Rügen: Frau zeigt Aufnahmen von der Insel – dann gibt es Streit

Durch einige Aufnahmen eines verlassenen Ortes ist in einer Facebook-Gruppe für Rügen-Fans eine Diskussion entstanden (Symbolbild).
Durch einige Aufnahmen eines verlassenen Ortes ist in einer Facebook-Gruppe für Rügen-Fans eine Diskussion entstanden (Symbolbild).
Foto: imago images / Andre Gschweng & Westend61

In einer Facebook-Gruppe für Rügen-Fans hat eine Frau einige Schnappschüsse von der Urlaubsinsel in Mecklenburg-Vorpommern geteilt. „Verlassene Orte“ hat sie dazu geschrieben.

Der verlassene Ort befindet sich in Grabow auf der Halbinsel Zudar. Es handelt sich um ein ehemaliges Ferienobjekt des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), dem größten Tourismusträger in der DDR. Doch in den Kommentaren diskutieren Rügen-Fans plötzlich über etwas völlig anderes.

Rügen: Diskussion zwischen Einheimischen und Urlaubern

Ausgang der Diskussion ist folgende Aussage einer Frau: „Schade, dass sich um solche schönen Plätze nicht gekümmert wird. Der Landkreis könnte dort sicherlich etwas Neues erbauen lassen.“ Klingt eigentlich relativ harmlos, oder?

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Jedoch poltert ein Mann los: „Rügen braucht keine Betten mehr, denn 1,6 Millionen Urlauber sind mehr als genug. Aber Geldhaie pushen andere noch auf und pflastern Rügen zu.“

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Anschließend geht es also – wieder einmal – um die Frage, wie willkommen Touristen denn an der Ostsee-Insel sind oder nicht. „Man muss ja nicht alles für die bösen Touristen wiederaufbauen, normaler Wohnraum für Rüganer ginge doch auch, oder?“, schreibt zum Beispiel ein Nutzer.

Rügen-Urlauber geben Kontra

Darauf erwidert der Mann, der die Diskussion losgetreten hat, dass die Einwohnerzahl auf Rügen immer weiter zurückginge. „Also nichts für Wohnungsbau, sondern nur etwas für den Geldbeutel der Reichen“, sagt er. Außerdem würde all das den Urlauber seiner Meinung nach nicht interessieren.

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Das will eine Frau nicht auf sich sitzen lassen. „Stimmt doch überhaupt nicht, dass es ‚die Urlauber‘ nicht interessiert. Danke für die Pauschalisierung“, antwortet sie.

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern:

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland
  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt 337 Kilometer Außenküste
  • Mit Heiligendamm hat Mecklenburg-Vorpommern den ältesten Seebadeort Deutschlands (gegründet 1793)
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96.000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208.000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rügen, die größte Insel Deutschlands, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern

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Und ein anderer Mann fügt hinzu: „Sehe ich auch so, mich kotzt es an, dass hier alle über einen Kamm geschoren werden. Man bekommt ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn man über die Seebrücke fährt“.

Was wird aus dem Ferienobjekt auf Rügen?

Das eigentliche Thema, der Ferienort des FDGB, geht an dieser Stelle komplett verloren. Die Anlage in Grabow ist eine von vielen Objekten, die zu Zeiten der DDR ein beliebtes Ziel von Paaren oder auch Familien war.

In der Nebensaison sollen sich hier meist ältere Menschen aus Sachsen aufgehalten haben, wie ein Insel-Fotograf in seinem Blog schreibt. Inzwischen soll das Gelände an einen privaten Investor verkauft worden sein.

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Was dort geplant ist oder ob es inzwischen wieder einen Wechsel beim Eigentümer gab, ist unklar. Fest steht, dass das Objekt heute von Verfall und Vandalismus bedroht ist. Und das ist bei aller Diskussion wohl schon traurig genug. (mk)