Schleswig-Holstein: Mann erfährt, dass seine Mutter wegen Corona im Sterben liegt – dann kommt es noch schlimmer

In einem Pflegeheim in Bredstedt (Schleswig-Holstein) gab es nach einem Corona-Ausbruch viele Tote.
In einem Pflegeheim in Bredstedt (Schleswig-Holstein) gab es nach einem Corona-Ausbruch viele Tote.
Foto: imago/blickwinkel

Als Nils Metzner erfährt, dass seine Mutter im Sterben liegt, fährt er sofort zu ihr ins Pflegeheim nach Bredstedt in Schleswig-Holstein.

In der Einrichtung in Schleswig-Holstein haben sich fast 100 Bewohner und Mitarbeiter mit Corona infiziert. Nils Metzner konnte sich von seiner Mutter noch nicht einmal richtig verabschieden.

Schleswig-Holstein: „Meine Mutter lag hinter der Scheibe im Bett“

„Mein Vater und ich mussten vor einem verriegelten Balkonfenster stehen bleiben“, zitiert die „Bild am Sonntag“ (Bams) Nils Metzner. „Meine Mutter lag hinter der Scheibe im Bett, bewegte nur noch die Augenlider. Wir haben gewunken, ihr liebe Worte gesagt und geweint.“

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Drei Tage später starb seine Mutter, Renate Metzner. Die 71-Jährige ist eine von 18 Bewohnern des „Alloheim“ Bredstedt, die seit Dezember an oder mit Corona verstarben. Pfleger und Angehörige erheben nun schwere Vorwürfe, wie die „Bams“ berichtet.

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Das ist Schleswig-Holstein:

  • Schleswig-Holstein ist Deutschlands nördlichstes Bundesland
  • Die Landeshauptstadt Kiel ist mit rund 247.000 Einwohnern auch die größte Stadt in Schleswig-Holstein
  • Fehmarn ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins und die größte des Bundeslandes
  • Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland gehört zu Schleswig-Holstein
  • Zu Schleswig-Holstein gehören die bei Touristen beliebten nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr

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Die Zeitung zitiert Nils Metzner mit den Worten: „Ich bin sicher: Meine Mutter wurde durch Pfleger infiziert. Sie hatte ja sonst zu niemandem Kontakt, durfte ihr Zimmer nach dem Corona-Ausbruch gar nicht mehr verlassen.“

Die „Bams“ zeichnet die Geschehnisse im Heim wie folgt nach: Am 1. Dezember wurde erstmals ein Pfleger positiv getestet. Zwei Tage später machte das Heim bei allen 160 Mitarbeitern und Bewohnern Antigen-Schnelltests: Alle waren negativ. Am 5. Dezember testete das Gesundheitsamt nochmals alle per PCR-Test. Mit dem Ergebnis, dass acht Bewohner positiv waren.

Schleswig-Holstein: Mitarbeiter erheben Vorwürfe

Erst dann, vier Tage nach der ersten nachgewiesenen Infektion, soll das Heim seine Pfleger angewiesen haben, statt normalem Mund-Nasen-Schutz FFP-2-Masken zu tragen. Das habe eine Mitarbeiterin der „Bams“ berichtet.

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Auf „shz.de“ war bereits kurz vor Weihnachten zu lesen, dass sich zwei Mitarbeiterinnen des Heims, die anonym bleiben möchten, an die Zeitung gewandt hätten. Eine von ihnen wird mit dem Satz zitiert: „Unseretwegen sterben hier die Menschen. Was wir hier machen, das ist aktive Sterbehilfe.“

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Der Kreis Nordfriesland hatte vor Weihnachten mit verschärften Quarantäneregeln reagiert, wie „shz.de“ berichtet: Alle Menschen, die sich zwischen dem 15. und 21. Dezember länger als eine halbe Stunde in dem Seniorenheim aufgehalten hatten, mussten in Quarantäne. Zudem verlängert sich die häusliche Absonderung für diejenigen, die aufgrund des Ausbruchs schon jetzt in Quarantäne sind, bis zum 4. Januar. Eine Verlängerung sei möglich, heißt es weiter.

Der Kreis hatte mit einer Allgemeinverfügung auf das reagiert – wie es im Schreiben heißt – „unklare Ausbruchsgeschehen, den eklatanten Personalmangel und die Missachtung der Hygienevorschriften“.

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Wie die „Bams“ schreibt, weist das Unternehmen „Alloheim“ auf Nachfrage der Zeitung alle Kritik zurück: Das Heim habe voll kooperiert, alle nötigen Maßnahmen eingeleitet. (kbm)