Sylt: Koch von der Insel hat genug von dreisten Kunden – „Übergriffig und respektlos“

Der Hafen von List auf Sylt während des Lockdowns.
Der Hafen von List auf Sylt während des Lockdowns.
Foto: picture alliance/dpa

Der Foodtruck von Maurice Morell ist fast schon Kult auf Sylt. Der Koch verkauft aus seiner mobilen Küche in List „Sylter Suppen“. Doch immer wieder gibt es Begegnungen mit Gästen, die den Koch frustrieren.

Deshalb hat er bei Facebook einen Beitrag verfasst, in dem der Gastronom von Sylt vom „übergriffigen und respektlosen“ Verhalten mancher Kunden berichtet.

Sylt: Gäste kommen zu früh

„Unter uns Friesen gilt es als unhöflich, zu früh zu kommen.“ Oft stehen die ersten Kunden bereits eine halbe Stunde vor Öffnung und Verkauf vor seiner Suppenküche. Dann bekommt er Sätze zu hören wir „Sie haben doch schon fertige Suppe, das rieche ich doch“ oder „Ich bin zu früh, nicht?“

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Dabei schmecke der Koch zu dem Zeitpunkt noch seine Speisen ab und fahre sogar noch zum Bäcker, um Brot zu holen. Auch wenn es dann heißt „Brot brauchen wir eh nicht“, denn immerhin hole er das Brot ja für alle Kunden, nicht nur für die paar „Frühdrängler“.

Ein weiters Thema, das dem Gastronom am Herzen liegt: „Auf Massenbewirtung ist der Suppenwagen nicht ausgerichtet“, schreibt er auf seiner Internetseite. Jeden Morgen bereitet er seine Suppen frisch zu. Bis zwölf Uhr hat er dann einen Vorrat für den Tag und sobald dieser ausverkauft ist, gibt es auch keine Suppe mehr.

Sylt-Gastronom freut sich auf die Saison

Deshalb zeigt er sich auf Facebook mit einem Schild mit dem Wortlaut „Für heute ausverkauft – wirklich“. Trotzdem freut sich Morell auf die kommenden Monate. „Saison wird hoffentlich entspannt und lustig“, schreibt er und wünscht sich eine Mischung aus netten und lässigen Gästen.

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Für sein deutliches Statement erhält der Koch viel Zuspruch. „Du machst das genau richtig so“, findet ein Mann. „Manche haben eben zwar mittlerweile den Mindestabstand kapiert, aber beim MindestANstand hapert es noch ein wenig“, kommentiert ein weiterer Mann.

„Manche Kunden machen gerne ihre eigenen Geschäftszeiten“, berichtet eine Frau von ihren eigenen Erfahrungen. „Das nervt, weil die Vorbereitung ins Hintertreffen kommt und man bringt sich unter Druck.“

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Vielleicht hilft der Appell des Gastronoms dem einen oder anderen Gast, mehr Verständnis aufzubringen. Dann können sie entweder später kommen oder vor Ort warten. „Gäste können gerne in den Garten kommen“, lädt der Koch ein. Das klingt doch gut. Immerhin sind die meisten Gäste im Urlaub und können sicherlich ein wenige Entspannung vertragen. (lh)