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Hamburg: Was ein Paar aus diesem alten Fahrrad macht, ist kaum zu fassen – „Immer wie Urlaub“

Hamburg: Was ein Paar aus diesem alten Fahrrad macht, ist kaum zu fassen – „Immer wie Urlaub“

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

Aus alt mach neu – so oder so ähnlich lautet wohl das Motto von Sandra und Juan, die vor knapp zweieinhalb Jahren gemeinsam nach St. Georg in Hamburg gezogen sind. Eigentlich wollten sie in dem quirligen Stadtteil einen kleinen Pavillon am Lohmühlenpark pachten, und ein kleines Cafè errichten. „Zum Glück haben wir uns dagegen entschieden”, erzählt das Paar im Gespräch mit MOIN.DE auf dem Wochenmarkt in St. Georg.

Glücklich sind die beiden, weil kurz nach ihrer Entscheidung das Corona-Virus ausbrach und der Lockdown über die Stadt Hamburg hereinbrach. Und außerdem würde es ihr ungewöhnliches spanisches Straßencafè, dass sie jetzt betreiben, sonst wahrscheinlich gar nicht geben – und Miete zahlen sie überhaupt nicht.

Hamburg: Aus einem alten indischen Lastenrad wird ein Upcycling-Cafè

Drei Mal in der Woche stehen sie nun mit ihrem „Cafè Calle” auf unterschiedlichen Märkten in Hamburg und verkaufen Fairtrade-Bio-Kaffee des Hamburger Unternehmens „Quijote Kaffee”. Ob klassisch mit Milch oder vegan – das Pärchen hat alles im Programm und begeistert damit seit fast sechs Wochen ihre Kunden. Doch was noch viel mehr begeistert, ist ihr fahrbares Upcycling-Projekt, mit dem sie ihr mobiles Mini-Cafè durch die Stadt kutschieren.

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Während es im Lockdown vielerorts ruhiger wurde, startete das Paar ein beeindruckendes Projekt. Wie viele andere seien auch sie in dieser Zeit viel in ihrem Viertel spazieren gegangen, erzählen Sandra und Juan. Dabei fielen den beiden immer wieder viele Lastenräder in ihrer Gegend auf – schnell war eine erste Idee für das kleine Cafè geboren, über Ebay Kleinanzeigen erstand das Paar kurz darauf zwei ausrangierte original indische Lastenräder.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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„Wir haben dann während unserer Spaziergänge immer mal wieder etwas gefunden, was wir gebrauchen konnten,” erzählt Sandra stolz. „Also das hier war mal ein Spargeltopf”, sie zeigt auf eine kleine, ovale Metallschüssel, die neben einer großen Kaffeemaschine, die sie in Spanien gekauft haben, ins Holz eingelassen ist. Das Holz wiederum habe ihnen ein Nachbar geschenkt. „Das ist zweihundert Jahre alt und die Bretter waren eigentlich mal Dielen.” In Pastellrosa und -blau gestrichen ist dem Aufbau des Fahrrades nicht mehr anzumerken, dass er mal als Fußboden gedient hat.

Ein Dreivierteljahr habe das aus dem Ruhrgebiet stammende Paar gemeinsam an dem Projekt gearbeitet und dafür ausschließlich gebrauchte Materialien verwendet. Die Ablagefläche des Wagens stammt von einem alten Klavier, das Gerüst für das Dach war mal ein Pavillon – nur die Plane haben sie bestellen müssen. „Anders hätte es leider nicht gepasst”, erzählt Sandra. Dass sie ihr Cafè möglichst vollständig aus recycelten Materialien herstellen wollten, war keine fixe Idee. „Wir legen sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit“, erzählt Juan. Aus diesem Grund habe das Paar auch keine Internetseite. „Wir wollten auch einfach gerne oldschool arbeiten”, ergänzt Sandra.

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Hamburg: Paar erfüllt sich mit dem Fahrrad-Cafè einen Traum

Ein Fairtrade-Kaffee mit Milch kostet bei den beiden drei Euro. Ein Kaffee Solo ohne Milch, sogar nur 2,50 Euro. „Man verdient dann vielleicht mal weniger, aber der Sinn ist ja, das alle was davon haben“. Viel wichtiger als der Umsatz sei ihnen die Leidenschaft an dem 220 Kilogramm schweren Upcycling-Projekt und der Kontakt mit Menschen.

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Außerdem erfüllen sie sich mit dem Kaffee-Fahrrad den Traum von der Selbstständigkeit. Wenn sie mit ihrem „Cafè Calle” am Immenhof an der Gertrudenkirche stehen, dann „ist es immer wie Urlaub”, schwärmt Sandra. Einmal in der Woche stehen sie außerdem noch auf dem Markt in Finkenwerder und auch der Wochenmarkt vor der eigenen Haustür – im vielfältigen und bunten Viertel St. Georg.

So bunt wie das Viertel ist aber auch ihr Leben. Als Teenager waren sie bereits ein Paar, trennten sich wegen unterschiedlicher Karrieren und gründeten jeweils eigene Familien. Doch da war noch was zwischen den beiden. Viele Jahre später suchten sie erneut den Kontakt und sind nun erneut ein Paar. „Wir gehören einfach zusammen“, strahlen die beiden.

Ein zweites Fahrrad ist bereits in Planung. Diesmal ginge der Umbau aber deutlich schneller, jetzt wissen die beiden schließlich, worauf sie achten müssen. Das neue Fahrrad will das Paar dann für Events vermieten.