Timmendorfer Strand, Scharbeutz & Co. haben große Pläne – das dürfte nicht allen gefallen

Szenen aus dem Sommer 2021: Ganz schön viel los an der Lübecker Bucht
Szenen aus dem Sommer 2021: Ganz schön viel los an der Lübecker Bucht
Foto: imago

Timmendorfer Strand, Scharbeutz & Co haben große Pläne.

Durch eine Maßnahme wollen Timmendorfer Strand und Scharbeutz dafür sorgen, dass noch mehr Menschen diese Urlaubsregionen an er Ostsee besuchen.

Timmendorfer Strand, Scharbeutz & Co.: Ostsee-Orte verstärken Kooperation im Tourismus

Denn vier Ferienorte an der Lübecker Bucht wollen ihre Kooperation im Tourismus weiter intensivieren. Dazu unterzeichneten die Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt in Holstein vergangene Woche eine Absichtserklärung.

Man wolle in Bereichen wie Veranstaltungswesen und Vermarktung, Gästeinformation und -betreuung, Budget und Personal, aber auch in Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit kooperieren, heißt es.

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Finales Ziel sei die Anerkennung als gemeinsame lokale Tourismusorganisation durch das Land Schleswig-Holstein.

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Das ist die Lübecker Bucht mit Timmendorfer Strand und Scharbeutz:

  • Die Lübecker Bucht ist eine Meeresbucht der Ostsee, die vollständig zu Deutschland gehört.
  • Als Teil der Mecklenburger Bucht bildet sie die „südwestliche Ecke“ der Ostsee.
  • An der südwestlichen Spitze der Lübecker Bucht mündet in Lübeck-Travemünde die Trave. Nach Osten wird die Bucht begrenzt durch den Klützer Winkel. Angrenzende Bundesländer sind Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
  • Die Seebäder Kellenhusen, Grömitz, Pelzerhaken, Sierksdorf, Haffkrug, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Niendorf haben neben Lübeck-Travemünde mit der Halbinsel Priwall eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr in Deutschland.

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Die genannten Orte setzen bereits gemeinsame Konzepte um und bündeln einen erheblichen Teil des Marketingbudgets. Nun sollen sämtliche Marketingbudgets zusammengefasst und die kommunale touristische Infrastruktur aufeinander abgestimmt werden.

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„Die einzelnen Orte werden ihre DNA aber nicht verlieren“, sagte Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand, laut „shz“.

Und Konkurrenzdenken solle es auch nicht geben: „Es ist genug für alle da“, sagte Bettina Schäfer, Bürgermeisterin der Gemeinde Scharbeutz, mit Blick auf die mehr als gute Buchungslage der vergangenen Jahre.

Die Buchungslage ist hervorragend, in der Tat. Da stellt sich aber die Frage, ob es mit vereinten Kräften nun noch voller wird in den begehrten Urlaubs-Hochburgen.

Schon in den warmen Monaten 2021 war fast alles restlos ausgebucht. Das freute zwar die Tourismus-Branche, doch die Einheimischen litten unter dem Boom.

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Nicht alle werden den Zusammenschluss der Orte daher vermutlich freudig aufnehmen – reiht er sich doch ein in eine Entwicklung, die für viele in die falsche Richtung geht.

„Das Problem ist, dass Einheimische häufig gar keine Wohnung mehr bekommen hier“, sagte ein Einheimischer in Timmendorfer Strand im vergangenen Jahr etwa zur Lage an der Ostsee. Weil immer mehr Ferienwohnungen als Kapitalanlage gebaut werden.

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Und ein anderer ergänzte: „Man gönnt es den Leuten. Aber es nimmt uns die Luft zum Atmen. Das ist kein Leben mehr.“ (jds mit dpa)