Aldi in Hamburg: Anwohner laufen Sturm wegen neu geplanter Filiale – „Völlig überdimensioniert“

Insbesondere die Parkplatz-Situation der Aldi-Filiale in Hamburg sorgt bei den Anwohnern für Kritik (Symbolbild).
Insbesondere die Parkplatz-Situation der Aldi-Filiale in Hamburg sorgt bei den Anwohnern für Kritik (Symbolbild).
Foto: imago images/teamwork

Ärger um eine geplante Aldi-Filiale in Hamburg!

Im Stadtteil Hamburg-Blankenese soll ein Gebäude gebaut werden, in dem unter anderem ein Aldi-Markt vorgesehen ist. Doch den Anwohnern gefällt das gar nicht. Sie haben gleich mehrere Bedenken.

Aldi in Hamburg: Geplanter Neubau sorgt für Kritik

Zwischen der Blankeneser Bahnhofstraße und der Auguste-Bauer-Straße soll nach Informationen des „Hamburger Abendblatt“ der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit drei Vollgeschossen, Dachgeschoss, Souterrain und einer Tiefgarage mit 38 Stellplätzen enstehen.

Oben sollen Seniorenwohnungen entstehen, darunter ist ein Aldi-Markt mit einer Gesamtfläche von rund 1.000 Quadratmetern geplant. Doch das Projekt des Unternehmers Oliver Quint sorgt für Kritik.

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Anwohner der Auguste-Bauer-Straße fürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Kunden sowie Lieferanten und haben sich mit einem Schreiben an Bezirkspolitiker gewandt. Sie sprechen von einem „völlig überdimensionierten Bauvorhaben“.

Bis zu 1 Millionen mehr Autos durch Aldi-Filiale in Hamburg

Das Problem: Die Tiefgarage ist ausschließlich für Bewohner des Hauses vorgesehen, Kundenparkplätze für den Aldi-Markt sind nicht geplant. „Wenn es keine Parkgarage für Aldi geben sollte, würde die Parkplatzsituation im Ort zusammenbrechen“, heißt es in dem Anwohnerschreiben.

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Das ist Aldi:

  • Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei separate Unternehmensgruppen
  • Aldi steht für Albrecht-Discount: 1913 machte sich Karl Albrecht in Essen als Brothändler selbstständig
  • 1962 wurde der Familienbetrieb zu einem reinen Discounter umfunktioniert und hat den heutigen Namen „Aldi“ gekriegt
  • Die Trennung in Nord und Süd erfolgte 1961
  • Mittlerweile zählt Aldi zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit

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Berechnungen des Anwohners Ekhard Popp und seiner Ehefrau Isabelle Cramer hätten laut „Hamburger Abendblatt“ ergeben, dass die Filiale dem Ortskern bis zu einer Millionen zusätzlicher Autos pro Jahr bescheren würde.

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Außerdem werden Wildparker, Staus und Hupkonzerte befürchtet, ebenso eine zusätzliche Belastung mit Autoabgasen. „Es ist in den vergangenen Jahren sowieso schon immer schlimmer geworden“, sagt Dirk Mötting, der seit 1973 hier wohnt. „Und nun auch das noch.“

Aldi in Hamburg: Verstößt das Projekt gegen den Bebauungsplan?

Hinzu kommt aus der Sicht der Anwohner, dass das Projekt gegen den Bebauungsplan Blankenese 6 verstößt. In diesem heißt es: „Die Flächen sollen ausschließlich dem Wohnen dienen und nicht durch Fremdnutzungen in ihrer Wohnqualität gemindert werden.“

Bezirkspolitiker hingegen verweisen darauf, dass die Grundstücke, um die es geht, als so genanntes Mischkerngebiet ausgewiesen seien. Außerdem sei auch in einem Wohngebiet gewerbliche Nutzung mit Einzelhandelsgeschäften zulässig.

Anwohner schalten Anwalt ein um Aldi-Filiale in Hamburg zu verhindern

Inzwischen haben die Blankeneser einen Anwalt eingeschaltet. In einem Schreiben der auf Baurecht spezialisierten Kanzlei Oberthür & Partner an das Bezirksamt Altona, das dem „Hamburger Abendblatt“ vorliegt, werden zahlreiche Punkte gegen das Bauprojekt aufgelistet.

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Außerdem heißt es: „Gegen andersartige Entscheidungen der zuständigen Genehmigungsbehörde werden unsere Auftraggeber alles rechtlich Mögliche unternehmen, um eine solche Genehmigung anzufechten oder durch zuständige Gerichte aufheben zu lassen.“

Der bezirkliche Bauausschuss will sich am 13. Juli mit dem Projekt und der geplanten Aldi-Filiale in Hamburg beschäftigen. Ergebnis offen. (mk)