Veröffentlicht inHamburg

Hamburg: Einwohner von E-Scooter genervt – jetzt soll die nächste Erfindung die Straßen fluten

Hamburg:

Wetten, dass hast du über unsere Stadt noch nicht gewusst

Im Rahmen der Mobilitätswende in Hamburg sorgte die Einführung der E-Scooter vor einigen Jahren bereits für viel Kritik. Anwohner sehen in den Tretrollern eher eine lästige Stolperfalle als einen adäquaten Ersatz für das Auto.

Nun haben die Sharing-Anbieter eine neue Idee, mit der sie die Mobilitätswende in Hamburg voranbringen wollen. Doch schon jetzt wird deutlich, dass auch diesmal wieder heftige Kritik zu erwarten ist.

Hamburg: Ein neues Angebot kommt, lästige Probleme bleiben

Rund 17.000 E-Scooter werden in Hamburg angeboten. Bereits nach kurzer Registrierung in den jeweiligen Apps der Sharing-Anbieter können die Elektro-Tretroller von allen ausgeliehen werden. Nur über 18 Jahre alt muss man sein, um für die Miete des E-Scooters einen Vertrag abschließen zu können.

In den Augen vieler Menschen sind die E-Scooter dabei kein Ersatz für Autos, sondern die Ursache für vollgemüllte Wege und gefährliche Stolperfallen. Denn häufig wird nach der Nutzung das Leihgerät nicht sachgerecht abgestellt und gilt für viele als Hindernis. Ein neues Angebot wird dieses Problem Befürchtungen zufolge weiter verstärken.

+++ Hamburg: Lächerliche Strafe für Sklavenhalterin aus Bremen! Sie ging für den IS nach Syrien +++

Hamburg E-Scooter.jpg
Rücksichtslos abgestellte E-Scooter sind ein Ärgernis. Nun soll das Sharing-Angebot um ein weiteres Verkehrsmittel ergänzt werden. Foto: picture alliance / PublicAd

2.000 Leihgeräte für Hamburg

Sharing-Anbieter wie Bolt und Tier erweitern ihr Angebot. E-Bikes sollen das bisherige Angebot von E-Scootern ergänzen. Im Laufe des Augusts will Tier zunächst 700 E-Fahrräder zur Verfügung stellen. Danach soll nach eigenen Aussagen der Bestand auf insgesamt 1.500 Fahrräder erhöht werden.

+++ Parken in Hamburg: Stadt macht weiter – gibt es bald nirgendwo mehr kostenlose Parkplätze? +++

Auch beim Sharing-Anbieter Bolt können seit heute E-Bikes ausgeliehen werden. 500 Fahrräder werden bisher angeboten. Die E-Bikes sollen neue Anreize schaffen, das Auto stehenzulassen.


Daten und Fakten über Hamburg:

  • Das Stadtgebiet der Hansestadt ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

Vernichtende Kritik aus der Opposition – „verkehrlicher Wildwuchs“

Die Kritik der Opposition fällt hart aus. Der Oppositionsführer Dennis Thering sieht in dem neuen Angebot eine Gefahr für viele Hamburger. Der CDU-Mann bemängelt dabei vor allem die Organisation der Sharing-Angebote auf den Hamburger Straßen. Die rot-grüne Regierung produziere einen „verkehrlichen Wildwuchs“.

„Es kann nicht sein, dass der Senat mit neuen Leih-E-Bikes jetzt weitere Stolperfallen entstehen lässt und dabei tatenlos zusieht“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der CDU.

Die Erweiterung des Angebots wird auch von der Verkehrsexpertin der Linken Heike Sudmann scharf kritisiert. Sie befürchtet, dass das „unkontrollierte Geschäftsmodell“ schlecht für die Stadt sein wird. Bereits der Verleih von E-Scootern habe gezeigt, „dass Stolperfallen und zugemüllte Wege das Ergebnis sind“.


Mehr News von Hamburg:


Hamburger Regierung uneinig – SPD greift Grüne an

Auch der SPD sind die Probleme der Sharing-Angebote bewusst. Nun soll die Verkehrsbehörde, welche von den Grünen geleitet wird, mit neuer Strategie gegen bekannte Schwierigkeiten angehen. Denn eine Strategie der Grünen fehle bisher, so Gabor Gottlieb von der SPD Eimsbüttel.

Ein „Konzessionsmodell“ soll aushelfen. Eine Sondernutzungserlaubnis soll feste Abstellzonen festlegen. Zusätzlich soll eine Höchstgrenze in den jeweiligen Abstellzonen für die Anzahl von E-Bikes und E-Scootern festgelegt werden, so der Vorschlag des Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bezirk Eimsbüttel.

E-Scooter
Nach dem E-Scooter-Chaos in der Hamburger Innenstadt. Sharing-Anbieter sorgen mit neuem Angebot für Unmut in der Bürgerschaft. Foto: Foto: Julian Weber/dpa

Regulierungen dieser Art sollen nach Auffassung der Hamburger Regierung im besten Fall bundeseinheitlich gelten, dafür setzte sich die rot-grüne Regierung zumindest auf Bundesebene ein.

Ein bundeseinheitliches Konzept zur Regulierung der Sharing-Angebote kann dann auch für mögliche Expansionen in weitere Städte im Norden gelten. So würde ein Leihgeräte-Chaos auf den Wegen auch hier zumindest theoretisch ein Ende finden.

(dpa/msk)