Hamburg: Jemand hängt gelbe Zettel an E-Scooter – der Hintergrund ist ernst

Immer wieder stehen oder liegen E-Scooter mitten auf Gehwegen.
Immer wieder stehen oder liegen E-Scooter mitten auf Gehwegen.
Foto: picture alliance / PublicAd | Stefan Hoyer

Sie sorgen in nicht nur in Hamburg immer wieder für Ärger: E-Scooter. Betrunkene versenken sie in Flüssen (>>>hier auf Moin.de nachzulesen), oder zerstören sie mutwillig. Doch allzu oft verwenden auch nüchterne Mitbürger die bunt lackierten Flitzer so, dass sie zu einer ernstzunehmenden Gefahr für andere werden.

In Hamburg hängen deshalb nun öfter auffällige, gelbe Zettel an den Zweirädern. In mehreren Stadtteilen soll damit auf die Gefahren durch die E-Scooter hingewiesen werden. Insbesondere Fußgänger, Autofahrer und Behinderte sind betroffen.

Hamburg: Gelbe Karte für die praktischen Flitzer

„Mitten auf der Straße“ soll ein E-Scooter laut einer Facebook-Nutzerin kürzlich gestanden haben. Der empörte Kommentar findet sich unter einem Post, der vom Blinden- und Sehbehindertenverin Hamburg e. V. (BSVH) geteilt wurde.

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Das ist Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Mit gelben Karten wurden in Hamburg-Hamm und anderen Stadtteilen der Hansestadt mehrere abgestellte E-Scooter markiert. An den Lenkern baumeln die laminierten Schildchen, „Gelbe Karte für Falschparker“ ist darauf zu lesen.

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Auf mehreren Fotos ist zu sehen, wie die grell lackierten Flitzer direkt vor dem Eingang zu einer S-Bahn Station und in der Nähe einer Bushaltestelle stehen. Offensichtlich achtlos abgestellt, stellen die E-Roller laut dem Verein ein massives „Problem“ dar.

Hamburg: Ein ernstzunehmendes Hindernis

Mit der Aktion wollen die Initiatoren auf eine Gefahr aufmerksam machen, die in erster Linie Fußgänger betrifft. Oft seien die elektrisch betriebenen Fahrzeuge so abgestellt, dass Menschen auf Gehwegen auf ihrem Weg ausweichen müssen – nicht selten auf Radwege oder zwischen Autos, die am Straßenrand abgestellt seien.

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Der Verein, der sich um Belange von Blinden und Sehbehinderten in Hamburg kümmert, warnt mit seinem Beitrag auf Facebook eindringlich vor den Risiken für eben diese Menschen.

Es lässt sich erahnen, welchen Gefahren beeinträchtigte Fuß- und Spaziergänger durch die leichtfertig abgestellten E-Scooter ausgesetzt sind: Blinde und Sehbehinderte Menschen sind besonders darauf angewiesen, sich auf möglichst freien Gehwegen orientieren zu können. Andernfalls drohen schwere Unfälle im Straßenverkehr.

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Hamburg: Die Zustimmung ist groß

Eine Umgebung, die sich nicht ständig verändert, ist dabei ein große Hilfe – doch die E-Scooter stehen immer woanders und werden nur allzu oft so abgestellt, das sie auch für Menschen, die nicht beeinträchtigt sind, ein ernstzunehmendes Hindernis sind.

Die Aktion sorgt in der Kommentarspalte sichtlich für Zustimmung. „Mega, Daumen hoch“ jubelt eine Nutzerin, ein Hamburger unterstreicht die Gefahr: „Nicht nur für Blinde“, die Roller stünden „überall im Weg“. „Gute Aktion“ lobt eine Hanseatin.

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Die Gelben Karten scheinen also einen Nerv getroffen zu haben, nicht nur beim BSVH. Es wird sich zeigen, ob die nicht abebbende Kritik an den E-Scootern folgenlos bleiben wird. Immerhin hat die Hamburgische Bürgerschaft sich geschlossen dafür ausgesprochen, den Kommunen schärfere Regelungsmöglichkieten für Leih-E-Scooter einzuräumen. Auch ein Anbieter zog um Silvester herum drastische Konsequenzen – und stoppte den Verleih. (wip)