Usedom: Politiker Philipp Amthor besucht die Ostsee-Insel, doch das kommt bei einigen gar nicht gut an

Der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat die Ostseeinsel Usedom besucht.
Der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat die Ostseeinsel Usedom besucht.
Foto: IMAGO / Leo, imago images (Montage MOIN.DE)

Philipp Amthor von der CDU ist Bundestagsabgeordneter für einen Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern, zu dem auch die Ostsee-Insel Usedom gehört. Also ist es Amthors Job, dort gelegentlich nach dem Rechten zu sehen.

Und so geschah es vor wenigen Tagen. Da stattete der Politiker der Insel Usedom einen Besuch ab, genauer: dem Ostseebad Koserow, wo gerade eine neue Seebrücke über der Ostsee entsteht. Die Reaktionen auf diesen Kurztrip an die Küste fallen allerdings nicht so euphorisch aus, wie Amthor selbst nach dem Besuch noch klang.

Philipp Amthor zu Besuch auf Usedom

Er schrieb auf seinem Facebook-Kanal: „Im Rahmen meiner Wahlkreistour habe ich mich im Ostseebad Koserow auf der Insel Usedom vom Baufortschritt der geplanten neuen Seebrücke überzeugt und mit Bürgermeister René König über Zukunftspläne der Bernsteinbäder gesprochen. Hoffen und arbeiten wir dafür, dass wir der Pandemie so trotzen können, dass die Eröffnung der Seebrücke auch von Touristen in Mecklenburg-Vorpommern bewundert werden kann.“

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Das ist Philipp Amthor:

  • Geboren 1992 in Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern)
  • 2008 trat er in die CDU und die Junge Union ein
  • 2011 machte er sein Abitur mit einem Schnitt von 1,4
  • 2017 zog er über ein Direktmandat in den Bundestag ein
  • Zwischen 2019 und 2020 war er als Lobbyist für das Unternehmen Augustus Intelligence tätig

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Dazu teilte er Fotos von seinem Ortsbesuch.

Während sich Philipp Amthor also positiv zu seinem Besuch äußert und gerne Bilder davon teilt, sieht die Stimmung in den Kommentaren darunter wie gesagt anders aus.

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„Klein Phil sieht sich also nach dem Rechten um“, schreibt jemand. „Vielleicht ist ja irgendwo noch ne kleine Aktienoption versteckt.“ Der Kommentar zieht offensichtlich auf die Nebeneinkünfte ab, deretwegen der junge Politiker vor einiger Zeit in die Kritik geraten war.

Dieser auch: „Herr Amthor sie sollten nicht als Kandidat der CDU antreten sie haben die Wähler enttäuscht ihre Zeit ist vorbei bevor sie begonnen hat.“

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Jemand anderes schreibt: „Wahlkreistour, Herr Amthor? Junge, Junge... megadreist! Wir werden mit Verboten belegt und Herr Amthor protzt...“

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Auf Usedom gibt es einen Flughafen, dieser ist bei Garz gelegen
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Da geht es eher um die Ungerechtigkeit: Reisen wegen Corona verboten, Amthor tourt trotzdem durch die Gegend.

+++ Ostsee: Rewe will Supermarkt auf Usedom eröffnen – das passt einigen gar nicht +++

Hier auch: „Reisen und Leute treffen dürft ihr nicht. Bei mir ist das was anderes, ICH BIN Politiker!“

Es geht auch humorvoller...

Etwas humorvoller ist dieser Spruch: „Ist das der Weg zum Brücken-Lockdown in die Pleite?“ Klare Anspielung auf die von Amthors Parteikollegen Armin Laschet – dem Chef der CDU – vorgebrachte Idee eben eines „Brücken-Lockdowns“ zur Corona-Bekämpfung (MOIN.DE berichtete).

Und es gibt auch positive Bemerkungen: „Die Hoffnung auf die neue Seebrücke wächst“, schreibt jemand. „Danke an alle Beteiligten!“

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Tja. Amthor ist eben ein Politiker, der seeehr polarisiert. Die einen schätzen seine konservative Haltung und das dazu passende Auftreten. Andere verachten beides.

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Da geht es dann auch nicht immer um die Sache. Bei seinen Kritikern ist er unten durch, da kann Philipp Amthor machen, was er will. Die kann er nicht mal aufheitern, indem er nach Usedom kommt. (jds)