Schleswig-Holstein: SIE profitieren von Corona – „Kriegen das Glänzen gar nicht aus den Augen“

Hotels in Schleswig-Holstein ging es in der Hochsaison wegen der Corona-Krise teilweise gar nicht gut.
Hotels in Schleswig-Holstein ging es in der Hochsaison wegen der Corona-Krise teilweise gar nicht gut.
Foto: picture alliance / dpa & imago images / YAY Images

Dieses Jahr hatte es die Tourismusbranche nicht einfach. Einige Menschen verzichteten wegen Corona komplett auf das Reisen. Bereits vor der Hochsaison im Sommer malten sich viele Hotels und Gaststätten in Ferienorten die schlimmsten Szenarien aus. Auch in Schleswig-Holstein befürchtete man große finanzielle Verluste.

Doch zumindest im Norden konnte die Tourismusbranche die Folgen der Corona-Krise weitestgehend abfedern. Schleswig-Holstein ist nach Einschätzung von Minister Bernd Buchholz bisher im Durchschnitt mit einem „blauen Auge“ durch die Corona-Krise gekommen.

Schleswig-Holstein: Riesige Verluste bleiben aus

Die befürchtete Katastrophe „ist es nicht geworden“, sagte der FDP-Politiker. Dabei hatten viele Unterkünfte noch im April mit Einbußen von 95 Prozent zu kämpfen. So sei die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr um 37,9 Prozent auf neun Millionen gesunken. Das sei jedoch das geringste Minus aller Bundesländer.

Im Juni betrug der Rückgang zum Vorjahresmonat dann nur noch 10,8 Prozent, während die Übernachtungen deutschlandweit fast um 42 Prozent zurückgegangen waren.

Am 19. Mai hob Schleswig-Holstein das Einreiseverbot für Touristen wieder auf und lockerte schrittweise Corona-Verbote. Buchholz betonte ebenfalls, dass es keine größeren Corona-Ausbrüche an Touristenorten gegeben habe. Nur vereinzelt kam es zu Infektionen. „Wir hatten kein Sommer-Ischgl in Schleswig-Holstein.“ Das Bundesland habe somit bewiesen, dass man hier auch zu Pandemie-Zeiten sicher Urlaub machen kann.

Viele Übernachtungen im Sommer in Schleswig-Holstein

Da die Übernachtungszahlen im Juli und August wieder etwas moderater waren, rechnet die Tourismus-Agentur für das gesamte Jahr nur mit einem leichten Rückgang. Um etwa fünf bis zehn Prozent könnten die Übernachtungen im Vergleich zum Rekordjahr 2019 mit 36 Millionen Übernachtungen abgenommen haben, sagte Geschäftsführerin Bettina Bunge.

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Laut der Geschäftsführerin kamen in diesem Jahr auch viele Urlauber nach Schleswig-Holstein, die dort sonst gar nicht so stark vertreten sind. Das seien beispielsweise Paare ohne Kinder oder Touristen aus Bayern. Auch das Binnenland habe von dem starken Andrang an die Küsten der Nord- und Ostsee profitiert.

Im Juni schaffte es der Norden mit der Zahl bei den Übernachtungen sogar auf Platz zwei nach Bayern. Im ersten Halbjahr belegte das Land lediglich den fünften Rang.

HIER in Schleswig-Holstein hat man von der Krise profitiert

Besonders schnell habe sich die Tourismus-Krise in der Ostseeregion rund um die Lübecker Bucht und Fehmarn erholt. Laut der Tourismus-Agentur lag das auch an vielen Urlaubern aus dem nahen Hamburg.

Ferienhäuser und Ferienwohnungen sowie Campingplätze konnten im gleichen Monat sogar einen Anstieg der Gästeübernachtungen im Vorjahresvergleich verzeichnen. Einigen von ihnen gehe es richtig gut, sagte Buchholz. „Campingplatzbetreiber kriegen das Glänzen gar nicht aus den Augen.“

Aber SIE leiden unter der Krise in Schleswig-Holstein

Alle anderen Unterkunftsarten mussten dafür teilweise deutliche Rückgänge verzeichnen. So sank die Zahl der Übernachtungen in Erholungs- und Ferienheimen sowie von Jugendherbergen jeweils um fast 80 Prozent. Der Städtetourismus büßte ebenfalls kräftig ein.

Auch viele Landgasthöfe wurden von der Corona-Krise stark getroffen. Diese sind nämlich von Familienfeiern und anderen Veranstaltungen abhängig. Ihre Existenz sei stark bedroht.

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Zurückgegangen sei zudem die Zahl von Übernachtungsgästen aus dem Ausland von sieben auf vier Prozent. Doch das soll für den Norden kein großes Hindernis darstellen. Denn: Da es mit Fernreisen erst viel später wieder vorangehen werde als mit dem Inlandstourismus, gebe es für Schleswig-Holstein auch deshalb wachsende Chancen, sagte Buchholz. (kf/dpa)

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