Rostock: Radikaler Vorschlag! Kommt bald DAS auf die Einwohner der Stadt zu?

Der Bürgermeister von Rostock, Claus Ruhe Madsen.
Der Bürgermeister von Rostock, Claus Ruhe Madsen.
Foto: IMAGO / BildFunkMV

Radikaler Plan für Rostock! Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen will sich einer Initiative von sieben deutschen Städten anschließen, die die Straßen sicherer machen und die Umwelt schützen soll.

Dazu soll flächendeckend ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gelten. Wird ganz Rostock also bald zur Tempo-30-Zone?

Rostock: Bürgermeister will Tempo 30

Die Position des Bürgermeisters ist eindeutig: „Ich spreche mich dafür persönlich aus“, sagte er am Mittwoch. Er führt bereits Gespräche, um der Initiative beitreten zu können. Ob es der Zustimmung der Bürgerschaft bedarf, ist noch nicht klar.

+++ Rostock: Oberbürgermeister Madsen für wenige Sekunden im TV zu sehen – danach muss er heftige Kritik einstecken +++

Momentan müsse aufwendig begründet werden, weshalb auf einer Straße, wo innerorts Autos mit 50 Stundenkilometer fahren können, ein Tempolimit von 30 gelten soll. Künftig könnte die niedrige Geschwindigkeit die Regel, eine höhere die Ausnahme sein.

Laut Verkehrssenator Holger Matthäus herrsche auf 85 Prozent der Rostocker Straßen ohnehin bereits das Tempolimit von 30 Stundenkilometern.

Ausnahmen in Rostock

Ausnahmen soll es auch weiterhin geben. Dazu will man ein Konzept für schnellere Strecke ausarbeiten. „Auf der Stadtautobahn ist Tempo 30 Quatsch“, sagt Matthäus den „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ (NNN)

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Das ist Rostock:

  • Die größte Stadt unter den 84 Städten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock
  • Dort leben rund 209.000 Menschen (Stand: 2019)
  • Die Hafenstadt reizt doch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • Rostock ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Zustimmung findet der Plan auch bei den Mitgliedern des Rostocker Radentscheids. „Es macht schon einen Unterschied, ob man in einer Tempo-30- oder Tempo-50-Zone angefahren wird“, sagt Christoph Neimög. Außerdem werde die Luft auf lange Sicht besser.

Widerspruch aus Rostock

Der ADAC hingegen wiederspricht dem. Studien hätten belegt, dass der Ausstoß von Stickoxiden und Kohlenstoffdioxid der Autos durch ein geringeres Tempo steige und damit die Umwelt mehr belaste.

Christian Hieff vom norddeutschen Ableger ADAC Hansa weist außerdem auf die Bündelungsfunktionen der Hauptstraßen hin. Wenn Autofahrer dort nicht schneller fahren als in Wohngebieten, liege die Folge auf der Hand.

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„Dann ist der kürzeste Weg immer der schnellste“, so Hieff gegenüber den „NNN“ . Auch für die Wirtschaft wäre eine Tempo-30-Zone von Nachteil.

Laut IHK-Präsident Klaus-Jürgen Strupp leide „die schnelle und zielgerichtete Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs“ unter der Geschwindigkeitsbegrenzung. Bleibt abzuwarten, wer sich schlussendlich durchsetzt. (lh)