Rügen: Zu viele Urlauber, zu wenig Wohnraum – jetzt soll etwas passieren!

Die Seebrücke in Binz auf Rügen
Die Seebrücke in Binz auf Rügen
Foto: imago

Die Umgebung ist jedes Mal wieder idyllisch, aber die Themen sind ernst. Das war bei diesem Treffen auf Rügen so. Und es wird auch beim nächsten Mal so sein, wenn entscheidende Menschen zusammenkommen, um über die Zukunft der Inseln zu sprechen.

Nach Rügen in diesem Jahr soll die nächste Inselkonferenz 2023 auf den Ostfriesischen Inseln veranstaltet werden.

Rügen: Belastung durch Urlauber und Klimawandel

Geplant sei das Treffen der Inselvertreter höchstwahrscheinlich im Herbst nächsten Jahres, sagte Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen, am Freitag.

Am Donnerstag und Freitag hatten sich Vertreter der Inseln und Halligen zur 2. Inselkonferenz in Binz auf Rügen getroffen. Wichtiger Programmpunkt war die Unterzeichnung einer Resolution mit Forderungen an die Politik. Insbesondere fordern sie gezieltere finanzielle Unterstützung.

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Es sei auch ein stärkerer Dialog mit den Inseln und Halligen wichtig, um deren lokalen Bedingungen und Herausforderungen auch in politischen Plänen Ausdruck zu verleihen. Bisher blieben die Standortnachteile der Orte dabei „weitestgehend unberücksichtigt“. Nach Angaben des Tourismusverbands Rügen unterzeichneten 26 Inselvertreter die Resolution.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Trotz unterschiedlicher Größen und Voraussetzungen stünden die Inseln und Halligen vor denselben Herausforderungen, hieß es in der Resolution.

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Das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum, hohe Logistikkosten, Belastung durch Tourismus und der Klimawandel seien auf den Inseln besonders dringende Probleme. Die Unterzeichner forderten daher bessere Regeln für die Schaffung von Wohnraum und bessere Instrumente, um dem Touristenandrang gerecht zu werden. Außerdem wurde die Reaktivierung stillgelegter Bahnverbindungen vorgeschlagen.

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Die erste Inselkonferenz wurde 2019 auf Helgoland veranstaltet. Der Termin für die zweite Konferenz war wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben worden. (dpa/jds)