Ostsee: Taucher suchten Schiffswrack und machten stattdessen eine folgenschwere Entdeckung! „Hätte das Schiff versenkt“

Nachdem im Oktober eine gefährliche Entdeckung auf dem Boden der Ostsee gemacht wurde, sind wenige Wochen später Maßnahmen ergriffen worden.
Nachdem im Oktober eine gefährliche Entdeckung auf dem Boden der Ostsee gemacht wurde, sind wenige Wochen später Maßnahmen ergriffen worden.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Das hätte böse enden können! Anfang Oktober hat ein Tauchboot auf der Ostsee nach den Überresten eines Schiffes gesucht. Doch stattdessen hat die Besatzung einen gefährlichen Fund gemacht (MOIN.DE berichtete).

In der Kadetrinne vor Rostock, einer der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Erde, lagen zwei britische Grundminen. Die Kampfmittel am Boden der Ostsee enthielten jeweils 325 und 425 Kilo Sprengstoff.

Ostsee: Grundminen gesprengt

Ende November sind beide Minen gesprengt worden. Bis es dazu kam, waren einige Untersuchungen erforderlich.

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Der Munitionsbergungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern musste überprüfen, ob die Kampfmittel vor Ort entschärft werden und in unkritische Bereiche verlagert werden können.

Das beunruhigende Ergebnis: Der Zustand der Minen war zu schlecht, um sie zu entschärften.

Sprengung als einzige Möglichkeit für die Ostsee

„Da die Grundminen an einer der Hauptverkehrsstrecken der Ostsee lagen, blieb zur Beseitigung der Gefahr nur die Sprengung“, erklärt Stefan Gramman, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee MOIN.DE.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Diese Entscheidung war an einen engen Austausch mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) gekoppelt, der wegen der Gefahrenabwehr eine Sondergenehmigung erteilt hat.

Ostsee: „Hätte den Schiffskörper auseinander gerissen“

„Eine unkontrollierte Explosion unter einem Schiff, egal welcher Größe, hätte den Schiffskörper auseinander gerissen und das Schiff versenkt“, unterstreicht Grammann die Gefahr, die von den Kampfmitteln ausging.

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Das BfN hat die geplanten Maßnahmen zum Schutz der Umwelt überprüft und die Auswirkungen abgeschätzt. Denn vor allem für die Meeresbewohner kann eine Sprengung fatale Folgen haben.

Insbesondere Schweinswale können an dem Schalldruck zugrunde gehen. Um das zu verhindern, „haben wir den Blasenschleier verstärkt, um eine noch bessere Dämpfung der Druckwelle zu erreichen“, erklärt Grammann.

Gewaltige Wasserfontäne auf der Ostsee

Zudem seien sogenannte Vergrämungsmaßnahmen eingesetzt worden, um die Tiere zu verscheuchen. Jeweils am 25. und 27. November sind die gefährlichen Munitionsaltlasten schließlich gesprengt worden.

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Die Wucht der beiden Minen hat sich mehr als deutlich gezeigt: Wasserfontänen von einer Höhe bis zum 30 Meter schossen aus dem Wasser, am Boden bildeten sich Krater mit einem Durchmesser von bis zu fünf Metern.

Trotzdem scheinen die Vorkehrungen den gewünschten Effekt gehabt zu haben: „Wir haben keine toten Tiere gesichtet“, berichtet Grammann MOIN.DE.

Millionen Tonnen Munition in Ostsee und Nordsee

Die Kampfmittel vor Rostock waren die einzigen Funde in der Kadetrinne in diesem Jahr. Allerdings ist in der Unterwarnow zu Beginn des Jahres ebenfalls Munition gesichtet worden.

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„Auch diese Gefahrenstelle musste aufgrund des kritischen Zustands der Munition gesprengt werden“, erinnert sich der Experte.

Am Grund der Nord- und Ostsee liegen schätzungsweise immer noch über eine Millionen Tonnen Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen. Man kann also davon ausgehen, dass es sich nicht um die letzte Sprengung gehandelt hat.