Rügen: Hier herrscht große Wut auf Touristen – „War wirklich erschrocken“

Ein Strand auf Rügen.
Ein Strand auf Rügen.
Foto: IMAGO / Volker Preußer

Die Themen Urlaub und Tourismus halten seit Monaten das ganze Land in Atem. Auch auf Ostsee-Inseln wie Rügen und Usedom hat das in den vergangenen Wochen immer wieder für ordentlich Zündstoff gesorgt.

Rügen-Fans haben schon lange Sehnsucht nach ihrer Lieblingsinsel. Während viele Einheimische sich über die Urlauber freuen würden, lehnen andere eine Öffnung vehement ab – und machen das manchmal ziemlich deutlich klar.

Rügen: „Unschöne Kommentare bezüglich der Touristen“

„In letzter Zeit häufen sich hier die, vorsichtig ausgedrückt, unschönen Kommentare bezüglich der Touristen“, schreibt eine Frau in einer Facebook-Gruppe für Rügen-Fans. Sie gibt zu Bedenken, dass ein Großteil der Insulaner vom Tourismus leben.

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„Auch sind wir mit über 9.000 Mitgliedern in ganz Deutschland präsent und diese Posts sind alles andere als freundlich und teilweise beleidigend“, fügt sie hinzu. Jeder könne seine Meinung äußern, allerdings solle das Ganze nicht in Hassrede ausarten.

Für ihren Appell erhält sie jede Menge Zuspruch. „Ich fand es auch erschreckend“, schreibt etwa eine Frau. „Ich habe heute Nacht einige Kommentare gelesen und war wirklich erschrocken, wie über den einen oder anderen hergezogen wurde“, berichtet eine weitere Frau.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Ein anderer Insel-Fans spricht von einem „sehr bedenklichen“ Verhalten gegenüber Urlaubern. „Der Hass, der einem manchmal entgegenschlägt, das zeugt von wenig Hirn und viel krimineller Energie.“

Rügen-Fans diskutieren bei Facebook

Sie verweist auf einen Vorfall auf der Nachbarinsel Usedom im Februar: Auf dem Parkplatz einer Reha-Klinik sind damals die Reifen an fünf Autos mit ortsfremden Kennzeichen zerstochen worden (MOIN.DE berichtete).

Obwohl das Motiv und die Täter nicht klar sind, werteten viele Insel-Fans die Tat als Angriff gegen Touristen. „Ich denke das wir in einer sehr nervenaufreibenden Zeit leben und manche suchen sich ein Ventil an völlig verkehrter Stelle“, antwortet eine Frau darauf.

Kaum schlechte Erfahrungen auf Rügen

Aber viele Rügen-Fans verteidigen die Einheimischen auch. „Ich fahre schon 17 Jahre nach Rügen, bis jetzt keine schlechten Erfahrungen gemacht“, erzählt ein Mann. „Bin noch nie blöde angemacht worden, komme mit den Menschen super aus“, schließt sich ein weiterer Mann an.

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„Wichtig ist mir, was die sagen mit denen ich auf Rügen zu tun habe“, heißt es in einem anderen Kommentar. Und weiter: „Wer die Anonymität im Netz braucht, um über Unbekannte herzuziehen, ist nicht ernst zu nehmen.“

Hetze und negative Reaktionen scheinen also zum größten Teil online stattzufinden. Dabei gäbe es eigentlich eine ganz einfache Lösung: „Habt euch alle lieb, wir sitzen alle in einem Boot“, schreibt eine Frau. Damit ist dann auch alles gesagt. (lh)