Ostsee: Park-Posse in beliebtem Küstenort – Urlauber-Autos werden hier jetzt komplett verbannt!

Wo viele Touristen sind, stehen auch meistens viele Autos. Das wird für Gemeinden an der Ostsee zum Problem.
Wo viele Touristen sind, stehen auch meistens viele Autos. Das wird für Gemeinden an der Ostsee zum Problem.
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen, picture alliance/dpa | Markus Scholz (Montage MOIN.DE)

Unschöne Szenen an der Ostsee hätten böse enden können: Die Straßen von Sierksdorf in der Lübecker Bucht waren durch parkende Autos und solche auf der Suche nach einem Parkplatz verstopft, sodass Feuerwehr und Rettungsdienst nicht mehr durchkamen.

Das hat jetzt Konsequenzen, denn die Gemeinde an der Ostsee griff durch. Seit ein paar Monaten gelten hier neue Regeln. Doch nicht alle sind begeistert. Es gibt auch kritische Stimmen.

Ostsee: Tagesgäste dürfen hier nicht mehr fahren

Vielerorts gilt „Anlieger frei“, entsprechende Verbotsschilder wurden aufgestellt. Tagesgäste dürfen auf Straßen wie Rögen, Voßberg, Am Seehof, Gartenweg sowie Am Pottberg nicht mehr fahren.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten, üben Zweitwohnungsbesitzer Kritik an der neuen Regelung. Und sie zitiert einen Mann aus Bad Schwartau, der nach eigenen Angaben häufig in Sierksdorf am Strand unterwegs ist und ebenfalls wenig davon hält:

+++ Ostsee: Segelyacht läuft mit Wasser voll – Retter kommen in letzter Minute +++

„Die Straßen zu den teilweise riesigen Millionärsgrundstücken sollen offensichtlich nicht mehr von Normalbürgern angefahren werden. Gleichzeitig wird hinterlistig aufgeschrieben, auch wenn man an nicht verbotenen Stellen parkt.“ Das könnte man auch mit Parkverboten regeln, meint er.

Verbotsschilder für die normale Bevölkerung, damit Millionäre ihre Ruhe haben? Das klingt nach Park-Posse an der Ostsee.

Ostsee: Bürgermeister widerspricht

Doch Bürgermeister Udo Gosch widerspricht. Es gehe um Verkehrssicherheit und handle sich nicht um eine Klientelentscheidung, zitieren ihn die „Lübecker Nachrichten“. Eingeschränkte Halteverbote seien in der Vergangenheit immer wieder ignoriert worden.

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Das ist die Lübecker Bucht:

  • Die Lübecker Bucht ist eine Meeresbucht der Ostsee, die vollständig zu Deutschland gehört.
  • Als Teil der Mecklenburger Bucht bildet sie die „südwestliche Ecke“ der Ostsee.
  • An der südwestlichen Spitze der Lübecker Bucht mündet in Lübeck-Travemünde die Trave. Nach Osten wird die Bucht begrenzt durch den Klützer Winkel. Angrenzende Bundesländer sind Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
  • Die Seebäder Kellenhusen, Grömitz, Pelzerhaken, Sierksdorf, Haffkrug, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Niendorf haben neben Lübeck-Travemünde mit der Halbinsel Priwall eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr in Deutschland.

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Dennoch sieht der Bürgermeister Nachbesserungsbedarf, da sich im Gartenweg öffentliche Parkplätze befinden, obwohl dieser nur von Anliegern befahren werden darf. „Das war unser Fehler. Wir werden den Parkautomaten wahrscheinlich entfernen lassen“, so Gosch.

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Auch Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht kämpft seit Jahren mit einem Problem aufgrund der zunehmenden Touristenzahlen. Welche Maßnahme der beliebte Urlaubsort dagegen ergreift, erfährst du >>> hier. (kbm)