Rügen: Rote Flaggen und Badeverbot in der Ostsee – aber Eltern verhalten sich wie Kinder

Blick auf den Strand in Göhren auf Rügen.
Blick auf den Strand in Göhren auf Rügen.
Foto: IMAGO / Volker Preußer / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck

Viel los war am Wochenende an der Ostsee auf Rügen. Zum einen, weil es an einem unbewachten Strand Probleme mit Unterströmung gab, mehrere Personen mitgerissen wurden und in große Gefahr gerieten (MOIN.DE berichtete). Und zum anderen, weil es auch an einem bewachten Strand zu heiklen Szenen kam.

Ist die DLRG an einem Strandabschnitt vertreten, hisst sie bei Gefahren im Wasser die rote Flagge und verbietet somit das Baden. So geschehen in Göhren auf Rügen am Sonntag. Eigentlich sollte jeder froh sein über diesen „Service“, denn Gefahren wie Unterströmung lassen sich oft nicht erkennen und so können Leben gerettet werden.

Rügen: Rote Flaggen ignoriert

Das Problem allerdings, wenn die roten Flaggen gehisst werden: Es gibt immer wieder Menschen, die das überhaupt nicht interessiert. So meldete sich eine Frau auf Facebook zu Wort, die das ziemlich schockierte.

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„Ich war ehrlich gesagt entsetzt, wie viele Erwachsene mit ihren Kindern ins Wasser gegangen sind. Teilweise hatten sie selber zu tun, sich bei dem Wellengang auf den Beinen zu halten. Und dann noch die Kinder mitnehmen, wenn was passiert, ist das Geschrei groß.“

Die Lebensretter seien zwar vor Ort aber man müsse ja nicht auf solch unvernünftige Art und Weise deren Hilfe in Anspruch nehmen, findet die Frau. „Ich gebe diesem Beitrag so Recht. Mir als ehemaliger Rettungsschwimmerin fehlen da immer die Worte“, antwortet eine weitere Frau daraufhin und erhält viel Zuspruch.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Rügen: Gefährliche Unterströmung

Auch viele andere Menschen berichten, dass sie ähnliche Erlebnisse hatten und rote Flaggen ignoriert wurden. Dabei kann besonders Unterströmung zum großen Problem für Badegäste werden und selbst Erwachsene mitreißen und auch töten.

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Leider kommt es auch immer wieder vor, dass DLRG-Rettungsschwimmer angefeindet werden, wenn diese versuchen, die Menschen aus dem Wasser zu bewegen.

Ist die Situation im Meer so gefährlich, dass die roten Flaggen gehisst werden, dann können Badegäste nicht zwingend mehr damit rechnen, durch die DLRG-Schimmer gerettet zu werden. Denn Eigenschutz geht vor. Ist die Situation zu brenzlig und Menschen sind trotzdem noch im Wasser, kann möglicherweise nicht eingegriffen werden. (rg)