Rostock: Nach Kreuzfahrt-Pleite – jetzt gibt's die nächste Schock-Nachricht

Rostock: Das Bild eines Astronauten ist auf der Bugspitze des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffes „Global Dream“ in der Schiffbauhalle der MV-Werften zu sehen.
Rostock: Das Bild eines Astronauten ist auf der Bugspitze des im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffes „Global Dream“ in der Schiffbauhalle der MV-Werften zu sehen.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Die MV-Werften in Rostock sind insolvent. Nun bereitet ihnen ein riesiges Kreuzfahrtschiff Probleme.

Die Werften versuchen, den Dampfer los zu werden – doch das gestaltet sich für die Firma aus Rostock schwieriger als gedacht.

Rostock: Niemand will „Global Dream“ kaufen

„Global Dream“ heißt das Schiff, das die MV-Werften einfach nicht loswerden können. Ein Käufer hat sich bislang noch nicht gefunden.

Eigentlich sollte das Schiff nach Fertigstellung entlang der asiatischen Küsten schippern und ihren Gästen einen schönen Aufenthalt bescheren. Da in China aktuell allerdings noch eine No-Covid-Politik verfolgt wird, ist es nun schwer abzusehen, wann der Dampfer dort in See stechen könnte. Ein Deal mit der Fährreederei Stena Line platzte laut Insolvenzverwalter Christoph Morgan deshalb bereits.

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Das ist Rostock:

  • größte Stadt unter den 84 Städten in Mecklenburg-Vorpommern
  • rund 210.000 Einwohner (Stand 2020)
  • Hafenstadt reizt durch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Stena Line entschied sich darüber hinaus aber auch gegen den Deal, weil ein anderer Investor der Reederei weitere Schiffe, die zur Auswahl standen „weggekauft“ habe. Ohne den Kauf der anderen Schiffe käme eine Übernahme der „Global Dream“ dementsprechend nicht in Frage.

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Rostock: Möglicher neuer Käufer in Sicht

„Weniger Schiffe plus Konkurrenzsituation führten dann dazu, dass der Aufsichtsrat unseres Interessenten am Donnerstag beschlossen hat, das Projekt abzusagen, am Freitag die Bundesregierung informiert hat und am Sonnabend auch mich und alle anderen Beteiligten", erklärt Morgen.

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Zwei Interessenten seien weiterhin im Gespräch. Diese wollen das zu rund 80 Prozent fertiggestellte, mehr als 340 Meter lange Schiff aber woanders zu Ende bauen, heißt es laut „NRD“. Einer dieser Interessenten ist malaysische Milliardär Tan Sry Lim Kok Thay. Der ehemalige Inhaber der MV-Werften und Käufer des Schiffes, das eigentlich Stena Line hätte kaufen wollen.

Laut Morgen stünden die Chancen gut, dass der Investor das Schiff kaufen wird. Für die Mitarbeiter der MV-Werften wären das allerdings überhaupt keine guten Nachrichten. Es ist ein Schock.

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Rostock: Menschen haben wenig Verständnis für den Bau der „Global Dream“

In den Sozialen Netzwerken melden sich viele zum Fall „Global Dream“ zu Wort. Während einige die Insolvenz als Glücksfall für die Umwelt feiern, schlagen andere vor, dass die EU das Schiff kaufen sollte, um es als Lazarett und Flüchtlingsschiff zu nutzen. Wiederum andere schlagen vor, das Schiff an einem dauerhaften Standort abzustellen und Mietwohnungen hineinzubauen.

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Doch die Mehrheit der Menschen, die sich in den Kommentaren äußern, hat wenig Verständnis für die MV-Werften und den Bau des Schiffes. (kl)