Rügen: Erst wurde es zerstört, dann sorgte es für Frust – nun kehrt ein beliebtes Wahrzeichen zurück

Kap Arkona auf Rügen ist wieder um eine Attraktion reicher.
Kap Arkona auf Rügen ist wieder um eine Attraktion reicher.
Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Lange ist es her, da hielten Touristen auf Rügen gerne an, um ein bestimmtes Motiv einzufangen: den eindrucksvollen, hölzernen Svantevit. Auf sehr vielen Fotos fand die mystische Figur ihren Platz als Urlaubs-Anekdote.

Sie erinnerte an an die heidnische Slawenzeit auf der Insel, die vor fast 900 Jahren endete. Dänen belagerten einst die Burg von Kap Arkona auf Rügen und nahmen sie in Besitz. Den hölzernen Svantevit brachten sie in ihr Lage und verwendeten das Holz zum Kochen ihrer Mahlzeiten.

Rügen: Sturm zerstörte Wahrzeichen

2013 wurde die hölzerne, vierköpfige Figur auf der Insel von einem Sturm zerstört.

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Vorbei war es mit dem beliebten Fotomotiv und man musste nach einer neuen Lösung suchen.

Laut „Ostsee-Zeitung“ hat Patrycja Kujawowicz – eine Bildhauerin, die ein Atelier am Kap besitzt – aus dem bereits seit Langem aufgestellten Eichenstamm ein Kunstwerk gefertigt. Dafür nutzte sie aber kein Holz, sondern Metall. „Gemeinsam mit meinem Lehrmeister Tadeusz Golinczak und der Hilfe von professionellen Schweißern sind die Swantewit-Gesichter entstanden.“

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Rügen: Jahrelanger Ärger mit Künstler

Jetzt grüßen vier eiserne Gesichter die Besucher am Kap Arkona.

Dem Ganzen vorausgegangen war allerdings ein jahrelanger Ärger mit einem anderen Künstler, der den Svantevit ursprünglich wieder zum Leben erwecken sollte.

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Laut „Ostsee-Zeitung“ hatte ein Künstler namens Dimitrij Rusakov ursprünglich den Auftrag, das Wahrzeichen nach dem Unglück 2013 aufzuarbeiten. Doch der beklagte Risse im Holz, geeignete Bäume wurden nicht gefällt und eine vermeintlich günstige Lösung, bei der nur Fahrt- und Materialkosten anfallen sollten, entpuppte sich für die Gemeinde als Kostenfalle.

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Die setzte dem Ganzen schließlich ein Ende und entzog den Auftrag. Der Künstler habe eine slawisch-nationale Kultstätte errichten wollen, was ebenfalls nicht gut ankam. Nun ist stattdessen das Kunstwerk von Patrycja Kujawowicz auf Rügen zu bestaunen – mit viel Mythos und Magie. (rg)