidung nicht leichtfertig treffen. „Wir waren 200 Jahre lang bündnisfrei, und das ist uns gut bekommen“, sagte sie vor Journalisten. „Eine Entscheidung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.“ Ein möglicher Antrag auf Nato-Mitgliedschaft sei „eine sehr, sehr schwierige Frage, die einer gründlichen Analyse bedarf“, betonte die Ministerpräsidentin.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Ostsee: Rügen im Fokus

Schweden ist anders als Dänemark aber ebenso wie Finnland kein Nato-Mitglied, fungiert jedoch als enger Partner des Militärbündnisses in Skandinavien. Laut einer am Samstag veröffentlichten neuen Umfrage sind 54 Prozent der Schweden für einen Nato-Beitritt. Vor dem russischen Militäreinsatz in der Ukraine waren es jahrzehntelang nur 20 bis 25 Prozent.

Anderssons regierende Sozialdemokraten galten bislang als Verfechter der schwedischen Bündnisneutralität. Ende März hatte die Ministerpräsidentin jedoch erklärt, sie schließe einen Beitritt keineswegs aus. Bis zum 24. Mai wollen die Sozialdemokraten über ihre künftige Haltung entscheiden.

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Die Ostsee um Rügen und Mecklenburg-Vorpommern befindet sich zunehmend nah dran an den Konflikten zwischen Ost und West. Warum bald 1.200 Soldaten auf die Insel kommen, kannst du >>> hier lesen. (dpa/afp/rg)