Rügen: Mega-Attraktion wird zur Lachnummer – Millionen an Steuern fließen ins Nichts

Der Bahnhof von Putbus auf Rügen ist vor allem wegen des Raasenden Rolands bekannt.
Der Bahnhof von Putbus auf Rügen ist vor allem wegen des Raasenden Rolands bekannt.
Foto: picture alliance / Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa | Stefan Sauer

Das sind bittere Nachrichten von Rügen. Ein viel umjubeltes Projekt sollte eigentlich eines der Aushängeschilder der Insel werden. Doch mittlerweile ist nicht mehr viel übrig vom Hype.

Leider reiht sich schlechte Nachricht an schlechte Nachricht auf Rügen. So wie die Lage jetzt ist, wird es die angedachte Mega-Attraktion nicht wie geplant geben.

Rügen muss Rückzieher machen

Für Kinder und wahrscheinlich vor allem Kind-gebliebene-Männer wäre die groß angelegte „Eisenbahn-Erlebnislandschaft“ mit Sicherheit zum großen Hit geworden.

Nun heißt es allerdings: Das Projekt in Putbus lässt sich nicht wie geplant verwirklichen. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, seien die Baukosten im ersten Teilprojekt bereits explodiert, das zweite Teilprojekt inklusive des Eisenbahnmuseums bleibe nun auf der Strecke.

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Vom größten Infrastrukturprojekt des Landes kann nun erst einmal der erste Teil umgesetzt werden. Laut des Berichts müsse bei der Eisenbahn-Erlebnislandschaft kräftig abgespeckt werden. Die Preissteigerungen im Bausektor sind der Grund, weshalb nicht mehr alles, was angedacht war, verwirklicht werden kann.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Landkreis Rügen-Vorpommern kann Mehrkosten nicht stemmen

Laut „Ostsee-Zeitung“ wurde ursprünglich mit 10 Millionen Euro geplant, nun stehen die Kosten für den ersten Teil mit Wagenhalle, Wasserturm, Ausstellungsgleis 5, Zuwegung und Besucherparkplatz schon bei 13 Millionen Euro. Die Differenz trägt der Landkreis Vorpommern-Rügen, der finanziell wahrlich alles andere als auf Rosen gebettet ist.

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Für den zweiten Teil, das Museum, sieht es damit schlecht aus. Weitere Fördermittel konnte man nicht auftreiben. Dem Bericht zufolge gibt es jetzt nur noch einen Hoffnungsschimmer: Wenn der Landrat das fehlende Geld erfolgreich bei der Landesregierung, Stiftungen oder anderen Investoren besorgen kann.

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Rügen investiert auch an anderer Stelle in seine touristische Infrastruktur und baut eine seiner beliebtesten Attraktionen um. >>> Hier liest du mehr dazu. (rg)