Sankt Peter-Ording (SPO): Ärger um Neubau an der Nordsee – „Nichts für uns“

Nordsee: Diese 5 Strände musst du gesehen haben

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Wir stellen 5 Nordsee-Strände vor, die du unbedingt gesehen haben musst.

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Direkt an der Promenade von Sankt Peter-Ording (SPO) ist ein neuer Riesen-Bau in die Höhe geschossen. Umsäumt von knorrigen Bäumen soll das graue Ungetüm Touristen anlocken.

Umgeben ist das nagelneue Bauwerk auch von heftigen Debatten. Während Ängste laut werden, verteidigen andere Anwohner und Liebhaber von Sankt Peter-Ording (SPO) den Komplex mit Leidenschaft.

Sankt Peter-Ording (SPO): Großstadt-Feeling im Nordsee-Dorf

„Urban Nature“ ist das Motto des gleichnamigen Hotels, das kürzlich eröffnete. Kantig und mit viel Großstadt-Flair soll es sich in die Natur von Sankt Peter-Ording einfügen.

Kritikern scheint die Verbindung von Stadt und Natur an der Promenade des Urlaubsortes wenig gelungen. „Passt nicht so wirklich ins Bild“, heißt es in den sozialen Netzwerken. „Schlimm“ und „unansehnlich“ finden viele das neue Hotel, das tatsächlich unauffällig daherkommt: Sandfarben, viel Glas, schnörkellos.

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Das ist Sankt Peter-Ording:

  • Der Küstenort Sankt Peter-Ording liegt im Südwesten der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein.
  • Sankt Peter-Ording ist in vier Ortsteile gegliedert: Böhl, Bad, Dorf (Süd) und Ording. Dort leben insgesamt 3.997 Menschen.
  • Nach den Übernachtungszahlen ist Sankt Peter-Ording in Schleswig-Holstein das führende Seebad auf dem Festland. 2019 zählte der Küstenort 1.617.211 touristische Übernachtungen.
  • Sankt Peter-Ording hat als einziges deutsches Seebad eine eigene Schwefelquelle und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“.
  • Bekannt ist der Küstenort auch für seine Pfahlbauten am Strand.
  • Von 1994 bis 1997 wurde in Sankt Peter-Ording die ARD-Serie „Gegen den Wind“ produziert.

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Sankt Peter-Ording (SPO): Angst geht um

Kritik kommt auch noch aus einem anderen Lager: Von Profitgier und „Massentourismus“ ist die Rede – zahlreiche Beobachter fürchten um alteingesessene Hotels und Gastgeber.

Ein Mann ist sich sogar sicher: Familienunternehmen sollen „bewusst platt gemacht werden“. Erst vor kurzem fürchtete Sank Peter-Ording, von Touristen überrannt zu werden (wir berichteten), seit Beginn der Corona-Pandemie werden Urlaubsorte an der Nordsee und Ostsee immer beliebter – Angst macht sich breit.

Dass Urlauber auch dringend benötigtes Geld in die Kassen der Gemeinde spülen, merken Befürworter des „Urban Nature“ auf Facebook an. Der Ort müsse „mit der Zeit gehen“, sonst gingen wichtige Jobs verloren, meint eine Frau und erntet reichlich Zustimmung.

Anwohner sehen das anders. Der Wandel, der in ihrem Heimatort vor sich geht, möge zwar Besuchern positiv auffallen, doch für die Menschen vor Ort sei der Tourismus ein Graus. Einige Urlauber berichten sogar, sie fühlten sich mittlerweile nicht mehr willkommen in Sankt Peter-Ording.

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Wird Sankt Peter-Ording (SPO) zu einem zweiten Sylt?

„Geldgier“ sieht eine Frau aus dem Küstenort in dem Hotel und schießt gegen die gesamte Tourismusbranche „Alles für den Touristen, nichts für uns“, lautet ihr drastisches Fazit. Mit „nichts“ meint sie vor allem fehlenden Wohnraum für Einheimische.

Eine Entwicklung, die viele beschäftigt. In der Debatte wird immer wieder Sylt herangezogen. Auf der Nordsee-Insel läuft es schon lange nicht mehr rund für die Insulaner (>>> hier mehr lesen).

„Der Ort wird nur noch von der Geldgier einiger Menschen geprägt!“, heißt es von einer Anwohnerin, die ebenfalls um Wohnraum und Lebensgefühl in Sankt Peter-Ording fürchtet. Hier stimmen zahlreiche Touristen mit ein – eine „Versyltung“ wollen viele beobachten, zu viel „Schickimicki“.

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10 Tipps für Urlaub an der Nordsee:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

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Sankt Peter Ording (SPO): „Alles schön lässig“

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die den Neubau verteidigen. „Mir gefällt es und ich finde es fügt sich gut dort ein. [...] Alles schön lässig. Kein Schickimicki“ und „Finde ich jetzt nicht wirklich schlimm“ entgegnen zahlreiche Menschen, die auch schon live vor Ort waren.

Und von einer weiteren Frau heißt es: „Ehrlich gesagt find ich’s gut, dass Veränderung passiert! So ist das Leben! SPO bietet echt für alle was: von Reetdachhaus bis Luxusbunker! Also wieso meckert ihr immer noch?“

Bei all den lebhaften Diskussionen rund um den Wandel in Sankt Peter-Ording ist eines sicher: Der Küstenort bleibt wohl gut besucht. Welche Konsequenzen das für Land und Leute an der Nordsee haben wird, bleibt abzuwarten. (wip)