Störtebeker Festspiele auf Rügen: Wenn dieser Mann hinter die Bühne kommt, wird es brandgefährlich

Rügen: 5 Fakten über die größte deutsche Insel

Rügen: 5 Fakten über die größte deutsche Insel

Die Insel Rügen ist für viele Ostsee-Urlauber ein beliebtes Reiseziel und kann als touristische Hochburg bezeichnet werden. Grund dafür sind die feinsandigen Strände und das große Gast- und Kulturangebot. Wir verraten euch fünf Dinge, über die malerische Insel in Mecklenburg-Vorpommern, die Du vielleicht noch nicht wusstest.

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Auf Rügen brennt es lichterloh. Denn bei den Störtebeker Festspielen wird auf der Bühne nicht mit Flammen und Explosionen gespart.

Am Samstag feierte das Stück „Im Angesicht des Wolfes“ in Ralswiek auf Rügen Premiere. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause finden die Störtebeker Festspiele endlich statt (MOIN.DE berichtete). Ein Mann macht dabei einen besonderen Job – und der ist manchmal brandgefährlich.

Störtebeker Festspiele auf Rügen: Dieser Mann sorgt für Begeisterung

Am Ende der jeder Vorstellung gibt es ein traditionelles Feuerwerk, das für große Begeisterung unter den Besuchern sorgt, und auch während des Stücks knallt es nicht zu knapp. Hinter dem großen Krach stecken Fred Braeutigam und sein Team.

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Der Chef der Pyro-Crew verriet beeindruckende Details zu seiner Arbeit und den umfangreichen Vorbereitungen hinter den feurigen Effekten. Der 63-Jährige beginnt vor jeder Vorstellung am Vormittag gemeinsam mit seinem Sohn Tim (33) und dem Rest der Crew mit dem Aufbau – und bereits der hat es in sich.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Störtebeker Festspiele auf Rügen: Das passiert hinter die Kulissen

Weitere Vorbereitungen müssen noch vor Beginn des Seeräuber-Spektakels getroffen werden. Ein paar Benzinbomben für die Feuerbälle sowie 55 Kugel- und Zylinderbomben mit einer Ladung zwischen 50 Gramm und 1,5 Kilo müssen während einer Show gezündet werden, eine ganze Menge.

„Wir verwenden eine moderne Version von Schwarzpulver. Das ist wirksamer und wir benötigen weniger davon. Raketen verwenden wir wegen der Stöcke gar nicht mehr. Die liegen sonst später alle im Schilfgürtel des Boddens herum. Auch auf Bestandteile aus Aluminium verzichten wir, um den Dreck zu reduzieren“, sagt er gegenüber der „Ostsee Zeitung“.

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Die Pyro-Crew setzt eine halbe Tonne Material ein, das in einem eigens erbauten Bunker auf dem Gelände lagert. Weiteren Zündstoff lagert in einem Bunker in der Nähe von Braeutigams Heimatort Bad Segeberg. „Da ist auch eine Kiesgrube, in der wir immer die ersten Tests für Effekte durchführen“, erzählt er.

Aus seiner „Loge“ zündet Fred Braeutigam alle Stellen die Kanonen, die aus den Koggen gucken oder die Tonnen, aus denen 200 Liter Wasser in die Luft schießen, durch den Druck auf einen der vielen Knöpfe seines Multicom-Mischpults.

Durch einen schmalen, von einer kleinen Gaube abgedeckten Schlitz kann Fred Braeutigam alles sehen. Und das muss er auch, bevor er die Knöpfe drückt. Schließlich könne es immer sein, dass da noch ein Pferd oder Menschen herumliefen, gibt er Preis.

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Eine weitere, spannende Aufgabe hat die Pyro-Crew auch: brennende Stunt-Leute. Spezielle Brandmasse und sogenanntes „Water-Gel“ werden dafür vor Beginn der Vorstellung bereitgestellt. „Das Gel lässt kein Feuer hindurch und kühlt zusätzlich“, erklärt Braeutigam. Der Effekt ist im Schauspiel besonders eindrucksvoll zu sehen, wenn in einer Szene die Bevölkerung der angegriffenen norwegischen Stadt Bergen aus dem Stadttor flieht.

Damit es auch nur im Eifer der gespielten Gefechte gefährlich wird, gibt es zahlreiche Sicherungsvorkehrungen. Für den Fall, dass mal etwas schief läuft, liegt ein C-Rohr der Feuerwehr in der Nähe, das mit einer Pumpe Wasser aus dem Bodden befördern kann. „Das wurde aber erst einmal benötigt, als vor Jahren einmal der Schilfsaum in Brand geraten war“, sagt Braeutigam im Gespräch mit der „Ostsee Zeitung“. (mae)