Rügen: Lebensmüde Aktion lässt Emotionen auf der Ostsee-Insel hochkochen – „Moralapostel“

Rügen: 5 Fakten über die größte deutsche Insel

Rügen: 5 Fakten über die größte deutsche Insel

Die Insel Rügen ist für viele Ostsee-Urlauber ein beliebtes Reiseziel und kann als touristische Hochburg bezeichnet werden. Grund dafür sind die feinsandigen Strände und das große Gast- und Kulturangebot. Wir verraten euch fünf Dinge, über die malerische Insel in Mecklenburg-Vorpommern, die Du vielleicht noch nicht wusstest.

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Am vergangenen Samstag (23. April) wurde einem Spaziergänger auf Rügen eine Kletterpartie zum Verhängnis.

Auf Höhe der Wissower Klinken auf Rügen war ein junger Mann ein Steilufer hinabgestürzt, insgesamt 20 Meter tief. Mit schwersten Verletzungen wurde der Verunglückte in ein Krankenhaus eingeliefert (wir berichteten). Die Kletter-Aktion mit dem traurigen Ende schlägt derzeit heftige Wellen, nicht nur unter Rüganern.

Rügen: Fassungslosigkeit und Wut

Die Diskussion auf Facebook nahm nur einen Tag nach dem Unglück rasant Fahrt auf. Etliche Menschen zeigen sich fassungslos, andere sind scheinbar so erschüttert, dass sie aggressiv reagieren.

Der Kreidefelsen, der zum Schauplatz des Grauens wurde, liegt mitten im Nationalpark Jasmund – klettern an den Steilwänden ist also verboten. Der 26-Jährige, dessen Versuch im Krankenhaus endete, hätte sich also des Risikos bewusst sein müssen. So sehen es zumindest viele Menschen auf Facebook.

„Nur wenn man lebensmüde ist, macht man sowas“, schreibt eine Frau aus Hessen, eine andere Frau ist sich sicher: „Sowas“ macht man nur, „weil man nicht alle Latten am Zaun hat“. Kommentare, die reichlich Zustimmung ernten.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Heftige Emotionen auf Rügen

Etliche Beobachter fordern gar, in Fällen wie diesen sollten die Opfer selbst für die Rettungskosten aufkommen. „Selbst Schuld. Rettungskosten bitte vollständig bezahlen“ fordert eine Frau aus Düsseldorf, ein Mann meint, wer Warnschilder missachte, sollte „endlich diese Einsätze komplett selber bezahlen“.

Tatsächlich kommt es rund um die Kreidefelsen auf Rügen trotz Warnschildern immer wieder zu dramatischen Unfällen durch waghalsiges kraxeln.

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Bei all der Wut und Erschütterung über den gefährlichen Ausflug des jungen Mannes klingen auch moderate Stimmen in der Diskussion an: „Warum muss man das jetzt auch noch hier einstellen und mit dem Finger auf andere Menschen zeigen? Macht die Sache auch nicht besser“, fragt eine Frau. Weiter vermutet sie, dass die „Moralapostel“ in den sozialen Netzwerken sich scheinbar nur daran erfreuten, jetzt mal wieder mahnend den Finger heben zu können.

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Rügen: In der Ruhe liegt die Kraft

Sie sieht den jungen Mann zu unrecht an den Pranger gestellt – und trifft einen Nerv. Zahlreiche Menschen pflichten ihr bei. Eine Frau aus Hannover schreibt: „Wir wollen es mal nicht gutheißen, was da passiert ist, aber diese häßlichen Ausbrüche hier, lassen die Menschen , von denen sie stammen, auch nicht in einem guten Licht erscheinen.“

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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„Er ist geklettert (warum auch immer), ist abgestürzt, musste gerettet werden und wird sich längere Zeit daran erinnern.“ schließt jemand anderes. Schreckliche Unfälle wie diese ereignen sich leider immer wieder – doch wir sollten ebenso auf unsere Mitmenschen achten, wie auf uns selbst.

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Die Insel Rügen empfiehlt dringen die folgenden Regeln beim Besuch der Kreidefelsen:

  • Beachten Sie Absperrungen und Warnhinweise und befolgen Sie diese!
  • Fehlen Absperrungen und Warnhinweise, treten Sie auf keinen Fall bis an die Kliffkante heran! Halten Sie Abstand zur Steilküste!
  • Am Fuß von Steilufern ist aufgrund der Witterung besonders im Winter und Frühjahr mit Abbrüchen zu rechnen. Daher wird empfohlen, diese Bereiche während dieser Zeit im Zweifelsfall ganz zu meiden.

So können alle Besucher die traumhafte Aussicht über die Ostsee genießen – so auch hoffentlich bald wieder der verunglückte Kletterer. (wip)