Sankt Peter-Ording: In der Nordsee gibt es ein großes Problem – „Bedroht“

Blick auf die Nordsee in Sankt Peter-Ording.
Blick auf die Nordsee in Sankt Peter-Ording.
Foto: IMAGO / Annett Mirsberger

Sankt Peter-Ording ist als Küstenort an der Nordsee bei Touristen sehr beliebt. Viele Menschen lieben das Meer. Es zu schützen, haben sich wiederum viele zur Aufgabe gemacht. In Sankt Peter-Ording machen unter anderem die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer auf die Besonderheiten von Meeresbewohnern sowie von Lebewesen an der Küste aufmerskam.

Im Nationalpark-Haus Sankt Peter-Ording weisen sie auf ein großes Problem im Meer hin.

Sankt Peter-Ording: „Feinmaschige Netze sind allerdings ein Problem“

Es betrifft den Schweinswal, einen von drei Meeressäugern in der Nordsee. „Dies ist die einzige heimische Walart in Deutschland. Aufgrund der Stellnetzfischerei ist der Bestand allerdings bedroht“, schreibt das Nationalpark-Haus bei Facebook.

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Und erklärt, dass sich Schweinswale nicht anhand ihrer Augen, sondern wie fast alle Zahnwahle mit der Echolotortung orientieren. Schweinswale erzeugen Klicklaute, die auf Objekte prallen und ein Echo zurückwerfen.

„Feinmaschige Netze sind allerdings ein Problem, da er diese nicht orten kann und sich schnell in einem Netzt verfängt.“ Das Problem ist bekannt. Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer ist deshalb extra eine Walschutzzone eingerichtet worden, in der die Stellnetzfischerei verboten ist. Dort können die Schweinswale auch ungestört ihre Jungen großziehen.

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Das ist Sankt Peter-Ording:

  • Der Küstenort Sankt Peter-Ording liegt im Südwesten der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein.
  • Sankt Peter-Ording ist in vier Ortsteile gegliedert: Böhl, Bad, Dorf (Süd) und Ording. Dort leben insgesamt 3.997 Menschen.
  • Nach den Übernachtungszahlen ist Sankt Peter-Ording in Schleswig-Holstein das führende Seebad auf dem Festland. 2019 zählte der Küstenort 1.617.211 touristische Übernachtungen.
  • Sankt Peter-Ording hat als einziges deutsches Seebad eine eigene Schwefelquelle und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“.
  • Bekannt ist der Küstenort auch für seine Pfahlbauten am Strand.
  • Von 1994 bis 1997 wurde in Sankt Peter-Ording die ARD-Serie „Gegen den Wind“ produziert.

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Das Nationalpark-Haus informiert in seiner Ausstellung über die Stellnetzfischerei und Schweinswale. Mehr Informationen dazu gibt es auch bei der Schutzstation Wattenmeer.

Sankt Peter-Ording: Auch in der Ostsee ein Thema

Die Stellnetzfischerei ist nicht nur in der Nordsee ein Thema. Ende März haben Wal- und Delfinschützer an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appelliert, zum Schutz der Schweinswale in der Ostsee die Stellnetzfischerei zu verbieten.

Nach Angaben der Schutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) haben 115 Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern einen entsprechenden Brief an Klöckner gerichtet. Jedes Jahr fielen Hunderte Schweinswale Stellnetzen zum Opfer, die immer noch überall ausgebracht werden dürften, teilte die WDC mit.

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Die kleine Population von rund 500 Tieren in der Ostsee unterscheide sich genetisch von allen anderen Schweinswalen, erläuterte WDC-Meeresbiologe Fabian Ritter. „Das Aussterben der Population in der Ostsee wäre ein großer Verlust. Und die Tatsache, dass Deutschland zu wenig dagegen tut, ist ein Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht in Deutschland sowie der EU.“

Ein Tier, das vor 100 Jahren fast ausgerottet war in der Ostsee ist dort heute wieder heimisch. Allerdings hat es am Strand der Insel Usedom vergangene Woche einen traurigen Fund gegeben. Mehr dazu erfährst du >>> hier. (kbm mit dpa)